Rückenschmerzen beim Liegen

Eine junge Frau fasst sich an ihren Nacken im Bett liegend

Schmerzt der Rücken im oder nach dem Liegen? Rückenschmerzen beim Liegen und Drehen im Bett sorgen bei vielen Menschen für nächtliche Schlafstörungen. Und diese wiederum können zu einem schlechten Start in den Tag und zu weiteren Verspannungen im oberen, mittleren oder unteren Rücken führen. Hier verraten wir Ihnen, welche Ursachen für die Rückenprobleme beim und nach dem Liegen, Schlafen oder Aufstehen in Frage kommen und was Sie dagegen tun können. 

Übersicht: Rückenschmerzen beim Liegen

  • Häufigste Ursache für Rückenschmerzen im und nach dem Liegen sind Muskelverspannungen
  • Auslöser für die Muskelverspannungen sind in den meisten Fällen Fehlhaltungen und -belastungen, Bewegungsmangel, Übergewicht, Stress, ungünstige Schlafbedingungen (z. B. Matratze, zu großes Kopfkissen oder eine rückenunfreundliche Schlafposition) sowie bestimmte Lebensphasen o. Hormonschwankungen (z. B. Schwangerschaft, Stillzeit, Regel, Wechseljahre, Bettlägerigkeit)
  • Rückenschmerzen vom Liegen, Schlafen oder beim Aufstehen können Sie lindern bzw. vorbeugen durch Rückenübungen und andere sportliche Aktivitäten, einen ergonomischen Arbeitsplatz, Wärmeanwendungen, eine optimierte Schlafumgebung, ein rückengerechtes Bett und die richtige Schlafposition 

Rückenschmerzen beim Liegen: Ursachen

Rückenschmerzen vom oder nach dem Liegen können viele Ursachen haben und die gesamte Wirbelsäule betreffen. Meistens sind Rückenschmerzen im Liegen im unteren, bzw. im mittleren und oberen Rücken „nur“ verspannungsbedingt und können gelindert oder sogar ganz behoben werden, wenn die entsprechenden Auslöser definiert und die Schlafbedingungen optimiert werden.

Achtung: Wenn Sie den Verdacht haben, dass keine bloßen Muskelverspannungen hinter den Rückenschmerzen beim Liegen, Schlafen und/oder nach dem Aufstehen stecken, sollten Sie ärztlich abklären lassen, ob es sich bei den Beschwerden um spezifische Rückenschmerzen handelt, also Schmerzen, die organische oder immunbedingte Ursachen haben, und die behandelt werden müssen.

Die folgenden Faktoren können verspannungsbedingte Rückenschmerzen im Liegen und nach dem Schlafen begünstigen:

  • Fehlhaltung und -belastung

    Ganz klar: Wenn der Rücken tagsüber stark belastet wird oder stundenlang in einer monotonen Fehlhaltung verharren muss, z. B. bei Tätigkeiten, bei denen Sie harte körperliche Arbeit leisten, lange Zeiträume stehen oder hauptsächlich sitzen müssen, entstehen Muskelverspannungen im Rücken und in den angrenzenden Regionen. Kommt dann noch ein genereller Bewegungsmangel hinzu, kann sich die Verspannung vor dem Schlafengehen nicht mehr lösen und wird mit ins Bett oder aufs Sofa genommen. Die verspannte Haltung beim Einschlafen kann dadurch auch im Schlaf, besonders in den Tiefschlafphasen, in denen sich der Körper nicht bewegt, zu einer konstanten Anspannung der Muskulatur führen. Und das äußert sich in Rückenschmerzen beim und nach dem Liegen, Schlafen und Aufstehen aus dem Bett.
  • Stress

    Sorgen, Überforderung und andere Belastungen im Alltag sowie psychische Erkrankungen und Störungen führen nicht nur zu nächtlichen Grübeleien und Schlafproblemen, sie zeigen sich auch in einer erhöhten Körperspannung, die bis in den Schlaf hinein anhält und für Verspannungen in der unteren, mittleren und oberen Rückenmuskulatur sorgt. So wird der eigentlich für die Regeneration von Körper und Geist so wichtige Schlaf zu einer anstrengenden Angelegenheit und wir fühlen uns am nächsten Morgen erschöpft und gerädert, obwohl wir die ganze Nacht im Bett gelegen haben.

    Umgekehrt können sich Rückenschmerzen im unteren, mittleren und oberen Rücken vom Liegen und nach dem Schlafen auch auf die Psyche auswirken und seelische Belastungen und Erkrankungen wie eine Überforderung im Alltag, Ängste oder Depressionen verstärken.

    Und nicht zuletzt werden Schmerzen im Rücken in nächtlichen Wachphasen oft bewusster wahrgenommen, weil die Ablenkung durch alltägliche Aktivitäten fehlt und der Körper nachts sensibler auf störende Empfindungen reagiert.

    Übrigens: Durchschnittlich schlafen wir 7 Stunden pro Tag. Alters- und saisonal bedingt kann die Schlafdauer ab- oder zunehmen. Auch Rückenbeschwerden können zu einem veränderten Schlafverhalten führen. Denn bei vielen Menschen, die über Rückenschmerzen klagen, kommt es zu Einschlaf- und Durchschlafproblemen. Das bedeutet, dass die Dauer des Schlafs, insbesondere der Tiefschlafphasen, reduziert ist, was zu einer schlechteren Schlafqualität führt.

  • Ungünstige Schlafbedingungen

    Nicht immer kommen Rückenschmerzen im Liegen und nach dem Aufstehen von Nacken- und Rückenverspannungen, die im Laufe des Tages entstanden sind. Auch unser Schlafverhalten und die äußeren Schlafbedingungen können zu Schmerzen im mittleren, oberen und unteren Rücken beitragen. Zu den wichtigsten Faktoren hierfür zählen:

    • Matratze/Matratzentopper
    • (Kopf-)Kissen
    • Lattenrost
    • Bettposition
    • Schlafposition
    • Schlafklima/Temperatur
    • visuelle Reize
    • akustische Reize
    • Essverhalten vor der Bettruhe
    • Medienkonsum vor der Bettruhe
    • Konsum von Alkohol, Kaffee, Drogen, Medikamenten
  • Hormonelle und lebensphasenabhängige Ursachen

    Bestimmte Lebensphasen und hormonelle Umstellungen wie Schwangerschaften, Stillzeiten,  das Leben generell mit kleinen Kindern, die noch nicht durchschlafen und viel getragen werden müssen, sowie die monatliche Regelblutung und die Wechseljahre stellen ein erhöhtes Risiko für Rückenschmerzen beim Liegen und Schlafen dar.

    Auch längere Zeiten, die aufgrund von Erkrankungen oder Verletzungen im Bett verbracht werden müssen,  führen häufig zu verspannungsbedingten Rückenschmerzen.

Mehr zu Ursachen und Auslöser für Rückenschmerzen:

Tipps gegen Rückenschmerzen beim Liegen

Wenn der Rücken nicht nur tagsüber, sondern auch nachts im Bett schmerzt, gerät man schnell in einen Teufelskreis: Die tagsüber aufgebauten Muskelverspannungen lassen den Körper auch im Schlaf nicht mehr zur Ruhe kommen. Das bedeutet, dass sich die Muskeln und das sie umgebende Gewebe sowie die Bänder und Gelenke nicht mehr erholen können. Nach dem Aufstehen sind wir dann nicht nur noch mehr verspannt, sondern auch erschöpft, was sich wiederum auf die Schmerzwahrnehmung und die Körperhaltung niederschlagen sowie die muskuläre Anspannung während des Tages weiter verstärken bzw. in einen Hexenschuss münden kann. Auch wenn die Rückenschmerzen nur im Liegen und nach dem Aufstehen auftreten, deutet dies auf eine schlechtere Schlafqualität hin. Das alles sind Gründe, warum Sie unbedingt gegen Schmerzen im Rücken und Nacken beim und nach dem Liegen vorgehen sollten. Hier haben wir einige Tipps für Sie zusammengetragen, mit denen die Nachtruhe wieder angenehmer und entspannter werden kann.

Rückenübungen

Eine der wichtigsten Gegenmaßnahmen bei verspannungsbedingten Rückenschmerzen ist eine regelmäßige und auf die persönliche Fitness abgestimmte Bewegung. Denn sportliche Aktivitäten verbessern nicht nur die Qualität des Schlafs, sie helfen auch, Fehlhaltungen und -belastungen im Arbeitsalltag auszugleichen und Verspannungen zu lösen. Dies gilt in besonderem Maße für Ausdauersportarten (Jogging, [Nordic] Walking, Fahrradfahren, Schwimmen) und sanfte Bewegung (z. B. Wandern, Spazierengehen) an der frischen Luft. Bitte achten Sie darauf, dass Sie nicht zu spät am Tag Sport treiben, denn bei einem intensiven Training werden Hormone ausgeschüttet, die das Einschlafen erschweren können.

Zu jeder Tageszeit können Sie Übungen machen, die die Rückenmuskulatur dehnen und lockern. Wichtig ist nur, dass Sie diese Übungen regelmäßig, am besten täglich machen, um die über den Tag entstandenen Muskelverspannungen zu lösen und längerfristigen Muskelverkürzungen und -verhärtungen vorzubeugen.

Hier finden Sie praktische Übungen, die Muskelverspannungen im mittleren, oberen und unteren Rücken sowie in der Nacken- und Schulterregion schnell und nachhaltig lindern können:

Ergonomischer Arbeitsplatz

Vor allem bei Menschen, die tagtäglich im Büro oder Homeoffice sitzen, kommt es zu verspannten Muskelregionen im Rücken und Nacken, in den Schultern, in den Oberschenkeln und im Gesäß. Denn unser Körper ist nicht dafür gemacht, lange Zeiten statisch in einer Position auszuharren und monotone Bewegungen auszuführen. Wenn Sie beruflich viel sitzen müssen, sollten Sie darauf achten, dass Ihr Arbeitsplatz, also Schreibtisch, Bürostuhl, technische Geräte etc., auf die individuellen Bedürfnisse Ihrer Wirbelsäule ausgerichtet ist.

Schmerzbekämpfung durch Wärme

Um aus dem Teufelskreis von Muskelverspannungen, Schmerzen und Schonhaltungen, die weitere Verspannungen begünstigen, herauszukommen, ist es notwendig, akute Schmerzen zu lindern. Eine sanfte Methode der Schmerzbekämpfung ist dabei die Wärmetherapie. Neben den Klassikern Wärmflasche, erwärmtes Körnerkissen, Heizdecke oder Fangopackung eignen sich besonders selbstklebende Wärmepflaster und -umschläge wie die Wärmeauflagen und -umschläge von ThermaCare für die Nutzung auch im Liegen und unterwegs. Sie verrutschen nicht und geben 8 bis 12 Stunden (je nach Produkt) therapeutische Wärme von 40 °C direkt in das betroffene Gewebe ab. So kann auch im Schlaf die Durchblutung der Muskulatur aktiviert werden, sodass sich schmerzhaft verspannte und verhärtete Partien lockern und regenerieren können.

Achtung: Da im fortgeschrittenen Alter die Haut dünner werden kann, empfehlen wir, ab 55 Jahren keine Wärmepflaster über Nacht zu tragen, um etwaige Hautirritationen und Verbrennungen auszuschließen. Bitte befragen Sie vor der Nutzung Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt oder Fachleute der Dermatologie, ob Sie Wärmepflaster auch über Nacht nutzen können.
  • ThermaCare bei Rückenschmerzen

    zur Behandlung von Verspannungen und Schmerzen im unteren Rückenbereich

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Welches Bett hilft bei Rückenschmerzen?

Wir verbringen ungefähr ein Drittel unserer Lebenszeit im Liegen. Und dennoch behandeln wir unsere Schlafstätte oft stiefmütterlich, verglichen mit der Ausstattung anderer Räume wie Küche oder Wohnzimmer. So sorgen durchgelegene Matratzen, zu große Kissen, alte Lattenroste und nicht atmungsaktive Bettwäsche häufig für einen schlechten Schlaf, der zu Rücken- und Nackenschmerzen beim Liegen und nach dem Aufstehen beitragen kann.

Zu einem rückengerechten Bett gehören eine Matratze, ein Kopfkissen und ein Lattenrost, die auf Ihre individuellen körperlichen Bedürfnisse und Ihr Schlafverhalten zugeschnitten sind. Auf diese Faktoren sollten Sie bei der Gestaltung Ihres Schlafzimmers, insbesondere des Betts achten:

Welche Matratze gegen Rückenschmerzen?

Die Matratze gehört zu den wichtigsten Schlafutensilien und ist für die Rückengesundheit unersetzlich. Da sie normalerweise jede Nacht genutzt wird und das gesamte Körpergewicht tragen muss, stellen sich nach ein paar Jahren erste Schäden ein. So ist die Matratze nach einiger Zeit an manchen Stellen durchgelegen und weist Liegekuhlen auf, sodass die Wirbelsäule nicht mehr optimal gestützt wird. Matratzen sollten deshalb nach durchschnittlich 7 Jahren ersetzt werden, außer es handelt sich um besonders hochwertige Modelle, die eine längere Lebensdauer aufweisen (z. B. Naturlatexmatratzen).

Auf was kommt es beim Kauf einer guten Matratze für den Rücken an?

  • Material

    Hier sollten Sie nach Ihren speziellen Bedürfnissen auswählen:

    • Matratzen aus eher hartem und kühlendem Kaltschaum sind geeignet für Allergiker:innen und unruhige Schläfer:innen, die zum Schwitzen neigen.
    • Taschenfederkern-Matratzen verfügen über eine gute Luftzirkulation und sind daher geeignet für eher schwitzende Personen.
    • Viscoschaum ist wärmend, atmungsaktiv, punkt- und thermoelastisch, d. h. er passt sich durch Wärmeeinwirkung an den Körper an. Er eignet sich für ruhige Schläfer:innen, denen es tendenziell zu kühl ist.
    • Gelschaum ist kühlend, weich und passt sich durch Druck dem Körper an. Er ist geeignet für ruhige und unruhige Schläfer:innen und für Personen mit einer Neigung zum Schwitzen.
    • Matratzen aus hochwertigem (Natur-)Latex sind eher weich und atmungsaktiv. Auch sie passen sich dem Druck des Körpers an und sind geeignet für alle Arten von Schläfer:innen. 
  • Härtegrad

    Ob die Matratze bei Rückenschmerzen eher weich oder hart sein sollte, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu gehören:

    • Gewicht: Je höher Ihr Gewicht ist, desto härter sollte Ihre Matratze sein. Personen bis 60 kg können den Härtegrad H1 wählen, der Standardhärtegrad H2 eignet sich für ein Gewicht bis 90 kg. Bei einem höheren Gewicht können Sie Matratzen der Härtegrade H3 oder H4 verwenden.
    • Schlafposition: Bauchschläfer:innen benötigen eine etwas härtere Matratze, während die Matratze bei Seitenschläfer:innen weicher sein sollte. Rückenschläfer:innen sollten eine mittlere Matratzenhärte wählen. 
  • Raumgewicht

    Das Raumgewicht der Matratze ergibt sich aus den Maßen des Matratzenkerns (Matratze ohne Bezug) und wird folgendermaßen ermittelt: Gewicht in kg geteilt durch Volumen (Länge x Breite x Höhe in m3). Hochwertige Matratzen haben ein höheres Raumgewicht als minderwertige Modelle. Der Standard liegt bei 30 kg/m3 (kurz: 30 RG), Matratzen mit einer guten Qualität haben ein Raumgewicht von 40 kg/m3 (kurz: 40 RG), eine ausgezeichnete Matratzenqualität zeichnet sich durch ein Raumgewicht von mindestens 75 kg/m3 (kurz: 75 RG) aus. Je höher das Raumgewicht, desto länger ist die Matratze haltbar.
  • Maße

    Eine optimale Matratze ist ungefähr 20 cm länger als Ihre Körpergröße, die Breite kann variieren, sollte jedoch mindestens 90 cm betragen. Wenn Sie Ihr Bett mit jemandem teilen, sollte das Bett entsprechend breiter sein. Wenn Kinder mit im Bett schlafen, sollten Sie darauf achten, dass der unruhige und teilweise raumgreifende Schlaf der Kleinen genügend Raum für Sie lässt, damit Sie sich im Liegen und Schlafen nicht verspannen. Übrigens: Eine dickere Matratze (ab 16 cm) ist einer dünneren vorzuziehen.
  • Punktelastizität

    Bei einer guten Matratze sollten schwerere, breitere Körperteile wie Schultern und Hüften die Möglichkeit haben, einzusinken, während der Rest des Körpers und die Wirbelsäule in ihrer natürlichen Aufrichtung stabil aufliegen können. Unterschiedliche Zonen innerhalb der Matratze (z. B. 5- oder 7-Zonen-Matratzen) geben bestimmten Körperregionen besondere Stabilität.
Übrigens: Ein Matratzentopper kann die Liegequalität nicht ganz so hochwertiger Matratzen erhöhen und die Konturenanpassung zum Beispiel bei breiten Schultern oder dem Becken in der Seitenlage verbessern. Er macht die Matratze grundsätzlich weicher, sollte also nicht eingesetzt werden, wenn eine härtere Unterlage erwünscht ist. Ein hochwertiger Topper hat eine Kernhöhe von mindestens 6 cm.

Welches Kopfkissen gegen Rückenschmerzen?

Die richtige Wahl des Kopfkissens ist vor allem bei Schmerzen (vom Liegen) im oberen und mittleren Rücken von großer Bedeutung. So sorgt ein zu großes, zu weiches oder falsch geformtes Kissen für Nackenprobleme, die sich auch in die angrenzenden Regionen (z.B. als Kopfschmerzen) nach dem Aufstehen bemerkbar machen können.

Das Kopfkissen sollte länglich (80 x 40 cm) sein, sodass die Schultern nicht mehr auf dem Kissen, sondern auf der Matratze zu liegen kommen. Die Höhe sollte eher flach sein und so gewählt werden, dass der Kopf optimal aufliegt und die Halswirbelsäule nicht geknickt wird. Bei Nackenschmerzen beim und nach dem Liegen und Schlafen empfiehlt sich ein Nackenstützkissen.

Eine junge Frau begutachtet ein Kopfkissen

Ein gutes Kissen kann aus folgenden Materialien bestehen:

  • Naturlatex (z. B. mit Softlatex-/Gelkern)
  • Naturhaar/-fasern (z. B. Merino-/Schafschurwolle, Hanf, Dinkel, Hirse, Zirbe oder Kapok)
  • fair gewonnenen Daunen und/oder Federn
  • Visco- oder Kaltschaum

Es sollte nach der Schlafposition und anderen individuellen Anforderungen (siehe Matratzenmaterialien) ausgewählt werden. Empfehlenswert ist auch ein Kopfkissen, dessen Höhe durch eine Entnahme des Füllmaterials (z. B. Daunen oder Naturhaar/-fasern) den eigenen Bedürfnissen angepasst werden kann.

Weitere orthopädische Kissen wie Seitenschläferkissen können die natürliche Wirbelsäulenform bei bestimmten Schlafpositionen unterstützen.

Welcher Lattenrost gegen Rückenschmerzen?

Bei Nacken- und Rückenschmerzen vom Liegen sollte ein Lattenrost mit einer individuellen Mittelzonenverstellung gewählt werden, sodass einzelne Körperregionen wie die Schultern, Po und Becken sich absenken können.

Welche Bettposition eignet sich bei Rückenschmerzen?

Manche Menschen reagieren auch auf eine ungünstige Position des Betts mit Rückenbeschwerden. Steht das Bett zum Beispiel frei im Raum oder mit dem Kopfteil zu einer Tür, kann das eine unbewusste Unsicherheit auslösen, die die Schläferin/den Schläfer verkrampfen und die Schultern hochziehen lässt, was zu reduzierten Tiefschlafphasen führt. Auch der Schlaf in Zugluft (bei geöffnetem Fenster und offener Tür) kann zu Verspannungen führen. Wenn Sie das Gefühl haben, Sie schlafen nicht gut, weil Ihnen die Position Ihres Bettes nicht behagt, sollten Sie das Bett versuchsweise anders positionieren. 

Welche Schlafposition ist günstig bei Rückenschmerzen?

Auch wenn wir uns durchschnittlich 20 bis 60 Mal im Schlaf drehen, hat doch jeder Mensch eine bevorzugte (Ein-)Schlafposition. In welcher Schlafposition ist der Rücken entlastet? In welcher Stellung sollte man bei einer Blockade der Lendenwirbelsäule (LWS) oder bei Schmerzen im oberen und mittleren Rücken am besten schlafen? Und was gehört zu einer rückenfreundlichen Ausstattung in der jeweiligen Schlafposition? 

  • Seitenlage

    Die meisten von uns sind Seitenschläfer:innen, wobei häufig beim Einschlafen ein Bein gestreckt und das andere angewinkelt wird. Obwohl in dieser auch Embryonal- oder Fötusstellung genannten Haltung die Wirbelgelenke entlastet werden, kann die Muskulatur darunter leiden: Die Position, die wir tagsüber im Sitzen einnehmen (angewinkelte Beine, gerundeter oberer Rücken) setzt sich quasi im Schlaf fort. Der Körper kann sich von den Verspannungen in Rumpf, Hüfte und Beinen, die er sich durch diese sitzende Haltung tagsüber zuzieht, nachts nicht mehr erholen. Die verspannten Muskeln verkürzen und verhärten mit der Zeit, sodass sich die Wirbelsäule auch im Schlaf unbewusst in diese Position begibt.

    Tipp: Wenn Sie weiterhin in dieser Position einschlafen möchten, sollten Sie ein anatomisch geformtes Nackenstützkissen für die Seitenlage nutzen. Achten Sie darauf, dass die Halswirbelsäule in der seitlichen Lage weder überstreckt noch abgeknickt ist, d. h. der Raum zwischen dem Kinn und den Schultern sollte vom Kissen ausgefüllt sein, ohne dass die Schultern hochgezogen werden.

    Ein orthopädisches Kissen (z. B. ein langes Seitenschläferkissen oder ein ergonomisches Kniekissen) zwischen den Knien stellt sicher, dass die Oberschenkel im Schlaf den richtigen Abstand zueinander behalten und somit das Becken und die untere Wirbelsäule gerade ausgerichtet und stabil bleiben.

    Ihre Matratze sollte punktelastisch sein, damit sich die Schultern und das Becken in die Matratze senken können und die Wirbelsäule auch in der Seitenlage ihre natürliche Form behält. Eine eher weiche 5- bis 7-Zonen-Matratze eignet sich für Seitenschläfer:innen am besten.

  • Bauchlage

    Deutlich weniger Menschen bevorzugen den Schlaf in der Bauchlage und manche davon schlafen eher in der sogenannten „stabilen Seitenlage“ (auch bekannt als Lagerung im Rahmen von lebensrettenden Erste-Hilfe-Maßnahmen), also einer Mischung aus Bauch- und Seitenlage. Die Bauchlage ist nach Ansicht vieler Orthopäd:innen die ergonomisch ungünstigste Lage für den Rücken, denn hier besteht die Gefahr, beim Liegen ins Hohlkreuz zu fallen und/oder den Nacken zu überstrecken. Außerdem kann es in dieser Stellung aufgrund des Drucks auf den Brustkorb und Bauch zu Atem- und Durchblutungsproblemen kommen. Allerdings wechseln Bauchschläfer:innen im Schlaf häufiger die Position als andere, was wiederum die Durchblutung aktiviert und damit für die Muskulatur entlastender ist. Bei wiederkehrenden Rückenschmerzen sollte die Bauchlage, so gut es geht, vermieden werden.

    Tipp: Legen Sie ein flaches Kissen unter den Bauch oder die Brust, um ein Hohlkreuz zu vermeiden und nehmen Sie ein besonders flaches Kissen für den Kopf, damit die Halswirbelsäule in dieser Position nicht übermäßig abgeknickt wird, was schnell zu Nackenverspannungen führen kann. Wenn Sie merken, dass Sie häufig in der Seitenposition aufwachen, sollten Sie ein Nackenstützkissen parat haben, das Sie bei Bedarf schnell unterschieben können.

    Wie die Seitenschläfer:innen sollten Bauchschläfer:innen eine punktelastische Matratze mit verschiedenen Zonen nutzen. In dieser Position kann die Matratze auch etwas fester/härter sein, um ein Durchhängen der Wirbelsäule zu vermeiden.

  • Rückenlage

    Rückenschläfer:innen haben aus orthopädischer Sicht die ergonomisch beste Schlafposition. Denn im flachen Liegen auf dem Rücken werden die tagsüber verspannten und verkürzten Muskeln wieder gedehnt und können sich besser erholen. Die Wirbelsäule wird in ihrer natürlichen Form über die ganze Länge gestützt.

    Tipp: Legen Sie ein Kissen unter die Knie, wenn Sie die untere Wirbelsäule (Lendenwirbelsäule/LWS) entlasten möchten. Achten Sie in der Rückenlage darauf, dass kein Körperteil erhöht liegt oder zu sehr in der Matratze einsinkt. Nutzen Sie deshalb nur ein flaches Nackenstützkissen in dieser Lage. Das Kopfkissen sollte aus einem elastischen, weichen und atmungsaktiven Material wie Viskoschaum, Naturfaser/-haar oder Naturlatex bestehen. Die Matratze für Rückenschläfer:innen sollte einen mittleren Härtegrad aufweisen (also härter sein als die für Seitenschläfer:innen und weicher als die für Bauchschläfer:innen).

Ein junger Mann im Bett auf dem Rücken liegend

Optimieren Sie Ihre Schlafposition

Wenn Sie als Seiten-/Bauchschläfer:in aufgrund von Rückenschmerzen Ihre gewohnte Schlafposition in die rückenfreundlichere Rückenlage ändern möchten, können Sie diesen Wechsel mit etwas Geduld trainieren. Auch wenn eine neue Schlafstellung in der Regel am Anfang zu Einschlafproblemen führt, können Sie sich für gewöhnlich innerhalb weniger Wochen umgewöhnen. So funktioniert’s:

  • Schritt-für-Schritt-Anleitung

    Schritt 1
    Üben Sie täglich, aber setzen Sie sich nicht unter Druck. Um die Schlafposition zu verändern, brauchen Sie nicht nur Geduld, sondern auch ein klares Ziel, z. B. Schmerzfreiheit im Rücken und Nacken. Nach einiger Zeit werden Sie bemerken, dass Ihnen die gewünschte (Ein-)Schlafposition immer leichter fällt und dass die Rückenschmerzen beim Liegen und nach dem Aufstehen höchstwahrscheinlich nachlassen.

    Schritt 2
    Bleiben Sie bei jedem Versuch in der Rückenlage so lange liegen, wie es für Sie machbar ist. Wenn Sie nicht einschlafen können, drehen Sie sich nach einer gewissen Zeit in Ihre normale Einschlafposition zurück. Erhöhen Sie die Zeit in der Rückenlage jede Nacht. So kann sich Ihr Körper an die neue Stellung gewöhnen.

    Schritt 3
    Wenn Sie nachts aufwachen, drehen Sie sich wieder in die Rückenlage zurück. Bleiben Sie so lange auf dem Rücken liegen, wie es für Sie angenehm ist. Wenn Sie nicht mehr einschlafen können, drehen Sie sich wieder in Ihre gewohnte Einschlafposition. Wiederholen Sie diesen Schritt jedes Mal, wenn Sie in der Nacht bewusst wach sind.

    Schritt 4
    Nutzen Sie ein flaches Nackenstützkissen, aber halten Sie ein etwas höheres Nackenstützkissen griffbereit, wenn Sie zurück in die Seitenlage rollen.

    Schritt 5
    Legen Sie statt eines Kissens ein zusammengerolltes Handtuch unter die Knie und rollen Sie dieses jede Nacht etwas flacher zusammen, um die Dehnung im unteren Rücken langsam zu intensivieren.

Optimieren Sie Ihre Schlafumgebung

Was tun, wenn die Ausstattung des Betts und die Schlafposition stimmen, es aber trotzdem immer wieder zu Ein- und Durchschlafschwierigkeiten kommt? Dann könnte es an Ihrer Schlafumgebung und Ihrem Verhalten vor der Nachtruhe liegen. Für optimale Schlafbedingungen sollten folgende Punkte beachtet werden.

  • Temperatur und Luftqualität: Während zu warme Temperaturen im Schlafzimmer den Schlaf erschweren und vor allem bei trockener Heizungsluft die Atemwege belasten können, können zu kalte Temperaturen und feuchte Luft zu Muskelverspannungen führen. Die optimale Raumtemperatur im Schlafzimmer liegt zwischen 16 und 18 °C. Der Raum sollte vor dem Schlafen gut durchlüftet werden.
  • Visuelle Reize/Medienkonsum: Vermeiden Sie starke Lichtquellen und Bildschirme (Fernseher, Computer und Handy) kurz vor dem Schlafengehen. Vor allem das von Monitoren ausgehende Blaulicht wirkt anregend. Wenn Sie das Schlafzimmer nicht komplett verdunkeln können und z. B. in der Sommerzeit mit dem Sonnenaufgang aufwachen, helfen Schlafmasken beim Weiter- und Durchschlafen. Gegen das anregende Blaulicht können Blaufilter-Brillen eingesetzt werden.
  • Akustische Reize: Viele Menschen reagieren empfindlicher auf Lärm oder Geräusche, als es ihnen bewusst ist. Ohrstöpsel helfen beim Schlafen, wenn Sie keine Ruhe in Ihren Schlafräumen herstellen können (z. B. bei hellhörigen Wänden und Türen).
  • Essverhalten und Konsum von Genussmitteln/Medikamenten: Mit einem vollen Magen lässt sich oft schwer ein- und durchschlafen. Versuchen Sie, die letzte Mahlzeit spätestens drei Stunden vor der Bettruhe einzunehmen. Auch der Genuss von Alkohol, Zigaretten, Drogen und bestimmten Medikamenten kann die Nachtruhe erschweren und zu Schmerzen im oberen, mittleren und unteren Rücken führen.

Fragen und Antworten

  • Welches Bett eignet sich bei Rückenbeschwerden?

    Zu einem rückengerechten Bett gehören eine ergonomisch geformte Matratze, ein flaches, schmales Kopfkissen (z. B. ein Nackenstützkissen) und ein Lattenrost mit verstellbarer Mittelzone. Das Zubehör sollte auf die individuellen Schlafbedürfnisse und die Schlafposition (Seiten-, Bauch- oder Rückenlage) zugeschnitten sein. Zur optionalen Ausstattung gehören Matratzentopper und orthopädische Kissen.

  • Was ist die beste Schlafposition bei Rückenschmerzen?

    Nach orthopädischen Gesichtspunkten gilt die Rückenlage als die ergonomisch beste Schlafposition. Das betrifft sowohl die Rückengesundheit als auch die Atmung, Verdauung und Durchblutung.
  • Welche Matratze eignet sich bei Rückenschmerzen?

    Eine rückenfreundliche Matratze sollte die Wirbelsäule in ihrer natürlichen Form optimal unterstützen. Dabei spielen Faktoren wie Körpergewicht, Schlafposition, Schlafverhalten/-eigenschaften und die Anzahl der Schlafenden auf der Matratze eine Rolle. Darüber hinaus sollte die Matratze punktelastisch und mindestens 16 cm hoch sein sowie alle 7 bis 15 Jahre ausgetauscht werden.
  • Ist eine harte oder weiche Matratze besser bei Rückenschmerzen?

    Je höher Ihr Gewicht, desto härter sollte die Matratze sein. Personen bis 60 kg können den Härtegrad H1 wählen, der Standardhärtegrad H2 eignet sich bis 90 kg. Bei höherem Gewicht können Sie auf Matratzen der Härtegrade H3 oder H4 zurückgreifen. Darüber hinaus spielt die Schlafposition für den optimalen Härtegrad eine Rolle.
  • Warum werden Rückenschmerzen im Liegen häufig schlimmer?

    Faktoren, die Rückenschmerzen beim und nach dem Liegen und Schlafen begünstigen, sind Fehlhaltungen und -belastungen sowie Bewegungsmangel tagsüber, psychische Probleme und ungünstige Schlafbedingungen wie eine durchgelegene Matratze, eine ungesunde Schlafposition, ein schlechtes Schlafklima oder zu viele schlafstörenden Reize im Schlafzimmer.

  • Welches Kopfkissen eignet sich bei Rückenschmerzen?

    Bei Nacken- und Rückenschmerzen sollte das Kopfkissen länglich sein (z. B. 80 x 40 cm), sodass die Schultern nicht mehr auf dem Kissen, sondern auf der Matratze liegen. Die Höhe sollte so gewählt werden, dass die Halswirbelsäule nicht abgeknickt wird. Bei Nackenschmerzen beim Liegen und Schlafen empfiehlt sich ein Nackenstützkissen.