Schmerzen im unteren Rücken

Eine Person geht auf einem Feldweg und haelt sich mit beiden Haenden den unteren Ruecken

Unsere Wirbelsäule wird anatomisch in drei Abschnitte aufgeteilt: Halswirbelsäule (HWS), Brustwirbelsäule (BWS) und Lendenwirbelsäule (LWS). Die Lendenwirbelsäule liegt, wie der Name schon sagt, im Bereich der Lenden und besteht aus 5 Lendenwirbeln und ihren Gelenken. Zwischen den einzelnen Wirbelkörpern liegen die Bandscheiben, die für die Beweglichkeit der Wirbelsäule sorgen. Bandscheiben haben einen hohen Wassergehalt und federn wie ein Puffer den Druck zwischen den Wirbelkörpern ab. Wir nehmen die LWS grob als den Bereich zwischen der untersten Rippe und der Gesäßfalte wahr. Bei Schmerzen im unteren Rücken geht es in erster Linie um Schmerzen an der Lendenwirbelsäule, auch wenn andere Bereiche der Wirbelsäule häufig am Schmerzgeschehen beteiligt sind.

Ursachen für Schmerzen im unteren Rücken

85 % der von Rückenschmerzen Betroffenen leiden unter sogenannten unspezifischen Schmerzen, also Schmerzen, für die sich keine eindeutige Ursache finden lässt. Das mag unter anderem daran liegen, dass der untere Rücken durch den aufrechten Gang, aber auch durch unseren modernen Lebensstil, bei dem viel Zeit im Sitzen verbracht wird, stark beansprucht wird. Der größte Teil der Schmerzen im unteren Rücken, z. B. an den Lendenwirbeln, entsteht durch verkürzte Muskeln und verklebte Faszien im unteren vorderen Bereich des Torsos, z. B. in der großen Muskulatur des Hüftbeugers. Der Hüftbeuger (Musculus iliopsoas) ist der Muskel, der für die Beweglichkeit der Hüfte und die Gehbewegung zuständig ist. Wenn der Mensch viel sitzt und sich ansonsten nicht viel bewegt, wird dieser Teil der Muskulatur für längere Zeit stark angespannt. Die Folgen sind Verkürzung, schlechte Durchblutung und schmerzhafte Verspannungen der Muskeln. Diese lösen im Gegenzug schmerzhafte Muskelverspannungen und Verkürzungen in der Muskulatur der Rückenstrecker aus. Wenn sich der Hüftbeuger nicht mehr strecken lässt, entwickelt der Mensch zudem häufig ein Hohlkreuz: Der Brustkorb steht nicht mehr gerade über Becken und Beinen, sondern dahinter, was zu einer starke Einwärtswölbung (Hyperlordose) des Rückens auf der Ebene der Taille führt. Die Muskulatur und die Faszien um die LWS werden dabei dauerhaft angespannt. In Folge verkürzen die Muskeln im unteren Rücken, die Faszien verkleben, die Facettengelenke liegen zu dicht aufeinander, die Bandscheiben nutzen ab. Und das alles kann zu immer stärkeren Schmerzen im Bereich der Lendenwirbel führen.

  • Auslöser für Schmerzen im unteren Rücken

    Bei Schmerzen im unteren Rücken diagnostizieren medizinische Fachleute häufig ein Lendenwirbelsäulensyndrom. Ein LWS-Syndrom kann viele Ursachen und Auslöser haben. Zu den häufigsten Auslösern für „Rückenschmerzen unten“ gehören:

    • Fehlhaltung (z. B. Hohlkreuz)
    • Fehlbelastung (z. B. häufiges Sitzen)
    • Bewegungsmangel
    • Übergewicht
  • Körperliche Ursachen für Schmerzen im unteren Rücken

    Zu den oben genannten Auslösern für LWS-Schmerzen können folgende Erkrankungen als Spätfolge oder Primärursache für Schmerzen im unteren Rücken hinzukommen:

    • Hexenschuss (Lumbago)
    • ISG-Blockade (Blockade im Iliosakralgelenk)
    • Bandenscheibenvorfall (Prolaps) oder -vorwölbung (Protrusion)
    • Fibromyalgie (Schmerzsyndrom)
    • Rheumatische Erkrankungen (z. B. Morbus Bechterew)
    • Entzündungen der Wirbel (Spondylitis), auch in Kombination mit Entzündungen der Bandscheibe (Spondylodiszitis)
    • Wirbelkörperbrüche (z. B. aufgrund von Osteoporose)
    • Spaltbildungen zwischen Wirbeln (Spondylolyse) bis hin zum Wirbelgleiten (Spondylolisthesis)
    • Gelenkverschleiß (Arthrose der Lendenwirbelsäule oder Spondylarthropathie)
    • Facettensyndrom
    • Verengung des Spinalkanals (Spinalkanalstenose)
    • Fehlstellungen der Wirbelsäule (z. B. Skoliose)
  • Psychische Auslöser und Verstärker für Schmerzen im unteren Rücken

    Auch psychische Gründe können Auslöser oder Verstärker von Schmerzen im unteren Rücken sein. So sind andauernder Stress, Überforderung, Schlafprobleme, Angststörungen und Depressionen häufig für eine Fehlhaltung und damit einhergehend starke Muskelverspannungen verantwortlich. Die Schmerzwahrnehmung kann außerdem in bestimmten Situationen, in denen Menschen psychisch herausgefordert sind, intensiver sein. So entsteht ein Wechselspiel, bei dem sich psychische Faktoren und Schmerzen gegenseitig verstärken. Bei unspezifischen Rückenschmerzen, die sich durch herkömmliche Therapien nicht verbessern lassen, sollte man bei der Behandlung auch die Möglichkeit somatoformer Störungen (körperliche Beschwerden ohne organische Ursache) oder psychosomatischer Erkrankungen (Beschwerden, die durch psychische Faktoren ausgelöst, verstärkt oder aufrechterhalten werden) einbeziehen.

Symptome bei Schmerzen im unteren Rücken

Symptome bei Schmerzen im unteren Rücken können sich auf den Bereich der Lendenwirbelsäule beschränken oder in Becken, Unterleib und Beine ausstrahlen. Zu den LWS-Schmerzen können im weiteren Verlauf Empfindungsstörungen hinzukommen. Eine verringerte Flexibilität der LWS ist oft schon zu beobachten, bevor die Schmerzen im unteren Rücken auftauchen.

  • Ziehende, drückende oder stechende Schmerzen im unteren Rücken
  • Schmerzen, die bis in Hüfte, Becken, Gesäß und Beine ausstrahlen
  • Beim Niesen oder Husten Schmerzverstärkung im Bereich der Lendenwirbelsäule
  • Empfindungsstörungen (Kribbeln und Stechen, Taubheitsgefühle, Lähmungserscheinungen im Bein)
  • Schmerzen bei stärkeren Belastungen oder sportlichen Tätigkeiten
  • Gefühl permanenter Verspannung der Rückenmuskulatur (auch in Rückenlage)
  • Gefühl ständiger Blockierung im unteren Lendenwirbel-Bereich (ISG-Blockade)
  • Eingeschränkte Beweglichkeit (Vorbeugen ist schmerzhaft, Rücken lässt sich nicht mehr runden)
Illustration: Mann mit freiem Oberkoerper haelt sich den unteren Ruecken

Schmerzbereiche im unteren Rücken

Schmerzen im unteren Rücken können in verschiedenen Bereichen, mittig, rechts oder links auftreten. Meistens deuten sie auf Muskelverspannungen in dieser Region hin, in einigen wenigen Fällen könnenSchmerzen im unteren Rücken jedoch auch aufgrund von einseitig oder zentral positionierten Blockaden, Nervenreizungen, Entzündungen, organischen Erkrankungen oder anderen Problemen in der Lendenwirbelsäule entstehen.

  • Ursachen für seitliche Schmerzen im unteren Rücken

    Schmerzen im unteren Rücken, die auf der rechten oder linken Seite wahrgenommen werden, können folgende Auslöser oder Ursachen haben:

    • Einseitige Muskelverspannung aufgrund von einseitiger Belastung/Fehlhaltung
    • Seitlicher Bandscheibenvorfall (u. U. mit Ausstrahlung in das rechte oder linke Bein)
    • Seitlicher Gelenkverschleiß
    • Nervenwurzel- oder Nervenreizung rechts oder links
    • Einseitige Gelenkblockade (z. B. des Iliosakralgelenks)
    • Beeinträchtigter Ischias-Nerv (u. U. mit Ausstrahlung in das rechte oder linke Bein)
    • Nierenbeckenentzündung (häufig begleitet von Fieber, Schmerzen beim Wasserlassen und einseitigen Flankenschmerzen)
    • Nierensteine/Nierenkolik

    Nierenbeckenentzündungen und Nierenkoliken können sowohl die rechte als auch die linke Niere betreffen. Im Verdachtsfall bitte unbedingt die Ursachen für die Schmerzen im unteren rechten oder linken Rücken ärztlich abklären lassen.

  • Ursachen für mittige Schmerzen im unteren Rücken

    Schmerzen in der unteren Rückenmitte sind in den meisten Fällen auf Muskelverspannungen zurückzuführen. Seltener kommt es zu Rückenschmerzen in der unteren Mitte wegen rheumatischer Erkrankungen wie Morbus Bechterew.

    Wenn es in der Schwangerschaft zu Schmerzen in der unteren Rückenmitte kommt, ist das meistens eine Folge der natürlichen Ausschüttung des Hormons Progesteron. Dieses Hormon bereitet den Körper auf die Geburt vor, indem es Bänder und Sehnen lockert. Dadurch hat die Wirbelsäule weniger Stabilität. Aufgrund dieser Lockerung und da das Gewicht im Laufe der Schwangerschaft auf die Lendenwirbelsäule immer mehr zunimmt, entwickeln Schwangere häufig ein Hohlkreuz. Deshalb sind Rückenschmerzen unten mittig eine oftmals auftretende Nebenerscheinung in der Schwangerschaft.

  • Ursachen für untere Rückenschmerzen, die in ein Bein ausstrahlen

    Bei folgenden Auslösern und Ursachen können LWS-Schmerzen in ein Bein ziehen:

    • Bandscheibenvorfall oder -vorwölbung
    • Hexenschuss (Lumbago/Lumboischialgie)
    • Radikulopathie/Radikulitis (Reizung oder Schädigung von Nervenwurzeln)
    Schmerzen im unteren Rücken, die sowohl rechts als auch links auftreten und in Gesäß, Hüfte oder ein Bein ausstrahlen, können durch einen Bandscheibenvorfall (Prolaps) oder eine -vorwölbung (Protrusion) ausgelöst werden. Diese entstehen, wenn die Bandscheibe durch andauernde Fehlbelastung oder zu wenig Bewegung nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt und brüchig oder durch eine plötzliche starke Überbelastung verletzt wird. Bei einem Prolaps bricht die Hülle des Gallertkerns, dieser rutscht aus seiner ursprünglichen Position heraus und kann auf umliegende Nerven drücken. Bei einer Protrusion bleibt die Hülle intakt, der Gallertkern jedoch wölbt sich nach vorne und kann so ebenfalls Druck auf Nerven aufbauen.

    Ebenso kann ein sogenannter Hexenschuss Schmerzen im Rücken unten rechts oder links hervorrufen mit Ausstrahlung in das Gesäß, die Hüfte oder die Beine. Grund dafür ist eine Reizung, Einklemmung oder Entzündung des Ischias-Nervs.

    Bei der Radikulopathie/Radikulitis kann es aufgrund einer Reizung oder Schädigung von Nervenwurzeln zu akuten oder chronischen Schmerzen, Empfindungsstörungen und Lähmungen im unteren Rücken kommen. Die Radikulopathie kann entstehen, wenn die Lendenwirbelsäule degenerative Veränderungen an den Knochen, Bandscheibenvorfälle sowie Zeichen von Infektionen oder autoimmunologischen Erkrankungen aufweist.

Das sollten Sie noch beachten bei Schmerzen im unteren Rücken

  • Schmerzen im unteren Rücken beim Husten

    Husten beansprucht nicht nur die vordere Brustkorbmuskulatur. Beim Husten zieht sich gleichzeitig der breite Rückenmuskel zusammen, der deshalb auch Hustenmuskel genannt wird. Bei einem hartnäckigen Husten kommt es zu einer Überbeanspruchung dieser Hustenmuskulatur, was zu einem Muskelkater und zu schmerzhaften Verspannungen im unteren Rücken führen kann. Auch wenn der Oberkörper beim Husten zu sehr gekrümmt wird, kann es zu Verspannungen im Hustenmuskel und damit zu Schmerzen im unteren Rücken während des Abhustens kommen.

    Achtung: Bei Schmerzen im unteren oder oberen Rücken, die von Fieber, Abgeschlagenheit und einem langwierigen Husten begleitet werden, sollte unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden. Hier kann es sich um eine Lungenentzündung handeln! Übrigens: Bei einer atypischen Lungenentzündung treten diese Symptome mitunter nur abgeschwächt auf. Bitte lassen Sie langanhaltenden Husten grundsätzlich ärztlich abklären.

  • Schmerzen im unteren Rücken beim Einatmen

    Schmerzen im unteren Rücken beim Einatmen können von Verspannungen herrühren. Bei Menschen, die gewöhnlich zu oberflächlich atmen, gepaart mit einer schlechten Haltung, kann es zu Verspannungen im Brustwirbelbereich und im Zwerchfell kommen, die sich auch auf den unteren Rücken niederschlagen können. Vor allem, wenn das Zwerchfell sehr verspannt und wenig beweglich ist, kann Atemnot auftreten.

    Schmerzen im unteren Rückenbereich beim Einatmen können auch die Begleiterscheinung eines grippalen Infekts sein. Bitte konsultieren Sie medizinische Fachleute, wenn die Beschwerden anhalten. Denn dann könnte auch eine Lungenentzündung, Lungenerkrankung oder Rippenfellentzündung vorliegen.

    Nach einem Sturz, bei dem Rippen geprellt oder gebrochen wurden, können Atembeschwerden zusammen mit Schmerzen im unteren oder oberen Rücken auftauchen. Diese Diagnose kann durch ein Röntgenbild bestätigt werden.

  • Schmerzen im unteren Rücken beim Liegen

    Rückenschmerzen in Rücken- oder Seitenlage können entstehen, wenn die verkürzte, verspannte Muskulatur im unteren Rücken beim Liegen nicht mehr entlastet und entspannt wird. Gerade für Menschen mit einem ausgeprägten Hohlkreuz ist es häufig unangenehm, mit ausgestreckten Beinen auf dem Rücken zu liegen. In diesem Fall sollten Sie die Beine in Rückenlage anziehen oder ein Kissen unter die Knie legen, um die Lendenwirbelsäule zu entlasten.

    Bei Rückenschmerzen im Liegen kann eine Veränderung der Schlafgewohnheit zu einer Verbesserung der Beschwerden führen. So schlafen viele Menschen auf der Seite mit angewinkelten Beinen. Dabei werden dieselben Muskelpartien angespannt wie beim Sitzen, die Wirbelsäule wird auch im Schlaf nicht entlastet und kann sich nicht mehr regenerieren. Bei chronischen Schmerzen im unteren Rücken und einer stark ausgeprägten Morgensteifigkeit sollten Sie sich angewöhnen, ohne Kopfkissen auf dem Rücken zu schlafen (bei Bedarf nehmen Sie ein Kissen unter die Knie). Wenn Sie Seitenschläfer bleiben möchten, denken Sie daran, ein kleines Kissen unter den Kopf zu legen, damit die Halswirbelsäule nicht abknickt und die Beine auszustrecken. Damit können Schmerzen im unteren Rücken und Nacken sowie mangelnde Beweglichkeit nach dem Aufstehen verringert werden.

Behandlung von Schmerzen im unteren Rücken

Akute, aber auch chronische Schmerzen im unteren Rücken schränken nicht nur die allgemeine Befindlichkeit ein. Sie lassen uns auch instinktiv eine Schonhaltung einnehmen, was wiederum für eine Verstärkung der Muskelverspannungen und damit für noch größere Schmerzen im unteren Rücken sorgt. Um diesem Schmerzkreislauf zu entkommen sowie Folgeschäden wie Abnutzungserscheinungen oder Nervenschädigungen an der Wirbelsäule zu vermindern, sollten Sie starke Schmerzen an der LWS, Empfindungsstörungen wie Kribbeln und Taubheitsgefühle in den Beinen und Einschränkungen der Beweglichkeit ärztlich abklären und entsprechend behandeln lassen. Verspannungsbedingte „Rückenschmerzen unten“ können Sie auch selbst mit Hausmitteln, Bewegung und anderen Maßnahmen lindern.

Wärmetherapie bei Schmerzen im unteren Rücken

Das erste Mittel der Wahl bei verspannungsbedingten Schmerzen im unteren Rücken ist die Wärmetherapie. Hier eignen sich neben klassischen Hausmitteln wie Wärmflasche, Heizkissen, Sauna, heißes Bad oder Infrarot-Licht besonders ThermaCare® Wärmeumschläge, da sich diese mit einem Klettverschluss direkt am Lendenwirbelbereich befestigen lassen und so 8 Stunden lang eine konstante Wärme bei einer Temperatur von ca. 40 °C tief ins schmerzende Gewebe abgeben. ThermaCare® bei Rückenschmerzen lässt sich diskret unter der Kleidung tragen und dadurch auch bei der Arbeit, unterwegs und beim Sport anwenden.

Die Wirkung der Wärmetherapie mit kontinuierlicher, mäßiger Wärmezufuhr in der Behandlung von akuten, unspezifischen Rückenschmerzen im unteren Bereich ist klinisch bewiesen. Dabei wird dieser Form der Tiefenwärme sogar eine größere Wirksamkeit als herkömmlichen Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Paracetamol zugesprochen.1

Weitere Tipps, wie Sie Schmerzen im unteren Rücken, die durch Verspannungen ausgelöst werden, mit Wärme natürlich lindern können, finden Sie hier:

Massagen gegen Schmerzen im unteren Rücken

Wenn Muskelverspannungen und -verhärtungen den Schmerzen im unteren Rückenbereich zugrunde liegen, können auch Massagen lindernd wirken. Bei einer Massage werden Zug- und Druckreize in die Muskulatur gegeben, die dabei helfen können, Verhärtungen zu lösen und die Durchblutung zu fördern. Dies kann besonders entspannend im Bereich der Lendenwirbelsäule wirken. Die Intensität der Massage sollte sich an den Bedürfnissen der zu Behandelnden orientieren, damit es nicht zu erneuten Verspannungen während der Behandlung kommt. Eine Massage lässt sich gut mit Wärme kombinieren.

Frau sitzt auf einer Liege sie fasst sich mit einer Hand in den Ruecken ein Mann steht hinter ihr und sie mit beiden Haenden an

Physiotherapie gegen Schmerzen im unteren Rücken

Physiotherapie, wie z. B. Manuelle Therapie, Chirotherapie/Chiropraktik oder Osteopathie kann helfen, bei unteren Rückenschmerzen Blockaden in der Wirbelsäule zu lösen sowie die Muskulatur zu lockern und zu dehnen. Bevor Sie mit der Physiotherapie beginnen, sollten Sie vorher ärztlich abklären lassen, welche Behandlung in Ihrem Fall angebracht ist.

Medikamentöse Therapie gegen Schmerzen im unteren Rücken

Schnelle Linderung bei Rückenschmerzen unten können nicht-steroidale Schmerzmittel und Entzündungshemmer wie Ibuprofen und Diclofenac oder Analgetika wie Paracetamol verschaffen. Bei ganz starken Schmerzen im Lendenwirbelbereich können auch Muskelrelaxanzien eingesetzt werden. Da diese Medikamente aber starke Nebenwirkungen (und im Falle einiger Muskelrelaxanzien sogar Suchtpotenzial) haben können, sollten sie nur kurzfristig und unter ärztlicher Beobachtung eingesetzt werden. Bei der Einnahme von Schmerzmitteln sollte immer daran gedacht werden, dass verspannungsbedingte Schmerzen im unteren Rücken ein Warnsignal sind, das sich zwar mit Schmerzmitteln ausblenden, aber nicht heilen lässt. Um Schmerzen im unteren Rücken langfristig zu lindern bzw. ihnen vorzubeugen, sollten Sie auch auf andere Maßnahmen wie regelmäßige rückenfreundliche Bewegung und Vermeidung von Fehlhaltungen und -belastungen setzen.

Bewegung gegen Schmerzen im unteren Rücken

Übungen aus der Rückenschule, Krankengymnastik, sensomotorische Therapie, rückengerechtes Yoga, Dehnungs- und Lockerungsübungen, Faszientraining ... es gibt zahlreiche Methoden, mit denen Sie Ihren unteren Rücken lockern und kräftigen können. Bei den meisten Rückenschmerzen im unteren Bereich hilft nicht Ruhe, sondern Bewegung. Denn durch Fehlhaltung oder Bewegungsmangel ausgelöste Muskelverkürzungen und ‑verspannungen um die Lendenwirbelsäule herum lassen sich am besten lösen, indem die Muskulatur wieder gedehnt, gelockert und besser durchblutet wird. Achten Sie darauf, dass Sie rückenfreundliche sportliche Aktivitäten, die Ihrem Fitness-Niveau entsprechen, auswählen und dass Sie regelmäßig (am besten täglich) die unterversorgten Muskeln mit speziell auf Ihre Beschwerden abgestimmten Übungen trainieren.

Bewegung

Vorsorge

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Die Schmerzspezialisten Liebscher & Bracht® haben effektive Übungen entwickelt, die zu einem gesunden unteren Rücken beitragen. Mit einem regelmäßigen Training können Sie Ihre Muskulatur stärken und mobilisieren, damit es gar nicht erst zu schmerzhaften Verspannungen um die Lendenwirbelsäule herum kommt.

Illustration und Schriftzug von Liebscher & Bracht den Schmerzspezialisten

Stufenlagerung gegen Schmerzen im unteren Rücken

Als entkrampfende und schmerzlindernde Maßnahme bei Schmerzen im unteren Rücken wird die Stufenlagerung empfohlen. Dazu sollten sich Betroffene mit dem Rücken flach auf den Boden legen und die Beine im rechten Winkel auf einem Hocker, Stuhl oder dem Sofa ablegen. Schon nach einigen Minuten kann sich so eine Entspannung in der unteren Rückenmuskulatur bemerkbar machen.

Reizstrom gegen Schmerzen im unteren Rücken

Bei Schmerzen im unteren Rücken können sogenannte TENS-Geräte ärztlich verschrieben werden. TENS steht für transkutane elektrische Nerven-Stimulation. Das am unteren Rücken angebrachte Gerät sorgt für eine niedrigschwellige Reizstrombehandlung an den betroffenen Stellen, was zur Hemmung der Schmerzweiterleitung beitragen soll. TENS-Geräte eignen sich für die Selbstbehandlung, was gerade bei Schmerzen im unteren Rücken von Vorteil ist, da man sich in diesem Bereich schlecht selbst massieren kann.

Ultraschall gegen Schmerzen im unteren Rücken

Bei der Ultraschalltherapie massieren hochfrequente Vibrationen die schmerzenden Stellen am unteren Rücken. Es kommt zur Wärmebildung im Gewebe, die Durchblutung und der Stoffwechsel werden angeregt. Die Muskulatur kann sich entspannen. Das kann zur einer Schmerzlinderung bei Schmerzen im unteren Rückenbereich beitragen.

Eine Person in weiß sticht Akupunkturnadeln in einen Ruecken

Akupunktur und Akupressur gegen Schmerzen im unteren Rücken

Wenn Nadeln gesetzt, bzw. Druck in bestimmte Trigger-Punkte gegeben wird, können (so die Theorie hinter Akupunktur und Akupressur) Verspannungen in der Rückenmuskulatur gelöst werden. Dabei können auch Punkte außerhalb des unteren Rückens behandelt werden, die reflektorisch mit der Lendenwirbelsäule zusammenhängen. So kommen bei der Akupunktur zum Beispiel auch Nadeln im Ohr zum Einsatz bei der Behandlung von Schmerzen im unteren Rücken. Die Traditionelle Chinesische Therapie (TCM), zu der Akupunktur gehört, bietet weitere Behandlungsmöglichkeiten (z. B. über Kräuter, Ernährung oder Bewegung) bei Schmerzen im unteren Rücken an.

Kältetherapie bei Schmerzen im unteren Rücken

Wenn die unteren Rückenschmerzen nicht primär von Verspannungen herrühren, sondern durch akute entzündliche Reaktionen ausgelöst werden, können Kälteanwendungen, wie kalte Umschläge, Coolpacks, kühlende Gelkompressen oder Schmerzgele angebracht sein. Bitte klären Sie bei Entzündungen und Verletzungen im unteren Rücken die Behandlungsoptionen im Vorfeld ärztlich ab.

Vorsicht bei Schmerzen im unteren Rücken

Achtung: Bei Nervendehnungsschmerzen, Harn- oder Stuhlinkontinenz, Lähmungserscheinungen oder Taubheitsgefühlen in den Beinen sowie bei Verletzungen der Wirbelsäule, der Wirbelkörper oder des Rückenmarks muss unbedingt eine ärztliche Behandlung erfolgen!

Die medizinischen Fachleute werden unter Umständen bildgebende Verfahren wie Röntgen, Magnetresonanztomografie (MRT), Computertomografie (CT) oder neurologische Untersuchungen zur Leitfähigkeit von Nerven einsetzen, um die Ursache für Schmerzen im Lendenwirbelsäulenbereich herauszufinden. Mögliche Nervenschädigungen müssen schnell behandelt werden.

Fragen und Antworten

  • Was kann man tun gegen Schmerzen im unteren Rückenbereich ?

    Schmerzen im unteren Rücken bzw. Schmerzen in der Lendenwirbelsäule können mit einer Reihe von Maßnahmen gelindert werden. Bei verspannungsbedingten Schmerzen im unteren Rücken helfen unter anderem Wärmetherapie, Bewegung, Massage, Physiotherapie, Schmerzmittel, Ultraschall und Akupunktur. Bei Schmerzen im unteren Rücken, die auf Entzündungen oder Verletzungen basieren, kann auch Kältetherapie angezeigt sein. Bitte lassen Sie die Ursache für die Schmerzen im Bereich der Lendenwirbel ärztlich abklären, bevor Sie mit einer Therapie beginnen.

  • Was hilft gegen Schmerzen im unteren Rücken?

    Schnelle Linderung gegen Schmerzen durch Muskelverspannungen in der Lendenwirbelsäule spenden Wärmeanwendungen wie ThermaCare® Wärmeumschläge, Sauna oder Rotlicht, Dehnungsübungen für verkürzte Muskeln, bestimmte Massagetechniken sowie Ultraschall und Schmerzmittel. In schweren Fällen können Sie bei Schmerzen im unteren Rücken nach ärztlicher Absprache auch zu verschreibungspflichtigen Muskelrelaxanzien greifen.

  • Woher kommen Rückenschmerzen im Lendenbereich?

    Meistens sind Schmerzen im unteren Rücken Warnschmerzen: Sie weisen auf starke Muskelverspannungen im unteren Rückenbereich hin. Diese entstehen in den meisten Fällen durch Fehlhaltungen, Fehlbelastungen und einen Mangel an Bewegung. Dadurch kann sich die Muskulatur in der Hüfte und im Bauch verkürzen und verspannen, was sich wiederum auf die Muskulatur im unteren Rücken auswirkt.

    Weitere Ursachen für Schmerzen in der Lendenwirbelsäule (LWS) sind:
    • Hexenschuss
    • Bandenscheibenvorfall
    • Fibromyalgie
    • Rheumatische Erkrankungen
    • Entzündungen
    • Wirbelkörperbrüche
    • Spaltbildungen zwischen Wirbeln
    • Gelenkverschleiß
    • Verengung des Spinalkanals
    • Fehlstellungen der Wirbelsäule
Quelle: 


Quelle 1: Nadler SF, Steiner DJ, Erasala GN et al. Continuous low-level heat wrap therapy provides more efficacy than Ibuprofen and acetaminophen for acute low back pain. Spine (Phila Pa 1976). 2002 May 15;27(10):1012-7.