Wie Tiefenwärme wirkt

Effektive Wärmetherapie: Nachhaltige Schmerzlinderung durch Tiefenwärme

Wärme ist nicht gleich Wärme. Um effektiv gegen Rücken- und Nackenschmerzen zu wirken, muss eine so genannte Tiefenwärme erzeugt werden – das heißt, die Wärme muss auch in die tieferen Muskelschichten eindringen.

Dazu eignet sich zum Beispiel Wärmestrahlung durch entsprechende Infrarotsaunen oder -lampen, die tief ins Gewebe einwirkt.

Topische Wärmeanwendungen wie Salben und Cremes hingegen können lediglich eine bessere Durchblutung in den oberen Hautschichten erreichen, nicht in der für die Verspannung verantwortlichen, tieferen Muskelschicht. Zudem können durch capsaicin-haltige Wärmeanwendungen leicht Hautreizungen auftreten.

Temperatur und Anwendungsdauer sind entscheidend

Die optimale Tiefenwärme für Therapiezwecke wird bei 40°C erreicht. Wichtig ist hierbei die kontinuierliche Wärmezufuhr über ca. acht bis zwölf Stunden bei gleichbleibender Temperatur. Herkömmliche Hausmittel wie Kirschkernkissen oder Fango-Packungen erreichen zwar die notwendige Temperatur, kühlen aber zu schnell ab.

Informationsgrafik Wirkungsdauer von ThermaCare Wärmeauflagen

Effektive Tiefenwärme über eine Dauer von mindestens acht Stunden mit Hilfe von ThermaCare; Quellen: Lehman JF, De Lateur BJ: Therapeutic heat. In: Therapeutic Heat and Cold, 4th ed. Baltimore, MD: Williams & Wilkins; 1990: 417-581; Grana WA: Physical agents in musculoskeletal problems: heat and cold therapy modalities; Instr. Course Lect. 1993; 42: 439-42.

Generell gilt: Eine lange Einwirkung bei mittlerer Temperatur ist effektiver als eine kurzfristige Anwendung bei hoher Temperatur. Der Hintergrund: Durch die tiefenwirksame Wärme wird die Durchblutung im betroffenen Gewebe und den Muskelschichten gesteigert und Blockaden werden nach und nach gelöst und entkrampft. Dieser Prozess braucht seine Zeit.

Durch die verbesserte Durchblutung werden dann Entzündungsherde besser aus dem Körper abtransportiert und mehr Sauerstoff und Nährstoffe gelangen an die Schmerzfront, um das Gewebe dort zu heilen. Aber nicht nur das. Wärme kämpft richtig gegen den Schmerz an. Beim Eintritt in die Rückenmarkkanäle konkurrieren diesen beide Reize: Schmerzimpuls gegen Wärmeimpuls.

Daher gilt: Je länger die Wärme tief einwirken kann, desto effektiver kann sie wirken. Bei entsprechend langer Behandlung werden so weniger Schmerzreize an das Rückenmark zur Signalverbreitung geleitet. Dadurch nimmt das Gehirn weniger Schmerzreize bewusst wahr und die reflexartige Muskelverspannung im Rückenmark nimmt ab. Das Schmerzgefühl wird für die Betroffenen spürbar und nachhaltig reduziert.

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