Ischiasschmerzen (Ischialgie)

Eine junge Frau mit Brille sitzt am Schreibtisch vor ihrem PC und haelt sich vor Schmerzen an den Ruecken

Schmerzen im unteren Rücken, die über die Hüfte bis in den Fuß ausstrahlen und mitunter mit Kribbeln, Taubheit und sogar Lähmungserscheinungen im Bein einhergehen: Der Ischiasnerv kann uns ganz schön zu schaffen machen. Näheres zu den Ursachen und zur Linderung verraten wir dir im Folgenden.

Ischias: Das sollten Sie wissen

  • Ischiasschmerzen entstehen aufgrund einer Reizung, Quetschung oder Entzündung des Ischiasnervs
  • Sie können auch als Begleiterscheinung anderer Erkrankungen oder Störungen auftauchen
  • Zu den Leitsymptomen gehören einseitige einschießende, elektrisierende Schmerzen im unteren Rücken, die über das Gesäß und die Hüfte bis in ein Bein ausstrahlen können
  • In den meisten Fällen klingt eine Ischialgie innerhalb weniger Tage ab
  • Unterstützend können Wärmeumschläge, z. B. ThermaCare bei Rückenschmerzen, die Schmerzen lindern
  • Weitere Maßnahmen sind u. a. Rückenübungen und Schmerzmedikation

Produktübersicht

  • Wärmeauflagen gegen Ischiasschmerzen entdecken

    ThermaCare Wärmeumschläge unterstützen Sie dabei, verspannungsbedingte Ischiasschmerzen zu lindern.

    *Weiter zur Apotheke Ihrer Wahl über ApoNow GmbH.

Ischias: Was ist das eigentlich?

Schnell hat man den Schuldigen identifiziert, wenn sich heftige Rückenschmerzen über das Gesäß in ein Bein ziehen und für Steifheit sorgen: Es ist der Ischias. Doch was bedeutet „Ischias“ eigentlich? Und ist tatsächlich immer der Ischiasnerv für die Beschwerden verantwortlich?

Echte Ischiasbeschwerden (Ischialgie) können – im wahrsten Sinne des Wortes – ausgesprochen nervig sein. Denn sie beschreiben die meist sehr schmerzhafte Reaktion des Ischiasnervs (Nervus ischiadicus) auf eine Reizung.

Als längster und dickster Nerv unseres Körpers tritt er an verschiedenen Stellen im unteren Bereich der Lendenwirbelsäule und des Kreuzbeins (genau genommen zwischen dem vierten Lendenwirbel/L4 und dem zweiten Kreuzbeinwirbel/S2) aus dem Rückenmark aus und verläuft über das Gesäß, das Becken und die Hinterseite der Oberschenkel bis hin zum Knie, wo er sich in zwei weitere Nervenäste verzweigt und bis zum Fuß hinunterführt. 

Illustration der Beine zur Veranschaulichung des Ischiasnerv

Die Aufgabe des Ischiasnervs: Er verbindet die Beinmuskulatur mit dem Gehirn und leitet Befehle und Empfindungen über das Rückenmark weiter. Bei einer Kompression (Quetschung) oder Entzündung einer seiner Nervenwurzeln z. B. durch einen Bandscheibenvorfall oder eine -vorwölbung kommt es häufig zu den charakteristischen neuropathischen Schmerzen (Nervenschmerzen oder Neuralgie), die bei einer Ischialgie als so „nervig“ (z. B. einschießend und elektrisierend) wahrgenommen werden.

  • Ein Hexenschuss, bzw. eine ISG-Blockade, kann ähnliche Begleiterscheinungen wie eine Ischialgie haben, strahlt jedoch nur manchmal in angrenzende Regionen aus und gilt als “Pseudoischalgie”. Die Ursache einer Lumbalgie liegt meistens in einer Muskelverspannung.

Was sind die Ursachen und Auslöser einer Ischialgie?

Hinter einer schmerzhaften Reizung oder Schädigung des Ischiasnervs (durch Druck, Quetschung oder Entzündung) stecken in der Regel Ursachen, die schon länger andauern können.

Dazu gehören:

  • Rückenverspannungen aufgrund von anhaltenden Fehlhaltungen und -belastungen, Übergewicht und Bewegungsmangel 
  • Bandscheibenvorfall (Prolaps) oder Bandscheibenvorwölbung (Protrusion)
  • Piriformis-Syndrom (Quetschung des Ischiasnervs durch den Piriformismuskel/Musculus piriformis)
  • Spinalkanalstenose (Einengung des Nervenkanals) oder Neuroforamenstenose (Einengung der Nervenaustrittsöffnungen) 
  • Weitere degenerative Veränderungen der Wirbelsäule (z. B. Arthrose oder Osteoporose)
  • Wirbelgleiten (Spondylolisthesis)
  • Entzündungen der Nervenwurzel des Ischiasnervs (z. B. durch Infektionskrankheiten wie Borreliose oder Gürtelrose)
  • Schwangerschaft und Geburt
  • Diabetes mellitus 
  • entzündliche rheumatische Erkrankungen
  • Tumoren/Metastasen

Übrigens: Wir wissen inzwischen, dass psychische Herausforderungen wie:

  • Stress
  • Angst
  • Einsamkeit
  • Depressionen

Ischiasschmerzen verstärken bzw. durch einen fortdauernd hohen Muskeltonus (Spannungszustand von Muskeln) eine Ischialgie begünstigen können.

Was sind die Symptome einer Ischialgie?

Die Ischialgie ist nicht nur ein eigenständiges Krankheitsbild, sondern tritt häufig als Symptom eines Bandscheibenvorfalls in der Lendenwirbelsäule oder einer Muskelverspannung (z. B. dem Piriformis-Syndrom) auf. 

Ist der Ischiasnerv gereizt oder entzündet (umgangssprachlich: eingeklemmt), beobachten wir folgende Begleiterscheinungen:
  • Plötzlich einschießende, elektrisierende, brennende, reißende oder stechende neuropathische Schmerzen
  • Ausstrahlung: Schmerzen, die sich vom unteren Rücken bis in Gesäß, Hüfte, Oberschenkel, Knie, Schienbein und Fuß ziehen können (in der Regel einseitig)
  • Eingeschränkte Beweglichkeit in Rücken, Hüfte und Bein
  • Unbewusste Einnahme einer Schonhaltung und Gangstörungen
  • Schmerzverstärkung bei Bewegung, beim Niesen, Husten sowie nachts
  • Empfindungsstörungen (Parästhesien wie Kribbeln oder Taubheitsgefühle in den Beinen)
  • Neurologische Ausfallerscheinungen (z. B. Lähmungserscheinungen der Muskulatur in den Beinen)
  • Selten: Harn- und/oder Stuhlinkontinenz
Ein dunkelhaariger Mann liegt auf der Seite im Bett, wobei er sich mit einem Arm abstuezt und mit dem anderen sich vor Schmerzen an der unteren Ruecken fasst

Einseitige Beschwerden im unteren Rücken können auf Ischiasbeschwerden hindeuten

Wie lange dauert eine Ischialgie?

Ein akuter Ischiasschmerz, der aufgrund einer kurzfristigen Verspannung im unteren Rücken auftritt, kann in den meisten Fällen nach wenigen Tagen von allein abklingen.
 
Ist der Nerv jedoch entzündet oder wird über einen längeren Zeitraum irritiert, kann ein dumpfer oder ziehender Schmerz im unteren Rücken und in den angrenzenden Körperregionen bis zu sechs Wochen oder länger anhalten.

Wann und von welchen Ärzt:innen sollte “Ischias” abgeklärt werden?

Bitte hole Rat beim Hausarzt oder bei der Hausärztin ein bei:

  • Beschwerden, die länger als sechs Wochen andauern
  • Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall
  • neurologischen Ausfallerscheinungen wie Lähmungen und Inkontinenz
  • anhaltenden Empfindungsstörungen

Fachärzt:innen aus den Bereichen der Orthopädie, Sportmedizin, Neurochirurgie und Neurologie können anhand verschiedener Untersuchungen bestimmen, welche Ursachen den Beschwerden zugrunde liegen.

Ischias: Was tun?

Vor einer (Selbst-)Behandlung solltest du grundsätzlich die Ursache der Beschwerden ärztlich abklären lassen: Liegen den Ischiasschmerzen unspezifische (z. B. Muskelverspannungen) oder spezifische Gründe (z. B. ein Bandscheibenvorfall) zugrunde? An dieser Diagnose orientiert sich die Therapie der Ischialgie.  

Vor allem bei verspannungsbedingten Kreuzschmerzen kannst du bewährte (Haus-)Mittel, wie Wärme, Bewegung und Massage, einsetzen, die die Muskulatur lockern und die Regeneration des betroffenen Gewebes fördern. 

Auch bei ernsthafteren Ursachen wie einem Bandscheibenvorfall können verschiedene nicht-medizinische (alternative) Maßnahmen zur Schmerzlinderung und damit zur Entspannung des Ischiasnervs beitragen. Diese solltest du allerdings vorher mit den behandelnden Ärzt:innen abstimmen, um die schulmedizinische Therapie und den Heilungsverlauf nicht ungünstig zu beeinflussen. Dies gilt insbesondere auch bei bekannten Grunderkrankungen wie Diabetes oder Rheuma sowie „Ischias“ in der Schwangerschaft.

Was hilft bei Ischias, Wärme- oder Kältetherapie?

Eines der populärsten Hausmittel bei Rückenschmerzen sind Wärmeanwendungen wie Wärmepflaster, Wärmflasche, Infrarot, Fangopackungen oder Sauna. 

Treten die Ischiasschmerzen infolge einer muskulären Verspannung auf, empfehlen wir dir, mit Wärmetherapie den Nerv und das ihn umgebende Gewebe zu beruhigen und die Muskelregeneration durch eine Aktivierung der Durchblutung anzuregen.

Die Wärmeumschläge ThermaCare bei Rückenschmerzen eignen sich besonders gut für eine Alltagsanwendung, da sie diskret unter der Kleidung getragen werden können und dort bis zu 8 Stunden lang eine konstante Wärme von ca. 40 °C direkt in das Gewebe abgeben und bis zu 16 Stunden Schmerzlinderung ermöglichen. 

Produktübersicht

  • ThermaCare bei Rückenschmerzen

    zur Behandlung von Verspannungen und Schmerzen im unteren Rückenbereich

    *Weiter zur Apotheke Ihrer Wahl über ApoNow GmbH.

Ist die Ischialgie durch eine Entzündung oder Verletzung des Nervs entstanden? Dann solltest du es mit Kälte versuchen. Denn Kälteanwendungen verringern die Durchblutung, Schwellung und Schmerzwahrnehmung. 

Für die Kältetherapie eignen sich Coolpads, Eiskompressen, Kältesprays, Eisbäder oder kühlende Schmerzgele, z. B. das Schmerzgel von ThermaCare (Pflichttext), die direkt an der schmerzenden Stelle aufgetragen werden. 

Ganz gleich, ob du auf Wärme oder Kälte setzt: Sollte eine thermotherapeutische Anwendung unangenehm werden, breche sie bitte sofort ab und erkundige dich in deiner Arztpraxis nach Alternativen.  

ischias-bild3

Welche manuellen Therapieformen helfen bei “Ischias”?

Häufig kann bei einer Ischialgie eine manuelle Therapie Schmerzlinderung verschaffen und zu einer Vergrößerung der Mobilität beitragen. 

Mit diesen Methoden können erfahrene Therapeut:innen über Druck auf Triggerpunkte Muskelverspannungen und verklebte Faszien lockern sowie Gelenke und Wirbel korrigieren, sodass ein eingeklemmter Ischiasnerv unter Umständen gelöst werden und sich regenerieren kann:
  • Chiropraktik
  • Osteopathie
  • Akupunktur/Akupressur
  • Massage 
  • Wirbelsäulentherapie nach Dorn

Welche weiteren Tipps und Hausmittel gibt es noch bei Ischias?

Leider gibt es keinen Geheimtipp bei Ischias, aber auch diese Maßnahmen und Hausmittel können lindernd auf schmerzhafte Ischiasbeschwerden wirken:
  • Stufenlagerung
  • Heilbäder (z. B. Kreidebad, Solebad oder Anwendungen in schwefelhaltigem Wasser) 
  • Orthopädische Einlagen (z. B. bei einer Beckenschiefstellung)
  • Kinesiotaping und Orthesen (Rückenbandagen und Stützverbände)
  • Druckpunktmassage mit Faszienrollen/-kugeln und Massagebällen
  • Essigwasser-Kartoffel-Kur
  • Einreibung der betroffenen Bereiche mit entspannenden oder durchblutungsfördernden Ölen (z. B. Lavendel-, Thymian- oder Rosmarinöl) oder einer halbierten Zwiebel
  • Kneippsche Güsse (Achtung: Bei Ischialgie kann ein Schenkelguss die Symptomatik zunächst verschlimmern, bei Schmerzen bitte abbrechen.)
  • Reizstromtherapie (TENS)

Können Schmerzmittel und andere Medikamente bei “Ischias” eingesetzt werden?

Unabhängig von der Diagnose solltest du einen starken Ischiasschmerz zumindest kurzfristig medikamentös lindern, wenn keine Gründe (z. B. Schmerzmittelunverträglichkeit oder Arzneimittelabhängigkeit) dagegensprechen. 

Wenn der Schmerz nicht mehr so intensiv ist, kannst du temporär aus der Schonhaltung herauskommen, dich selbst mobilisieren und deine Wirbelsäule in ihre natürliche Aufrichtung bringen. So kannst du verhindern, dass die Nervenschmerzen chronisch werden und sich ein Schmerzgedächtnis entwickelt.

Die Gabe der Schmerzmittel orientiert sich an der Heftigkeit und Dauer der Schmerzen sowie an der Verträglichkeit. Zunächst kannst du bei Ischiasschmerzen vorübergehend nichtsteroidale Antirheumatika (z. B. Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen) oder andere Schmerzmittel (z. B. Novaminsulfon) einnehmen.

ischias-bild2

Sind diese nicht wirksam genug, kann dir dein Arzt / deine Ärztin stärkere Schmerzmittel in Form von Coxiben, schwachen Opioiden sowie bei starken Muskelverspannungen auch Muskelrelaxanzien verschreiben.  Da diese Medikamente starke Nebenwirkungen und ein Suchtrisiko haben, solltest du sie nur kurzzeitig und unter einer engmaschigen ärztlichen Kontrolle anwenden.

Entzündungshemmende Wirkstoffe wie Kortison oder Steroide können oral eingenommen oder als Spritze direkt in das gereizte Gewebe gegeben werden, versprechen bei Ischialgie aber, wie wir wissen, nur kurzfristige Erfolge.

Bei chronischen Beschwerden, z.B. wenn ein langwieriger Bandscheibenvorfall oder eine andere Degenerationserscheinung der Wirbelsäule der Ischialgie zugrunde liegt, kann auch der schmerzlindernde und stimmungsaufhellende Effekt bestimmter Antidepressiva (z. B. trizyklische Antidepressiva) für die längerfristige Schmerzbekämpfung genutzt werden. 

Welche Übungen helfen gegen Ischias?

Natürlich können Ischiasschmerzen die Bewegungsfähigkeit extrem einschränken. Wir raten dir aber davon ab, dich mit „Ischias“ sofort und für unbestimmte Zeit aufs Sofa zu legen (und wenn doch, dann am besten mit Stufenlagerung). 

Denn ganz gleich, ob Verspannungen, ein Bandscheibenvorfall oder andere degenerative Prozesse in der Wirbelsäule die Schmerzen auslösen, sollte die Muskulatur in Rücken, Gesäß, Hüfte und Beinen schnell wieder mobilisiert werden. Denn nur mit ausreichender Bewegung kannst du auf Dauer einer einschränkenden Schonhaltung und den daraus resultierenden Schmerzen entkommen. 

Mit den folgenden Übungen kannst du die Muskeln im unteren Rücken gezielt lockern und dehnen, sodass sich Verspannungen, die auf den Nerv drücken, und möglicherweise auch der Ischiasnerv selbst, lösen lassen.

Übungsprogramm gegen Ischias:

Achtung: Bei einem Bandscheibenvorfall und anderen schwerwiegenden organischen Ursachen für die Ischialgie solltest du vor dem Training deine behandelnden Orthopäd:innen oder Physiotherapeut:innen befragen, ob und in welchem Maße du sportlich aktiv sein darfst. 
ÜBUNG

Hilfe bei einem gereizten Ischiasnerv

Der Piriformis-Muskel liegt unter dem großen Gesäßmuskel und verbindet das Kreuzbein mit dem Oberschenkelknochen. 

Je nach Sitzposition oder Beanspruchung der Muskulatur kann dieser Muskel verkrampfen und auf den Ischiasnerv im Gesäß drücken, der dadurch gereizt wird: Es entstehen stechende oder ziehende Schmerzen, die bis in ein Bein ausstrahlen können. 

Mit dieser einfachen Übung kannst du die Schmerzen schnell lindern und Überspannungen vorbeugen.

  • Schritt 1
    Gehe in den Vierfüßlerstand.

    Schritt 2
    Hebe ein Bein so an, dass es ausgestreckt in der Luft schwebt. 

    Schritt 3
    Schiebe den Oberkörper ein wenig nach vorne und verlagere das Körpergewicht zur schmerzenden Gesäßseite, also nach links oder rechts. Versuche, diese Dehnung für einige Sekunden zu halten. 

    Schritt 4
    Wenn du diese Übung intensivieren möchtest, hebst und senkst du die Gesäßhälfte in Richtung Standbein, indem du sie anspannst und locker lässt.

    Dadurch wird der Piriformis-Muskel gezielt trainiert und du kannst die Schmerzen, die durch den gereizten Ischiasnerv ausgelöst werden, lindern.

Ischias: Was hilft sofort?

Wer „Ischias“ hat, möchte die damit assoziierten unangenehmen Nervenschmerzen schnell wieder loswerden. Eine rasche Linderung kannst du mit einer Kombination aus Lockerungs- und Dehnungsübungen für den unteren Rücken, therapeutischen Wärme- oder Kälteanwendungen (je nachdem, was du als angenehmer empfindest) und kurzfristiger Schmerzmedikation erreichen. 

Erfahrene Physiotherapeuten können mit einer vorsichtig eingesetzten manuellen Therapie (z. B. medizinischer Massage, Chiropraktik oder Osteopathie) schnell muskuläre Rückenverspannungen lockern sowie Gelenke und Wirbel deblockieren, um den Ischiasnerv zu lösen. 

Bei heftigen Schmerzen und starken Bewegungseinschränkungen kann eine entzündungshemmende und schmerzstillende Spritze zwischen die Rückenmarkshäute bzw. in der Nähe der betroffenen Nervenwurzel für kurzfristige Linderung sorgen. Diese Spritzentherapie wird von Orthopäd:innen und Neurochirurg:innen angeboten.

Wie kann ich Ischiasschmerzen vorbeugen?

Kommt es immer wieder zu einer Reizung des Ischiasnervs oder sind die Schmerzen chronisch geworden, solltest du darüber nachdenken, wie du deinen Alltag insgesamt rückenfreundlicher gestalten kannst. 

Mit den folgenden Maßnahmen und Verhaltenstipps kannst du präventiv gegen Ischiasbeschwerden und Rückenschmerzen vorgehen:

  • Regelmäßige rückengerechte Bewegung (z. B. Nordic Walking, Rückenschwimmen oder Yoga)
  • Stärkung der Rumpfmuskulatur durch Krafttraining/Gymnastik/Rückenschule 
  • Einrichtung eines ergonomischen Arbeitsplatzes
  • Fokus auf rückenfreundliches Schlafen (z. B. in einer rückengerechten Schlafposition und mit einer auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmten Bettausstattung)
  • Regelmäßiges Praktizieren einer aufrechten Körperhaltung und einer dynamischen Sitztechnik
  • Maßnahmen zur Stressbewältigung, wie z. B. regelmäßige Entspannungsübungen, kognitive Verhaltenstherapie (KVT) und Hypnosetherapie (zur nachhaltigen
  • Verbesserung der Schmerzwahrnehmung bei chronischen Schmerzen) 
  • Ergo- und Physiotherapie (z. B. zum Erlernen einer rückengerechten Körperhaltung beim Arbeiten oder Tragen von schweren Gegenständen)
  • Stilltraining und Anleitung zum korrekten Tragen eines Babys
  • Fokus auf eine gesunde, nährstoffreiche Ernährung

Ischialgie in und nach der Schwangerschaft

Wenn sich im Laufe einer Schwangerschaft die Körperhaltung verändert, um das höhere Eigengewicht und das des Kindes besser tragen zu können, nehmen Schwangere häufig eine Fehlhaltung (z. B. ein Hohlkreuz) ein. 

Kommen dann noch eine zunehmende Unbeweglichkeit, Druck auf den Ischiasnerv oder die untere Hohlvene durch die Gebärmutter und ein hormonell bedingter Stabilitätsverlust der Wirbelsäule hinzu, kann es schnell zu Rückenschmerzen in Form z. B. einer Ischialgie kommen. 

Auch eine natürliche Geburt kann zu einer Reizung des Ischiasnervs führen. Und das Leben mit Baby und Kleinkind ist ebenfalls sehr herausfordernd für den Rücken.

Fragen und Antworten

  • Bei verspannungsbedingten Ischiasschmerzen können wärmende Anwendungen zu einer Lockerung und Entspannung der Muskulatur beitragen. 

    Ist jedoch eine Entzündung des Ischiasnervs oder ein akuter Bandscheibenvorfall für die Schmerzen verantwortlich, können kühlende Anwendungen besser geeignet sein, um die Durchblutung, Schwellung und Schmerzwahrnehmung zu reduzieren. 

    Vor einer thermotherapeutischen Behandlung solltest du dich ärztlich beraten lassen.

  • Ischiasschmerzen in der Schwangerschaft treten häufig auf. Bei einem komplikationslosen Verlauf der Schwangerschaft kannst du die Beschwerden lindern mit:
    • Rückenübungen
    • Wärme- oder Kälteanwendungen
    • niedrig dosierten Schmerzmitteln wie Paracetamol
    Bitte kläre vor der Anwendung gynäkologisch ab, welche Arzneimittel und Therapieoptionen für dich in Frage kommen.
  • Bei Ischiasschmerzen können Orthopäd:innen, Sportmediziner:innen, Neurolog:innen und Neurochirurg:innen weiterhelfen.
  • Ein akuter Ischiasschmerz, der aufgrund einer kurzfristigen Verspannung im unteren Rücken oder eines Piriformis-Syndroms auftritt, klingt meist nach wenigen Tagen von allein ab. 

    Ist der Nerv entzündet oder wird über einen längeren Zeitraum gequetscht, kann ein dumpfer oder ziehender Schmerz im unteren Rücken und in den angrenzenden Körperregionen bis zu sechs Wochen oder länger anhalten.

  • Der Ischiasnerv (Nervus ischiadicus) ist der längste und dickste Nerv unseres Körpers. 

    Er tritt an verschiedenen Stellen im Bereich der Lendenwirbelsäule und des Kreuzbeins aus dem Rückenmark aus und verläuft über Gesäß, Becken, die Hinterseite der Oberschenkel bis zum Knie, wo er sich in zwei weitere Nervenäste verzweigt und bis zum Fuß führt.
  • Bei leichten Ischiasschmerzen helfen herkömmliche Schmerzmittel mit Wirkstoffen wie Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen oder Paracetamol.

    Bei stärkeren Schmerzen und Bewegungseinschränkungen können Ärzt:innen auch stärkere Arzneimittel verschreiben. 

    Entzündungshemmende Wirkstoffe wie Kortikoide (Kortison) können oral eingenommen oder als Spritze direkt in das gereizte Gewebe gegeben werden.
  • Jeder Mensch hat zwei Ischiasnerven. Diese entspringen im Rückenmark der unteren Wirbelsäule und ziehen sich von dort aus in das rechte und das linke Bein.

    Auf der Höhe des Knies teilt sich der Ischiasnerv in zwei Hauptäste, den Fibularis- oder Peroneusnerv und den Tibialisnerv.
  • Ischiasschmerzen erkennt man am charakteristischen Leitsymptom: einseitig einschießende, elektrisierende Schmerzen im unteren Rücken, die über das Gesäß und die Hüfte bis in ein Bein ausstrahlen können. 

    Meist kommt es dabei auch zu einer Bewegungseinschränkung, Schonhaltung und Gangstörung.
  • Bei Ischialgie empfiehlt es sich, in der Rückenlage ohne oder mit einem flachen Kopfkissen zu schlafen, um die verkrampfte und verkürzte Muskulatur um den Ischiasnerv herum zu dehnen. 
    Auch die seitliche Rückenlage mit angewinkelten Beinen kann für eine Erleichterung bei Schmerzen sorgen. 

    Bei starken Ischiasschmerzen im Lendenwirbelbereich hilft auch die Stufenlagerung.

Quellen