Ischias

Eine junge Frau mit Brille sitzt am Schreibtisch vor ihrem PC und haelt sich vor Schmerzen an den Ruecken

Schmerzen im unteren Rücken, die über die Hüfte bis in den Fuß ausstrahlen und mitunter mit Kribbeln, Taubheit und sogar Lähmungserscheinungen im Bein einhergehen: Der Ischiasnerv kann uns ganz schön zu schaffen machen. Was genau ist eine Ischialgie und welche Ursachen können dahinter stecken? Wie können Sie eine Ischiasreizung behandeln und die Schmerzen schnell lindern? Wir verraten es Ihnen.

Ischias: Das sollten Sie wissen

  • Ischiasschmerzen (Ischialgie) entsteht durch Reizung, Quetschung oder Entzündung des Ischiasnervs, des größten Nervs vom Rückenmark in der Lendenwirbelsäule bis zu den Füßen
  • Ischialgie ist nicht nur ein eigenständiges Krankheitsbild, sie kann auch als Begleiterscheinung anderer Erkrankungen oder Störungen auftauchen (z. B. Bandscheibenvorfall oder Piriformis-Syndrom)
  • Zu den Leitsymptomen eines gereizten, eingeklemmten oder entzündeten Ischiasnervs gehören einseitige einschießende, elektrisierende Schmerzen im unteren Rücken, die über das Gesäß und die Hüfte bis in ein Bein ausstrahlen können
  • In den meisten Fällen klingt eine Ischialgie innerhalb weniger Tage von allein ab, eine Schädigung des Nervs kann sich allerdings in dumpfen Schmerzen zeigen, die bis zu 6 Wochen und länger anhalten können
  • Die Behandlung eines „Ischias“ umfasst u. a. Maßnahmen wie Rückenübungen, Thermotherapie, Schmerzmedikation und die Stufenlagerung
  • Vorbeugen lässt sich eine Ischialgie u. a. mit regelmäßiger Bewegung, ergonomische Gestaltung der Arbeits- und Schlafstätte sowie Entspannungsübungen und einem Training, das die Rumpfmuskulatur stärkt, dehnt und lockert

Ischias: Was ist das eigentlich?

Schnell hat man den Schuldigen identifiziert, wenn sich heftige Rückenschmerzen über das Gesäß in ein Bein ziehen und für Steifheit sorgen: Es ist der Ischias. Doch was bedeutet „Ischias“ eigentlich? Und ist tatsächlich immer der Ischiasnerv für die Beschwerden verantwortlich?

Echte Ischiasbeschwerden (Ischialgie) können – im wahrsten Sinne des Wortes – ausgesprochen nervig sein. Denn sie beschreiben die meist sehr schmerzhafte Reaktion des Ischiasnervs (Nervus ischiadicus) auf eine Reizung. Als längster und dickster Nerv unseres Körpers tritt er an verschiedenen Stellen im unteren Bereich der Lendenwirbelsäule und des Kreuzbeins (genau genommen zwischen dem vierten Lendenwirbel/L4 und dem zweiten Kreuzbeinwirbel/S2) aus dem Rückenmark aus und verläuft über das Gesäß, das Becken und die Hinterseite der Oberschenkel bis hin zum Knie, wo er sich in zwei weitere Nervenäste verzweigt und bis zum Fuß hinunter führt.

Seine Aufgabe: Er verbindet die Beinmuskulatur mit dem Gehirn und leitet Befehle und Empfindungen über das Rückenmark weiter. Bei einer Kompression (Quetschung) oder Entzündung einer seiner Nervenwurzeln z. B. durch einen Bandscheibenvorfall oder eine -vorwölbung kommt es häufig zu den charakteristischen neuropathischen Schmerzen (Nervenschmerzen oder Neuralgie), die bei einer Ischialgie als so „nervig“ (z. B. einschießend und elektrisierend) wahrgenommen werden.

  • Ischialgie oder Lumboischialgie?

    Die Symptome beider Krankheitsbilder sind vergleichbar. Während jedoch bei einer reinen Ischialgie nur der Ischiasnerv betroffen ist, sind bei einer Lumboischialgie mehrere Nerven im Bereich der Lendenwirbelsäule beteiligt.
  • Ischialgie oder Hexenschuss?

    Ein Hexenschuss (Lumbalgie) kann ähnliche Begleiterscheinungen wie eine Ischialgie haben, strahlt jedoch nur manchmal in angrenzende Regionen aus. Die Ursache einer Lumbalgie liegt meistens in einer Muskelverspannung. Manchmal treten beide Krankheitsbilder gemeinsam auf.

Ischias: Ursachen und Auslöser

Plötzlich auftretende Ischiasschmerzen werden häufig durch eine falsche Bewegung ausgelöst. Hinter einer schmerzhaften Reizung oder Schädigung des Ischiasnervs (durch Druck, Quetschung oder Entzündung) stecken jedoch in der Regel Ursachen, die schon länger andauern können. Dazu gehören:
  • Rückenverspannungen aufgrund von anhaltenden Fehlhaltungen und -belastungen, Übergewicht und Bewegungsmangel 
  • Bandscheibenvorfall (Prolaps) oder Bandscheibenvorwölbung (Protrusion)
  • Piriformis-Syndrom (Quetschung des Ischiasnervs durch den Piriformismuskel/Musculus piriformis)
  • Spinalkanalstenose (Einengung des Nervenkanals) oder Neuroforamenstenose (Einengung der Nervenaustrittsöffnungen) 
  • Weitere degenerative Veränderungen der Wirbelsäule (z. B. Arthrose oder Osteoporose)
  • Wirbelgleiten (Spondylolisthesis)
  • Blutergüsse und Schwellungen aufgrund einer Verletzung oder nach einer Operation
  • Entzündungen der Nervenwurzel des Ischiasnervs (z. B. durch Infektionskrankheiten wie Borreliose oder Gürtelrose)
  • Schwangerschaft und Geburt
  • Diabetes mellitus 
  • entzündliche rheumatische Erkrankungen
  • Abszesse
  • Tumoren/Metastasen

Übrigens: Stress, Angst, Einsamkeit, Depressionen und andere psychische Herausforderungen können Ischiasschmerzen verstärken bzw. durch einen fortdauernd hohen Muskeltonus (Spannungszustand von Muskeln) eine Ischialgie begünstigen. 

Ischias: Symptome

Die Ischialgie ist nicht nur ein eigenständiges Krankheitsbild, sondern tritt häufig als Symptom eines Bandscheibenvorfalls, einer Bandscheibenvorwölbung oder einer Muskelverspannung (z. B. dem Piriformis-Syndrom) auf. Ist der Ischiasnerv eingeklemmt, gereizt oder entzündet, kann es zu folgenden Begleiterscheinungen kommen:  
  • Meist plötzlich einschießende, elektrisierende, brennende, reißende oder stechende neuropathische Schmerzen 
  • Ausstrahlung: Schmerzen die sich vom unteren Rücken bis in Gesäß, Hüfte, Oberschenkel, Knie, Schienbein und Fuß ziehen können (in der Regel einseitig)
  • Eingeschränkte Beweglichkeit in Rücken, Hüfte und Bein
  • Unbewusste Einnahme einer Schonhaltung und Gangstörungen
  • Schmerzverstärkung bei Bewegung sowie beim Niesen und Husten 
  • Schmerzverstärkung nachts (vor allem, wenn eine Ischiasentzündung vorliegt)
  • Empfindungsstörungen (Parästhesien wie Kribbeln oder Taubheitsgefühle in den Beinen) 
  • Neurologische Ausfallerscheinungen (z. B. Lähmungserscheinungen der Muskulatur in den Beinen)
  • Selten: Harn- und/oder Stuhlinkontinenz 
Ein dunkelhaariger Mann liegt auf der Seite im Bett, wobei er sich mit einem Arm abstuezt und mit dem anderen sich vor Schmerzen an der unteren Ruecken fasst

Ischias: Dauer und Verlauf

Ein akuter Ischiasschmerz, der aufgrund einer kurzfristigen Verspannung im unteren Rücken auftritt, klingt in den meisten Fällen nach wenigen Tagen von allein ab. Ist der Nerv jedoch entzündet oder wird über einen längeren Zeitraum gequetscht, kann ein dumpfer oder ziehender Schmerz im unteren Rücken und in den angrenzenden Körperregionen bis zu sechs Wochen oder länger anhalten. 

Wann und von welchen Ärzt:innen sollte eine Ischialgie abgeklärt werden?

Dauern die Beschwerden länger als sechs Wochen an, bei Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall und/oder wenn es zu einer schwerwiegenden Symptomatik mit neurologischen Ausfallerscheinungen wie Lähmungen und Inkontinenz oder anhaltenden Empfindungsstörungen kommt, sollten Sie den „Ischias“ unbedingt ärztlich abklären lassen.

Dabei sollte u. a. geklärt werden, ob tatsächlich nur der Ischiasnerv oder auch andere Nervenwurzeln beeinträchtigt sind. Fachärzt:innen aus den Bereichen der Orthopädie, Sportmedizin, Neurochirurgie und Neurologie können anhand verschiedener Untersuchungen bestimmen, welche Nerven und Körperareale betroffen sind und welche Ursachen den Beschwerden zugrunde liegen. 

Ischias: Was tun?

Vor einer (Selbst-)Behandlung sollten Sie grundsätzlich die Ursache der Beschwerden ärztlich abklären lassen: Liegen den Ischiasschmerzen unspezifische (z. B. Muskelverspannungen) oder spezifische Gründe (z. B. ein Bandscheibenvorfall oder Rheuma) zugrunde? An dieser Diagnose orientiert sich die Therapie der Ischialgie. 

Vor allem bei verspannungsbedingten Kreuzschmerzen können Sie auf bewährte (Haus-)Mittel setzen, die die Muskulatur lockern und die Regeneration des betroffenen Gewebes fördern. Auch bei ernsthafteren Ursachen wie einem Bandscheibenvorfall können verschiedene nicht-medizinische (alternative) Maßnahmen zur Schmerzlinderung und damit zur Entspannung des Ischiasnervs beitragen. Diese sollten allerdings vorher mit den behandelnden Ärzt:innen abgestimmt werden, um die schulmedizinische Therapie und den Heilungsverlauf nicht ungünstig zu beeinflussen. Dies gilt insbesondere auch bei bekannten Grunderkrankungen wie Diabetes oder Rheuma sowie „Ischias“ in der Schwangerschaft.

Wärme- und Kältetherapie

Eines der populärsten Hausmittel bei Rückenschmerzen sind Wärmeanwendungen wie Wärmepflaster, Wärmflasche, Infrarot, Fangopackungen oder Sauna. Treten die Ischiasschmerzen infolge einer muskulären Verspannung auf, kann Wärme durchaus angezeigt sein, um den Nerv und das ihn umgebende Gewebe zu beruhigen und die Muskelregeneration durch eine Aktivierung der Durchblutung anzuregen.

Die Wärmeumschläge ThermaCare bei Rückenschmerzen eignen sich besonders gut für eine Alltagsanwendung, da sie diskret unter der Kleidung getragen werden können und dort bis zu 8 Stunden lang eine konstante Wärme von ca. 40 °C direkt in das Gewebe abgeben.

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Ist die Ischialgie durch eine Entzündung oder Verletzung des Nervs entstanden? Dann sollten Sie es mit Kälte versuchen. Denn Kälteanwendungen verringern die Durchblutung, Schwellung und Schmerzwahrnehmung. Für die Kältetherapie eignen sich Coolpads, Eiskompressen, Kältesprays, Eisbäder oder kühlende Schmerzgele (z. B. das Schmerzgel von ThermaCare)(Pflichttext), die direkt an der schmerzenden Stelle aufgetragen werden. 

Ganz gleich, ob Sie auf Wärme oder Kälte setzen: Sollte eine thermotherapeutische Anwendung unangenehm werden, brechen Sie diese bitte ab und fragen Sie in Ihrer Arztpraxis nach Alternativen.  

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Manuelle Therapie

Häufig kann bei einer Ischialgie eine manuelle Therapie Schmerzlinderung verschaffen und zu einer Vergrößerung der Mobilität beitragen. Mit diesen Methoden können erfahrene Physiotherapeut:innen über Druck auf Triggerpunkte Muskelverspannungen und verklebte Faszien lockern sowie Gelenke und Wirbel korrigieren, sodass ein eingeklemmter Ischiasnerv unter Umständen gelöst werden und sich regenerieren kann:
  • Chiropraktik
  • Osteopathie
  • Akupunktur/Akupressur
  • Massage 
  • Wirbelsäulentherapie nach Dorn

Weitere Tipps und Hausmittel bei Ischias

Auch diese Maßnahmen und Hausmittel können lindernd auf schmerzhafte Ischiasbeschwerden wirken:
  • Stufenlagerung
  • Reizstromtherapie (TENS)
  • Ultraschalltherapie
  • Heilbäder (z. B. Kreidebad, Solebad oder Anwendungen in schwefelhaltigem Wasser) 
  • Orthopädische Einlagen (z. B. bei einer Beckenschiefstellung)
  • Kinesiotaping und Orthesen (Rückenbandagen und Stützverbände)
  • Druckpunktmassage mit Faszienrollen/-kugeln und Massagebällen
  • Essigwasser-Kartoffel-Kur
  • Einreibung der betroffenen Bereiche mit entspannenden oder durchblutungsfördernden Ölen (z. B. Lavendel-, Thymian- oder Rosmarinöl) oder einer halbierten Zwiebel
  • Kneippsche Güsse (Achtung: Bei Ischialgie kann ein Schenkelguss die Symptomatik zunächst verschlimmern, bei Schmerzen bitte abbrechen.)

Schmerzmittel und andere Medikamente

Unabhängig von der Diagnose sollte ein starker Ischiasschmerz zumindest kurzfristig medikamentös gelindert werden, wenn keine Gründe (z. B. Schmerzmittelunverträglichkeit  oder Arzneimittelabhängigkeit) dagegensprechen. So kann den Betroffenen temporär aus der Schonhaltung herausgeholfen werden, sodass sie fähig sind, sich selbst zu mobilisieren und die Wirbelsäule in ihre natürliche Aufrichtung zu bringen. Außerdem muss verhindert werden, dass die Nervenschmerzen chronisch werden und sich ein Schmerzgedächtnis entwickelt.

Die Gabe der Schmerzmittel sollte sich an der Heftigkeit und Dauer der Schmerzen sowie an der Verträglichkeit orientieren. Zunächst können bei Ischiasschmerzen sogenannte Nicht-Opioid-Schmerzmittel wie nichtsteroidale Antirheumatika (z. B. Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen) oder Analgetika (z. B. Paracetamol) zum Einsatz kommen.

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Sind diese nicht wirksam genug, können stärkere Schmerzmittel in Form von schwachen Opioiden sowie bei starken Muskelverspannungen auch Muskelrelaxanzien verschrieben werden. Erst, wenn diese auch keine Linderung mehr verschaffen, werden hochdosierte Opioide eingesetzt. Da diese Medikamente starke Nebenwirkungen und ein hohes Suchtrisiko haben, sollten sie nur kurzzeitig und unter einer engmaschigen ärztlichen Kontrolle angewendet werden. 

Entzündungshemmende Wirkstoffe wie Kortison oder Steroide können oral eingenommen oder als Spritze direkt in das gereizte Gewebe gegeben werden, versprechen bei Ischialgie aber nur kurzfristige Erfolge.

Bei chronischen Beschwerden, z. B. wenn ein langwieriger Bandscheibenvorfall oder eine andere Degenerationserscheinung der Wirbelsäule der Ischialgie zugrunde liegt, kann auch der schmerzlindernde und stimmungsaufhellende Effekt bestimmter Antidepressiva (z. B. trizyklische Antidepressiva) für die längerfristige Schmerzbekämpfung genutzt werden.

Übungen gegen Ischias

Ischiasschmerzen können die Bewegungsfähigkeit zwar extrem einschränken, dennoch sollten Sie sich mit „Ischias“ nicht sofort und für unbestimmte Zeit aufs Sofa legen (und wenn doch, dann am besten mit Stufenlagerung). Egal, ob Verspannungen, ein Bandscheibenvorfall oder andere degenerative Prozesse in der Wirbelsäule die Schmerzen auslösen, sollte die Muskulatur in Rücken, Gesäß, Hüfte und Beinen schnell wieder mobilisiert werden. Denn nur mit ausreichender Bewegung entkommen Sie auf Dauer einer einschränkenden Schonhaltung und den daraus resultierenden Schmerzen. 

Mit den folgenden Übungen können Sie die Muskeln im unteren Rücken gezielt lockern und dehnen, sodass sich Verspannungen, die auf den Nerv drücken, und möglicherweise auch der Ischiasnerv selbst lösen lassen.

Achtung: Bei einem Bandscheibenvorfall und anderen schwerwiegenden organischen Ursachen für die Ischialgie sollten Sie vor dem Training Ihre behandelnden Orthopäd:innen oder Physiotherapeut:innen befragen, ob und in welchem Maße Sie sportlich aktiv sein dürfen. 

Hilfe bei einem gereizten Ischiasnerv

Der Piriformismuskel liegt unter dem großen Gesäßmuskel und verbindet das Kreuzbein mit dem Oberschenkelknochen. Je nach Sitzposition oder Beanspruchung der Muskulatur kann dieser Muskel verkrampfen und auf den Ischiasnerv im Gesäß drücken, der dadurch gereizt wird: Es entstehen stechende oder ziehende Schmerzen, die bis in ein Bein ausstrahlen können. Mit dieser einfachen Übung können Sie die Schmerzen schnell lindern und Überspannungen vorbeugen.

  • Schritt-für-Schritt-Anleitung anzeigen

    Schritt 1
    Gehen Sie in den Vierfüßlerstand.

    Schritt 2
    Heben Sie ein Bein so an, dass es ausgestreckt in der Luft schwebt. 

    Schritt 3
    Schieben Sie den Oberkörper ein wenig nach vorne und verlagern das Körpergewicht zur schmerzenden Gesäßseite, also nach links oder rechts. Versuchen Sie, diese Dehnung für einige Sekunden zu halten. 

    Schritt 4
    Wenn Sie diese Übung intensivieren möchten, heben und senken Sie die Gesäßhälfte in Richtung Standbein, indem Sie sie anspannen und lockerlassen. Dadurch wird der Piriformismuskel gezielt trainiert und Sie können die Schmerzen, die durch den gereizten Ischiasnerv ausgelöst werden, lindern.  

Übungsprogramm gegen Ischias:

Ischias: Was hilft sofort?

Wer „Ischias“ hat, möchte die damit assoziierten unangenehmen Nervenschmerzen schnell wieder loswerden. Eine rasche Linderung können Sie mit einer Kombination aus Lockerungs- und Dehnungsübungen für den unteren Rücken, therapeutischen Wärme- oder Kälteanwendungen (je nachdem, was Sie als angenehmer empfinden) und kurzfristiger Schmerzmedikation erreichen. 

Erfahrene Physiotherapeuten können mit einer vorsichtig eingesetzten manuellen Therapie (z. B. medizinischer Massage, Chiropraktik oder Osteopathie) schnell muskuläre Rückenverspannungen lockern sowie Gelenke und Wirbel deblockieren, um den Ischiasnerv zu lösen. Bei heftigen Schmerzen und starken Bewegungseinschränkungen kann eine entzündungshemmende und schmerzstillende Spritze zwischen die Rückenmarkshäute bzw. in der Nähe der betroffenen Nervenwurzel für kurzfristige Linderung sorgen. Diese Spritzentherapie wird von Orthopäd:innen und Neurochirurg:innen angeboten.

Wie kann ich Ischiasschmerzen vorbeugen?

Kommt es immer wieder zu einer Reizung des Ischiasnervs oder sind die Schmerzen chronisch geworden, sollten Sie darüber nachdenken, wie Sie Ihren Alltag insgesamt rückenfreundlicher gestalten können. Mit den folgenden Maßnahmen und Verhaltenstipps können Sie präventiv gegen Ischiasbeschwerden und Rückenschmerzen vorgehen:
  • Regelmäßige rückengerechte Bewegung (z. B. Nordic Walking, Rückenschwimmen oder Yoga)
  • Stärkung der Rumpfmuskulatur durch Krafttraining/Gymnastik/Rückenschule 
  • Einrichtung eines ergonomischen Arbeitsplatzes
  • Fokus auf rückenfreundliches Schlafen (z. B. in einer rückengerechten Schlafposition und mit einer auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmten Bettausstattung)
  • Regelmäßiges Praktizieren einer aufrechten Körperhaltung und einer dynamischen Sitztechnik
  • Maßnahmen zur Stressbewältigung, wie z. B. regelmäßige Entspannungsübungen, kognitive Verhaltenstherapie (KVT) und Hypnosetherapie (zur nachhaltigen Verbesserung der Schmerzwahrnehmung bei chronischen Schmerzen) 
  • Ergo- und Physiotherapie (z. B. zum Erlernen einer rückengerechten Körperhaltung beim Arbeiten oder Tragen von schweren Gegenständen)
  • Stilltraining und Anleitung zum korrekten Tragen eines Babys
  • Fokus auf eine gesunde, nährstoffreiche Ernährung

Ischialgie in und nach der Schwangerschaft

Wenn sich im Laufe einer Schwangerschaft die Körperhaltung verändert, um das höhere Eigengewicht und das des Kindes besser tragen zu können, nehmen Schwangere häufig eine Fehlhaltung (z. B. ein Hohlkreuz) ein. Kommen dann noch eine zunehmende Unbeweglichkeit, Druck auf den Ischiasnerv oder die untere Hohlvene durch die Gebärmutter und ein hormonell bedingter Stabilitätsverlust der Wirbelsäule hinzu, kann es schnell zu Rückenschmerzen in Form z. B. einer Ischialgie kommen. 


Auch eine natürliche Geburt kann zu einer Reizung des Ischiasnervs führen. Und das Leben mit Baby und Kleinkind ist ebenfalls sehr herausfordernd für den Rücken.
das höhere Eigengewicht und das des Kindes besser tragen zu können, nehmen Schwangere häufig eine Fehlhaltung (z. B. ein Hohlkreuz) ein. Kommen dann noch eine zunehmende Unbeweglichkeit, Druck auf den Ischiasnerv oder die untere Hohlvene durch die Gebärmutter und ein hormonell bedingter Stabilitätsverlust der Wirbelsäule hinzu, kann es schnell zu Rückenschmerzen in Form z. B. einer Ischialgie kommen. 

Fragen und Antworten

  • Wirkt Wärme oder Kälte besser bei Ischias?

    Bei verspannungsbedingten Ischiasschmerzen können wärmende Anwendungen zu einer Lockerung und Entspannung der Muskulatur beitragen. Ist jedoch eine Entzündung des Ischiasnervs oder ein akuter Bandscheibenvorfall für die Schmerzen verantwortlich, können kühlende Anwendungen besser geeignet sein, um die Durchblutung, Schwellung und Schmerzwahrnehmung zu reduzieren. Lassen Sie sich vor einer thermotherapeutischen Behandlung ärztlich beraten.

  • Ischias in der Schwangerschaft: was tun?

    Ischiasschmerzen in der Schwangerschaft treten häufig auf. Um die Beschwerden zu lindern, können bei einem komplikationslosen Verlauf der Schwangerschaft niedrig dosierte Schmerzmittel mit Paracetamol, Wärme- oder Kälteanwendungen sowie Rückenübungen zum Einsatz kommen. Bitte klären Sie vorher gynäkologisch ab, welche Arzneimittel und Therapieoptionen für Sie in Frage kommen.
  • Welche Ärztin/welcher Arzt behandelt Ischiasschmerzen?

    Bei Ischiasschmerzen können Orthopäd:innen, Sportmediziner:innen, Neurolog:innen und Neurochirurg:innen weiterhelfen.
  • Wie lange dauern Ischiasschmerzen?

    Ein akuter Ischiasschmerz, der aufgrund einer kurzfristigen Verspannung im unteren Rücken oder eines Piriformis-Syndroms auftritt, klingt in den meisten Fällen nach wenigen Tagen von allein ab. Ist der Nerv jedoch entzündet oder wird über einen längeren Zeitraum gequetscht, kann ein dumpfer oder ziehender Schmerz im unteren Rücken und in den angrenzenden Körperregionen bis zu sechs Wochen oder länger anhalten

  • Wo befindet sich der Ischiasnerv?

    Der Ischiasnerv (Nervus ischiadicus) ist der längste und dickste Nerv unseres Körpers. Er tritt an verschiedenen Stellen im Bereich der Lendenwirbelsäule und des Kreuzbeins aus dem Rückenmark aus und verläuft über das Gesäß, das Becken, die Hinterseite der Oberschenkel bis hin zum Knie, wo er sich in zwei weitere Nervenäste verzweigt und bis zum Fuß hinunter führt.
  • Welches Schmerzmittel wirkt bei Ischiasschmerzen?

    Bei leichten Ischiasschmerzen helfen herkömmliche Schmerzmittel mit Wirkstoffen wie Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen oder Paracetamol.
    Bei stärkeren Schmerzen und Bewegungseinschränkungen können Ärzt:innen auch stärkere Arzneimittel wie Muskelrelaxanzien und Opioide verschreiben. 
    Entzündungshemmende Wirkstoffe wie Kortikoide (Cortison) können oral eingenommen oder als Spritze direkt in das gereizte Gewebe gegeben werden.
  • Wie viele Ischiasnerven hat ein Mensch?

    Jeder Mensch hat einen Ischiasnerv, der im Rückenmark der unteren Wirbelsäule entspringt und sich von dort aus in das rechte und das linke Bein zieht. Auf der Höhe des Knies teilt sich der Ischiasnerv in zwei Hauptäste, den Fibularis- oder Peroneusnerv und den Tibialisnerv.
  • Woran erkennt man Ischiasschmerzen?

    Ischiasschmerzen erkennt man am charakteristischen Leitsymptom: einseitige einschießende, elektrisierende Schmerzen im unteren Rücken, die über das Gesäß und die Hüfte bis in ein Bein ausstrahlen können. Meist kommt es dabei auch zu einer Bewegungseinschränkung, Schonhaltung und Gangstörung.
  • Was ist die beste Schlafposition bei Ischialgie?

    Bei Ischialgie empfiehlt es sich, in der Rückenlage ohne oder mit einem flachen Kopfkissen zu schlafen, um die verkrampfte und verkürzte Muskulatur um den Ischiasnerv herum zu dehnen. 
    Bei starken Ischiasschmerzen im Lendenwirbelbereich hilft auch die Stufenlagerung