Illustration wie sich ein Mann mit dunklen Haaren und oberkoerperfrei mit einer Hand den Nackenbereich haelt

Nackenschmerzen

Nackenschmerzen können viele Auslöser haben. Erfahre, wie du Beschwerden einordnest, was bei Verspannungen hilft und wie du vorbeugen kannst.

Nackenschmerzen: Das solltest du wissen

  • Nackenschmerzen betreffen den Nacken-, Hals- und oft auch den Schulterbereich
  • Verspannte Muskeln, ungünstige Haltung, Belastung, Stress oder Schlafposition können eine Rolle spielen
  • Wärme kann bei verspannungsbedingten Nacken- und Schulterschmerzen unterstützen, zum Beispiel mit ThermaCare für Nacken und Schulter
  • Ärztlicher Rat ist wichtig, wenn Schmerzen stark sind, wiederkehren, länger anhalten oder zusätzlich Taubheit, Kribbeln, Schwindel, Sehstörungen oder Muskelschwäche auftreten
  • Nimm sofort medizinische Hilfe in Anspruch, wenn Nackenschmerzen mit Fieber, Nackenstarre, Lähmungen sowie Bewusstseinsstörungen einhergehen oder durch akute Verletzungen verursacht sind

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Wie entstehen Nackenschmerzen?

Viele Nackenbeschwerden sind unangenehm, aber nicht automatisch gefährlich. Umso hilfreicher ist es, typische Auslöser zu kennen und Beschwerden richtig einzuordnen.

Nackenschmerzen entstehen häufig im Zusammenspiel von Muskeln, Haltung und Belastung. Wenn sich die Muskeln im Hals-, Nacken- und Schulterbereich verspannen, kann sich das als Ziehen, Druck oder Schmerzen bemerkbar machen. Manchmal bleiben die Beschwerden auf den Nackenbereich begrenzt. Sie können aber auch mit Schulterproblemen oder Rückenverspannungen zusammenhängen.

Die Halswirbelsäule (HWS) ist aufgrund ihres Aufbaus mit sieben Halswirbeln sowie Muskeln, Bändern und Nerven besonders beweglich. Diese Beweglichkeit ist wichtig, macht den Nackenbereich jedoch auch anfällig für Fehlbelastungen.

Eine nach vorn geneigte Kopfhaltung kann sowohl die Halswirbelsäule als auch die Nackenmuskulatur zusätzlich belasten, z. B. bei langer Bildschirmarbeit, beim Blick aufs Handy oder beim vornüber geneigten Sitzen in angespannter Haltung.

Stress kann auch Verspannungen der Hals- und Nackenmuskulatur begünstigen. Wer psychisch belastet ist, spannt des Öfteren die Nackenmuskulatur an und zieht unbewusst die Schultern hoch. So können Nackenverspannungen und Muskelverspannungen entstehen oder länger anhalten.

Welche Ursachen für Nackenschmerzen gibt es?

Die möglichen Ursachen für Nackenschmerzen lassen sich grob in körperliche, psychische und sozial bedingte Ursachen einteilen. Welche davon eine Rolle spielen, hängt davon ab, wie sich die Schmerzen im Nacken äußern, wie lange sie anhalten, welche Person betroffen ist und ob weitere Symptome dazukommen.

  • Zu den möglichen körperlichen Ursachen und Auslösern von Nackenschmerzen gehören:

    • muskuläre Verspannungen und Verkrampfungen
    • Hexenschuss im Nacken (akuter steifer Nacken oder auch  Zervikalsyndrom genannt)
    • muskuläre Verspannung durch Zugluft (z. B. Klimaanlage, Autofahren mit offenen Fenstern)
    • Zerrungen durch ruckartige Bewegungen
    • Schleudertrauma (z. B. beim Auffahrunfall)
    • grippale Infekte
    • ungünstige Schlafposition
    • unpassende Matratze oder falsches Kopfkissen
    • Fehlhaltungen
    • körperliche Überlastung oder Fehlbelastung
    • schwache Hals- und Nackenmuskulatur
    • Verschleißerscheinungen der Halswirbelgelenke oder der Bandscheiben (z. B. Arthrose oder Osteoporose)
    • übertragene Schmerzen, wenn Beschwerden aus anderen Körperbereichen im Nacken wahrgenommen werden
    Für Nackenschmerzen wird fachsprachlich auch der Begriff Zervikalgie verwendet. Wenn Beschwerden vom Nacken über die Schulter bis in den Arm ziehen, spricht man von einer Zervikobrachialgie (Schulter-Arm-Syndrom).
  • Psychische Belastungen können Nackenschmerzen auslösen, verstärken oder dazu beitragen, dass die Muskelspannung länger anhält. Mögliche Auslöser oder Verstärker sind:
    • Stress
    • Angst
    • Schlafstörungen
    • Depressionen
    • Einsamkeit
    • Zwangsstörungen

    Bei innerer Anspannung verändert sich oft auch die Körperhaltung. Viele Menschen spannen unter Stress die Nacken- und Schultermuskeln sowie die Kiefermuskulatur an. Sie beißen die Zähne zusammen oder halten den Kopf in einer angespannten Position. So können Nacken- und Muskelverspannungen entstehen oder länger anhalten.

    Rückenschmerzen durch Stress
  • Einige Ursachen für Nackenschmerzen solltest du ärztlich abklären lassen. Dazu zählen:

    • Bandscheibenvorfall
    • Spondylose und Chondrose (degenerative Veränderungen an Wirbelsäule, Knorpeln und Bandscheiben)
    • Infektionen an Bandscheiben, Wirbeln oder im Hals- und Kieferbereich
    • rheumatische Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder Morbus Bechterew
    • Fibromyalgie-Syndrom (chronische Schmerzerkrankung)
    • Skoliose und Morbus Scheuermann (Deformationen der Wirbelsäule)
    • zervikale Spinalkanalstenose (Verengung des Wirbelkanals im Halsbereich)
    • Rachitis (Störung des Knochenwachstum)
    • Abszesse (abgekapselte Entzündungen mit Eiter im Gewebe)
    • Tumoren oder Metastasen in der Halsregion oder an der Schilddrüse

    Meist haben Nackenschmerzen alltagsnahe Auslöser. Trotzdem lohnt sich eine Abklärung, wenn Beschwerden stark sind, wiederkehren, länger anhalten oder ungewöhnlich wirken.

  • Achtung: Hole bitte sofort medizinische Hilfe, wenn Nackenschmerzen nach einer akuten Verletzung auftreten oder zusammen mit Fieber, Krämpfen, starken Kopfschmerzen, Lähmungen, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit, Benommenheit, Bewusstseinsstörungen sowie Nackenstarre einhergehen.

    Einige Ursachen für Nackenschmerzen können Notfälle sein. Dazu gehören:

    • Verletzungen an der Halswirbelsäule
    • Wirbelbrüche
    • Hirnhautentzündung (Meningitis)
    • Hirnblutung
    • Herzinfarkt
    • akutes Aortensyndrom (Erkrankung der Hauptschlagader)

Illustration einer Wirbelsaeule

Wie zeigen sich Nackenschmerzen?

Nackenschmerzen können sich sehr unterschiedlich anfühlen. Manche spüren ein Ziehen, andere stechende, bohrende oder drückende Schmerzen im Nacken. Oft ist die Beweglichkeit eingeschränkt. Dann fällt es schwer, den Kopf zu drehen, nach unten zu schauen oder die Nacken- und Schultermuskulatur zu lockern.

Nackenschmerzen können ausstrahlen und angrenzende Bereiche betreffen. Beschwerden zeigen sich dann zum Beispiel im Kopf, in den Schultern, im Kiefer, in den Armen oder im oberen Rücken. Wenn die Nackenmuskeln schmerzen, können sich zusätzlich Muskelverhärtungen, Druckschmerz oder ein steifer Nacken bemerkbar machen.

Einzelne Beschwerden, etwa ein steifer Nacken nach Zugluft oder einer ungünstigen Schlafposition, sind oft unangenehm und schmerzhaft. Sie müssen jedoch nicht automatisch auf eine ernste Ursache hinweisen. Entscheidend ist, wie stark die Beschwerden sind, wie lange sie anhalten und ob weitere Symptome dazukommen.

Achtung: Treten Nackenschmerzen zusammen mit anderen starken Beeinträchtigungen auf oder entstehen sie nach einer Verletzung, solltest du sie sofort medizinisch abklären lassen. Die wichtigsten Warnzeichen findest du im Abschnitt „Ursachen für sofortige medizinische Hilfe“.

Welche Symptome hängen mit Nackenschmerzen zusammen?

Nackenschmerzen können allein auftreten oder mit weiteren Beschwerden einhergehen. Zu den möglichen Symptomen gehören:

  • ziehende, stechende oder bohrende Schmerzen im Nacken
  • Schmerzen, die bis in Kopf, Kiefer, Schultern oder Arme ziehen
  • Schmerzen im oberen Rücken
  • Spannungskopfschmerzen
  • Druckschmerz an bestimmten Stellen (Myogelosen, Triggerpunkte)
  • Muskelverhärtungen (stranghaft oder lokal)
  • eingeschränkte Beweglichkeit bis hin zu einem steifen Nacken
  • Nackensteifheit nach dem Aufstehen
  • Schonhaltung oder Fehlhaltung des Nackens
  • Schiefhals
  • Schwindel
  • Ohrensausen oder Tinnitus
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühle in Armen und Fingern
  • Sehstörungen
  • Muskelschwäche

Sind meine Nackenschmerzen akut oder chronisch?

Akute Nackenschmerzen können bis zu drei Wochen anhalten, subakute Nackenschmerzen können vier bis zwölf Wochen anhalten. Von chronischen Nackenschmerzen spricht man, wenn die Beschwerden länger als zwölf Wochen bestehen.

Manche Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich treten nach schmerzfreien Phasen immer wieder auf. Dann ist von wiederkehrenden, also rezidivierenden, Schmerzen die Rede. Wenn du ständig Nackenschmerzen hast oder die Beschwerden regelmäßig wiederkehren, kann eine medizinische Abklärung helfen, mögliche Auslöser zu erkennen und zu vermeiden.

Chronische Nackenschmerzen können den Alltag, den Schlaf, die Beweglichkeit und das Wohlbefinden deutlich belasten. Deshalb ist es sinnvoll, länger anhaltende Beschwerden nicht nur kurzfristig zu lindern, sondern auch ihre Auslöser genauer zu betrachten.

Welche Ärzt:innen können Nackenschmerzen abklären?

Wenn Nackenschmerzen wiederkehren, länger anhalten oder dich stark einschränken, ist die hausärztliche Praxis die erste Anlaufstelle. Dort können deine Beschwerden eingeschätzt und bei Bedarf weitere Schritte geplant werden.

Ein maennlicher Physiotherapeut massiert einen jungen Mann, welcher auf sitzt und dabei die Arme vor der Brust kreuzt

Orthopäd:innen sind auf Erkrankungen der Wirbelsäule und des Bewegungsapparats spezialisiert. Sie prüfen, ob die Beschwerden mit Muskeln, Gelenken, Knochen, Bandscheiben oder der Haltung zusammenhängen können. Je nach Befund kommen auch bildgebende Verfahren wie Röntgen, Computertomografie oder Magnetresonanztomografie infrage. Zur weiteren Abklärung kann an weitere Fachärzt:innen verwiesen werden.

Neurolog:innen sind die richtigen Ansprechpersonen, wenn neben den Nackenschmerzen Taubheit, Kribbeln, Muskelschwäche oder andere Beschwerden an den Nerven auftreten. Gibt es Hinweise auf eine organische Ursache, können Internist:innen weiterhelfen.

Auch die Psyche kann den Nacken belasten. Stress, Angst, Überforderung, Schlafmangel oder Depressionen können die Spannung der Nacken- und Schultermuskulatur verändern und Nackenschmerzen verstärken. Dann kann Unterstützung durch Psychiater:innen, Psycholog:innen oder Psychotherapeut:innen sinnvoll sein.

Was hilft gegen verspannungs­bedingte Nackenschmerzen?

Akute Nackenschmerzen aufgrund von Muskelverspannungen können sehr unangenehm sein. Dann hilft es oft, kurz aus der belastenden Haltung herauszugehen, den Nacken zu entlasten und die verspannte Muskulatur zu beruhigen. Wärme, sanfte Bewegung, Entspannung oder vorübergehend geeignete Schmerzmittel können Beschwerden lindern.

Was dir hilft, hängt von der Ursache ab. Bei verspannungsbedingten Nacken- und Schulterschmerzen sind andere Maßnahmen sinnvoll als bei einer Zerrung, einer Entzündung oder bei Beschwerden mit weiteren Symptomen. Im Folgenden erfährst du, was bei akuten Nackenschmerzen kurzfristig helfen kann.

Wärme bei Nackenschmerzen

Wärme kann bei verspannungsbedingten Nackenschmerzen eine medikamentenfreie Unterstützung sein. In den aktuellen Leitlinien wird selbst angewandte Wärme empfohlen. Viele Menschen empfinden sie im Alltag als angenehm, weil sie gezielt in dem betroffenen Bereich wirkt und die Muskulatur dadurch entspannen kann.

ThermaCare Wärmeauflagen für Nacken & Schulter sind eine leitliniengerechte Wärmeanwendung bei Nacken- und Schulterschmerzen (1). Sie können infrage kommen, wenn die Beschwerden muskulär bedingt sind und keine Hinweise auf eine akute Verletzung oder Entzündung vorliegen.

Achtung: Bei akuten Verletzungen, Entzündungsverdacht, starker Schwellung, ungeklärten starken Schmerzen oder ungewöhnlichen Begleiterscheinungen solltest du Wärme nicht ohne vorherige ärztliche Abklärung anwenden.

Massage bei Nackenschmerzen

Laut aktuellen Leitlinien sollten Massagen der Nackenmuskulatur im akuten Zustand nicht durchgeführt werden.

Bei länger bestehenden Nackenschmerzen, die mehr als 12 Wochen anhalten, kann eine sanfte Nackenmassage in Form von Streichungen angenehm sein, wenn Muskelverspannungen eine Rolle spielen.

Beende die Streichungen, wenn die Schmerzen stärker werden sowie Taubheit, Kribbeln, Schwindel oder andere ungewohnte Beschwerden auftreten. Bei starken, chronischen oder wiederkehrenden Nackenschmerzen sollte zunächst geklärt werden, welche Behandlung geeignet ist. Das gilt besonders, wenn Osteoporose, Entzündungen, ein Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule oder andere Erkrankungen vorliegen.

Eine Frau mit blonden Haaren und Zopf massiert sich selber den Nacken mit Hilfe eines kleinen Massageballs

Ein Massageball bietet bei Nackenschmerzen Entspannung

Medikamente bei Nackenschmerzen

Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac können bei Nackenschmerzen kurzfristig infrage kommen. Ibuprofen und Diclofenac gehören zu den nichtsteroidalen Entzündungshemmern (NSAR). Sie wirken sowohl schmerz- als auch entzündungshemmend und können oral (systemisch) oder topisch (lokal) angewendet werden.

Schmerzmittel sind nicht für alle Personen geeignet und können Nebenwirkungen haben. Beachte die jeweilige Packungsbeilage und nutze Schmerzmittel nur, wenn du sie verträgst. Wenn du unsicher bist, andere Medikamente einnimmst, Vorerkrankungen hast oder die Beschwerden länger anhalten, frage vor der Einnahme bei deinem Arzt/deiner Ärztin oder in der Apotheke nach.

Schmerzgel gegen Nackenschmerzen

Wenn Nacken- oder Schulterschmerzen durch Zerrungen oder Entzündungen im Gewebe entstehen, ist Wärme nicht immer geeignet. Dann kann, je nach Beschwerdebild, ein kühlendes Schmerzgel infrage kommen. Beachte bei arzneilichen Gelen immer die Packungsbeilage.

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Nackenschmerzen vorbeugen: Was hilft langfristig?

Wenn Nackenschmerzen immer wieder auftreten, lohnt sich ein Blick auf die individuellen  Alltagsbelastungen. Bewegung, Haltung, Schlaf und Entspannung können helfen, verspannungsbedingte Beschwerden zu lindern und neuen Nackenverspannungen vorzubeugen.

Das Ziel ist nicht, jede Belastung zu vermeiden. Wichtiger ist, den Nacken regelmäßig zu entlasten, Muskelverspannungen frühzeitig zu erkennen und passende Routinen zu finden. Das gilt besonders, wenn du häufig wiederkehrende Beschwerden hast oder gar chronische Nackenschmerzen, die deinen Alltag belasten.

  • Regelmäßige Bewegung hält die Nacken-, Schulter- und Rückenmuskulatur aktiv und kann verspannungsbedingten Beschwerden vorbeugen. Bei Nackenschmerzen sind ruhige, kontrollierte Übungen sinnvoller als ruckartige Bewegungen oder starkes Dehnen gegen den Schmerz.

    Gezielte Übungen für den Nacken können Muskelverspannungen vorbeugen und die Beweglichkeit verbessern.

    Sanfte Bewegungen wie z. B. Rückenschwimmen, Wassergymnastik, rückenschonendes Yoga, Tai-Chi, Qigong oder Nordic Walking können für manche Menschen angenehm sein.

    Beginne jede Übung langsam. Bewege den Kopf nur so weit, wie es sich gut anfühlt. Wenn die Schmerzen stärker werden, Taubheit, Kribbeln oder Schwindel auftreten, beende die Übung.

    Übungen gegen Nackenschmerzen
  • Eine ungünstige Körperhaltung kann Nackenverspannungen, Rückenverspannungen und Schmerzen im oberen Rücken begünstigen. Besonders langes Sitzen, verspannte Hals- und Nackenmuskulatur mit hochgezogenen Schultern oder ein stark nach vorn geneigter Kopf belasten den Nacken.

    Beim richtigen Sitzen am Schreibtisch geht es nicht um starres Geradehalten, sondern um eine Haltung, die Nacken und Schultern entlastet:

    • Stelle beide Füße auf den Boden
    • Richte den Oberkörper auf, ohne zu verkrampfen
    • Lass die Schultern locker sinken
    • Halte den Kopf möglichst gerade über der Wirbelsäule
    • Richte deinen Bildschirm so aus, dass du den Kopf nicht dauerhaft nach unten neigst
    • Halte dein Handy möglichst höher, statt den ganzen Kopf nach vorn zu beugen
    • Ziehe die Schultern zwischendurch langsam hoch und lass sie wieder sinken
    • Rolle die Schultern vorsichtig nach hinten
    • Stehe regelmäßig auf, strecke dich und bewege den Rücken
    So unterbrichst du starre Haltungen und gibst deinem Nacken neue Bewegungsimpulse („dynamisches Sitzen“).

    Kurzer Workout gegen Nackenverspannungen:

    Rückenübungen im Homeoffice
  • Wenn du morgens mit einem verspannten Nacken aufwachst, kann sich ein Blick auf deine Schlafposition, Matratze und Kissen lohnen. Ziel ist, dass Kopf, Nacken und Wirbelsäule möglichst ruhig und in einer Linie liegen.

    In Rückenlage kann ein flaches Kissen helfen, die Halswirbelsäule zu unterstützen und die Nackenmuskulatur zu entspannen. Achte darauf, die Halswirbelsäule weder zu sehr zu beugen noch zu überstrecken. Wenn du auf der Seite schläfst, kann ein Nackenstützkissen sinnvoll sein, damit die Halswirbelsäule nicht nach unten abknickt und der Kopf nicht zu hoch liegt. Die Bauchlage ist bei Nackenschmerzen oft ungünstig, weil der Kopf dabei meist längere Zeit zur Seite gedreht ist.

    Auch die Matratze kann eine Rolle spielen. Sie sollte die natürliche Form der Wirbelsäule unterstützen. Der Härtegrad sollte deinem Körpergewicht entsprechen. Schulter und Gesäß sollten vor allem in der Seitenlage so einsinken, dass die Wirbelsäule gut gelagert ist. 

    Tipps gegen Rückenschmerzen beim Liegen
  • Stress kann Nackenschmerzen auslösen oder verstärken. Viele Menschen spannen bei innerer Anspannung unbewusst die Nacken- und Kiefermuskulatur an. So können Nacken- und Muskelverspannungen länger bestehen.

    Entspannungstechniken können dir helfen, verspannte Muskulatur zu lockern. Sie ersetzen keine Behandlung, können aber ein sinnvoller Baustein sein, wenn du Nackenschmerzen langfristig behandeln und ihnen vorbeugen möchtest.

    Progressive Muskelentspannung nach Jacobson: Bei dieser Methode spannst du einzelne Muskelgruppen kurz an und lässt sie anschließend bewusst wieder locker. So lernst du, den Unterschied zwischen Spannung und Entspannung besser wahrzunehmen.

    • Meditation: Meditation umfasst verschiedene Übungen. Häufig geht es darum, Atem, Körper oder Gedanken bewusst wahrzunehmen. Das kann helfen, zur Ruhe zu kommen und Anspannung im Alltag früher zu bemerken.
    • Autogenes Training: Dieses Verfahren arbeitet mit ruhigen Formeln und innerer Vorstellung. Ziel ist es, den Körper bewusst in einen ruhigeren Zustand zu bringen. Viele Menschen lernen das autogene Training unter Anleitung.

Entspannung, Bewegung und eine nackenfreundliche Haltung wirken oft am besten zusammen. Daraus entsteht eine alltagstaugliche Routine, die deinen Nacken langfristig unterstützen kann.

Mit Meditation Druck aus Rücken und Psyche nehmen

Fragen und Antworten

  • Bei verspannungsbedingten, nicht-spezifischen Nackenschmerzen können Wärme, kurze Pausen, sanfte Bewegung oder vorübergehend geeignete Schmerzmittel infrage kommen. ThermaCare Wärmeauflagen für Nacken und Schulter sind ein Beispiel für eine Wärmeanwendung. Werden die Beschwerden stärker oder halten sie an, lass die Ursache abklären.
  • Gegen Nackenschmerzen hilft langfristig vor allem ein alltagstauglicher Mix aus Bewegung, nackenfreundlicher Haltung, Entspannung und gutem Schlaf.

    Regelmäßige Übungen, passende Kissen und bewusstes Sitzen am Schreibtisch können helfen, Nackenverspannungen vorzubeugen und Muskelverspannungen früher wahrzunehmen.

  • Akute Nackenschmerzen halten bis zu drei Wochen an. Subakute Nackenschmerzen können vier bis zwölf Wochen dauern. Bestehen die Beschwerden länger als drei Monate, spricht man von chronischen Nackenschmerzen. Kehren Schmerzen nach schmerzfreien Phasen zurück, gelten sie als wiederkehrend.

  • Bei Nackenschmerzen ist die hausärztliche Praxis die erste Anlaufstelle. Orthopäd:innen prüfen mögliche Ursachen an Wirbelsäule, Muskeln oder Gelenken. Bei Taubheit, Kribbeln oder Muskelschwäche sind Neurolog:innen wichtig. Bei psychischer Belastung können Psychotherapeut:innen unterstützen.

  • Nackenschmerzen solltest du ärztlich abklären lassen, wenn sie stark sind, wiederkehren, länger anhalten oder dich im Alltag deutlich einschränken. Das gilt auch bei Taubheit, Kribbeln, Schwindel, Sehstörungen, Muskelschwäche oder starker Bewegungseinschränkung.
  • Nackenschmerzen können gefährlich sein, wenn sie mit Fieber, Nackenstarre, Krämpfen, starken Kopfschmerzen, Lähmungen, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit, Benommenheit oder Bewusstseinsstörungen einhergehen oder durch akute Verletzungen verursacht sind. Rufe in solchen Fällen sofort den Rettungsdienst.

  • Bei akuten, nicht-spezifischen Nackenschmerzen können je nach Situation kurzfristig Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac infrage kommen, wenn möglich nicht in Tablettenform, sondern als Salbe oder Gel. 

    Beachte immer die Packungsbeilage und nutze sie nur, wenn du sie verträgst. Bei Unsicherheit, Vorerkrankungen oder anderen Medikamenten frage ärztlich oder pharmazeutisch nach.

  • Bei Nackenschmerzen eignet sich eine Schlafposition, in der Kopf, Nacken und Wirbelsäule möglichst in einer Linie liegen. In Rückenlage kann ein flaches Kissen helfen. In Seitenlage kann ein Nackenstützkissen sinnvoll sein. Die Bauchlage ist oft ungünstig, weil der Kopf seitlich gedreht ist.

  • Nackenschmerzen bei einer Erkältung oder Grippe können durch Muskelanspannung, Kopf- und Gliederschmerzen oder längere Bettruhe entstehen. Der Körper ist während eines Infekts oft insgesamt angespannter. Meist bessern sich diese Beschwerden wieder, wenn der Infekt abklingt.

Quellen und Fußnoten

Quellen

Fußnoten

  1. 1: El-Allawy A, Hecht N, Luedtke K, Schleicher P, Weidner N, Kötter T. Clinical Practice Guideline: Nonspecific Neck Pain. Dtsch Arztebl Int. 2025;122(20):552-557. doi:10.3238/arztebl.m2025.0119