Illustration: Mann mit freiem Oberkoerper haelt sich den unteren Ruecken

Rückenschmerzen

Schmerzen im Rücken sind in der westlichen Welt aufgrund mangelnder Bewegung und eines vom Büroalltag geprägten Lebensstils weit verbreitet. Hier erfahren Sie mehr über die verschiedenen Arten, Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Rückenschmerzen.

Volkskrankheit Rückenschmerzen

Sie haben es im Rücken? Damit sind Sie nicht allein: In Deutschland haben fast 80 Prozent der Menschen mindestens einmal in ihrem Leben Kummer mit dem Kreuz, viele von ihnen immer wieder. Jeder vierte Besuch in der allgemeinärztlichen Praxis ist darauf zurückzuführen. Für Arbeitgeber und die Allgemeinheit wird das zum Problem: Sie müssen die zahlreichen Fehltage aufgrund von Rückenbeschwerden sowie steigende Gesundheitskosten ausgleichen.

Die Konsequenzen für die einzelnen Betroffenen sind noch deutlicher spürbar: Teils starke akute oder gar chronische Rückenschmerzen, eingeschränkte Mobilität im Alltag und eine dezimierte Lebensqualität gehen mit diesem Volksleiden einher.

Zeichnung einer Wirbelsaeule

Arten von Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind nicht gleich Rückenschmerzen: Haben sie eine spezifische oder unspezifische Ursache? Wie lange dauern sie an? Wo werden sie wahrgenommen? Hier erfahren Sie, worauf es bei der Diagnose von Rückenschmerzen ankommt.

  • Spezifische Rückenschmerzen

    Spezifische Rückenschmerzen haben eine Ursache, die eindeutig festgestellt werden kann. Diese Ursache kann im Bereich der Wirbelsäule liegen, mit organischen oder autoimmun bedingten Erkrankungen zusammenhängen oder hormonell begründet sein. Bei spezifischen Rückenschmerzen wird die zugrunde liegende Ursache behandelt, wodurch auch die Schmerzen abklingen sollten.

  • Unspezifische Rückenschmerzen

    Unspezifische Rückenschmerzen haben keine klare Ursache. Bildgebende Diagnoseverfahren wie Röntgen, MRT (Magnet-Resonanz-Tomografie) oder CT (Computer-Tomografie) zeigen daher keine strukturellen Schäden oder Verletzungen der Wirbelsäule oder von Organen. Stattdessen liegt unspezifischen Rückenschmerzen meist eine funktionelle Ursache zugrunde, also etwa verkrampfte Muskeln. Indem die Verspannung der Muskulatur gelöst wird, zum Beispiel mittels Wärme und Bewegung, bessern sich auch die Rückenschmerzen.

Dauer von Rückenschmerzen: akut, subakut, chronisch

Die Ursachen von Rückenschmerzen bestimmen maßgeblich deren Verlauf. Im Anfangsstadium nehmen die Betroffenen unspezifische Symptome wie muskuläre Verspannungen oft auf die leichte Schulter. Im Folgenden erklären wir die Unterschiede zwischen akuten, subakuten und chronischen Rückenschmerzen.
  • AKUT Akute Rückenschmerzen dauern in der Regel nicht länger als sechs Wochen.

  • SUBAKUT Subakute Rückenschmerzen dauern etwa sechs Wochen bis drei Monate.

  • REZIDIVIEREND Rückenschmerzen, die immer wieder auftreten.

  • CHRONISCH Chronische Rückenschmerzen dauern länger als zwölf Wochen.

  • Akute Rückenschmerzen

    Schmerzen lenken das Bewusstsein auf die Körperstelle, die Aufmerksamkeit benötigt, weil es dort ein Problem gibt. Akute Schmerzen helfen deshalb, körperliche Beschwerden rechtzeitig zu erkennen und, wenn möglich, einzugreifen. Akute Rückenschmerzen dauern in der Regel nicht länger als sechs Wochen.

  • Subakute Rückenschmerzen

    Subakute Rückenschmerzen dauern etwa sechs Wochen bis drei Monate an. Gegen subakute Rückenschmerzen können eine Bewegungstherapie und rückenfreundlicher Sport helfen.

  • Rezidivierende Rückenschmerzen

    Treten Rückenschmerzen immer wieder auf, spricht man von rezidivierenden oder wiederkehrenden Schmerzen. Hier besteht ein verstärktes Risiko für eine Chronifizierung der Beschwerden, z. B. ein chronisch-rezidivierendes Krankheitsbild.

  • Chronische Rückenschmerzen

    Bleibt man den körpereigenen Warnsignalen gegenüber taub, so meldet sich der Schmerz irgendwann regelmäßiger und intensiver wieder. Chronische Rückenschmerzen dauern länger als zwölf Wochen. Dennoch wird man sich nie an sie gewöhnen.

    Andauernde Rückenbeschwerden überlasten und verändern das Nervensystem so sehr, dass es durch die Reizüberflutung selbst zum Auslöser der Schmerzen wird: Es kommt zur Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses, sodass die Schmerzen weiterbestehen, wenn die eigentliche Ursache bereits behoben wurde. Damit das Leben wieder an Qualität gewinnt, gibt es zahlreiche schmerzlindernde Behandlungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel die Wärmetherapie oder punktuell eingesetzte Schmerzmedikamente.

    Langfristig hilft den Betroffenen jedoch vor allem leichte Bewegung. Die verspannten Muskeln sollten nicht stillgelegt, sondern zum Beispiel beim Yoga-Training oder durch Übungen aus der Rückenschule gelockert, gedehnt und gekräftigt werden.
Illustration eines maennlichen Rueckens mit Nummern an den Schmerzbereichen: oberer Ruecken, mittlerer Ruecken und unterer Ruecken

Rückenschmerzen: Schmerzbereiche

Oben, mittig oder unten – wo tritt der Schmerz im Rücken primär auf? Die Lokalisation der Beschwerden kann einiges über ihre Ursache aussagen.

  • 1. Schmerzen im oberen Rücken

    Schmerzen im Bereich der oberen Wirbelsäule können sowohl akut oder subakut als auch chronisch sein. Von dort strahlen die Schmerzen unter Umständen bis in den Hinterkopf, die Schultern und die Arme aus. Nackenschmerzen werden zum Beispiel oft durch eine falsche Körperhaltung am Schreibtisch, einen Bandscheibenvorfall oder seelische Ursachen ausgelöst. 

    Mehr über diesen Schmerzbereich erfahren Sie in unserem Ratgeber:

    Schmerzen im oberen Rücken
  • 2. Schmerzen im mittleren Rücken

    Treten Rückenschmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule auf, sind sie selten verletzungsbedingt. Schmerzen im mittleren Rücken werden meist durch Funktionsstörungen der Rippenwirbelgelenke oder durch Irritationen, Erkrankungen oder Reizungen großer Muskelgruppen im Bereich der Brustwirbelsäule ausgelöst. 

    Lesen Sie mehr über diesen Schmerzbereich in unserem Ratgeber:

    Schmerzen im mittleren Rücken
  • 3. Rückenschmerzen im unteren Rücken

    Im unteren Rücken entsteht ein Großteil der Rückenschmerzen, da die Lendenwirbelsäule sehr anfällig für Schädigungen und Verletzungen ist – sehr viel mehr als die Brust- oder Halswirbelsäule. Die Schmerzen können durch eine Überanstrengung der Muskulatur, Gelenkblockaden oder organische Ursachen wie einen Bandscheibenvorfall entstehen. 

    In unserem Ratgeber zu Schmerzen im Lendenwirbelbereich erfahren Sie mehr darüber:

    Schmerzen im unteren Rücken

Rückenschmerzen: Ursachen der BeschwerdeN

Spezifisch oder unspezifisch, akut oder chronisch, oben, mittig oder unten im Rücken – Rückenschmerzen können die unterschiedlichsten Ursachen, Auslöser und Verlaufsformen haben. Und so ist es nicht verwunderlich, dass es zahlreiche Bezeichnungen für Rückenschmerzen gibt – von „Lumbago“ (Hexenschuss) über „Bandscheibenvorfall“ bis „Ischiasschmerzen“: Bei all diesen Krankheitsbildern kommt es zu leichten bis erheblichen Schmerzen in den betroffenen Rückenarealen. 

Gut zu wissen: In den meisten Fällen werden Rückenschmerzen durch zunächst harmlose Muskelverspannungen ausgelöst. Diese können sowohl körperliche als auch psychische Ursachen haben.

  • Rückenschmerzen: körperliche Ursachen und Auslöser

    Verspannungsbedingte Rückenschmerzen gelten meist als „unspezifisch“ und entstehen in der Regel aufgrund von:
    • Fehlhaltungen (z. B. Rundrücken, Hohlkreuz)
    • Fehlbelastungen (z. B. bei der Arbeit oder beim Sport)
    • Bewegungsmangel
    • Übergewicht
    • ungünstigen Schlafgewohnheiten
    • einem rückenunfreundlichen Arbeitsplatz
    • Zugluft
    • Magnesiummangel
    • flacher Atmung
    Zu den ernsthaften, spezifischen Ursachen und Auslösern für Rückenschmerzen gehören:
    • Bandscheibenvorfall
    • Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)
    • Blockaden der Rippenwirbelgelenke
    • Darmerkrankungen
    • Fibromyalgie (Schmerzsyndrom)
    • gynäkologisch bzw. hormonell bedingte Zustände und Erkrankungen (z. B. Menstruation, Schwangerschaft, Wechseljahre, Endometriose, Myome)
    • Herzerkrankungen 
    • Iliosakralgelenk-Syndrom
    • Lungenerkrankungen 
    • Magen- und Speiseröhrenerkrankungen 
    • Nierenerkrankungen 
    • Rheumatische Erkrankungen 
    • Rippenfellentzündung (Pleuritis)
    • Tumoren an der Wirbelsäule
    • Verletzungen an der Wirbelsäule 
    • Wirbelsäulenverkrümmung/-fehlstellung/-verschleiß

  • Rückenschmerzen: seelische Ursachen und Auslöser

    Schon unsere Sprache drückt es aus: Bei Menschen, die an etwas „schwer zu tragen haben“, können psychische Belastungen auf den Rücken schlagen. Bei unterdrücktem Stress, Angst und anderen seelischen Konflikten schüttet der Körper vermehrt Stresshormone aus, geht unbewusst in eine Abwehrhaltung und spannt die Muskulatur an. Wird diese Stressreaktion nicht mit Bewegung oder Ruhe ausgeglichen, kann dies auf Dauer zu psychisch bedingten Rückenschmerzen führen. Häufige Ursachen und Auslöser dafür sind folgende seelische Herausforderungen:
    • Stress/Überforderung
    • Depressionen
    • Angst
    • Einsamkeit
    • Zwanghaftigkeit

    Wie hängen die Psyche und die Rückenmuskulatur zusammen und was hilft gegen stressbedingte Rückenbeschwerden?

    Rückenschmerzen durch Stress

Hormonbedingte Rückenschmerzen

Rückenschmerzen: Symptome frühzeitig erkennen

Bevor sich Rückenschmerzen manifestieren, kann es einige Anzeichen geben, die Sie nicht ignorieren sollten. So können Sie Rückenschmerzen bereits beim Entstehen bekämpfen. 

Bei folgenden Symptomen empfiehlt es sich, genauer auf den Rücken zu achten:
  • verspannte Muskeln
  • plötzlich auftretender stechender Schmerz 
  • Schonhaltung
  • körperliche Abgeschlagenheit
  • morgendliche Gelenksteifheit
  • Schwächegefühl

Die Vorläufer des Schmerzes erscheinen zunächst einmal ziemlich generisch und sind ohne ärztliche Analyse nicht unbedingt als spezifische Symptome für Rückenschmerzen zu identifizieren. Gerade Menschen, die bisher von Rückenbeschwerden verschont geblieben sind, bringen diese Alltagsbeschwerden oft nicht in direkten Zusammenhang mit möglicherweise drohenden Rückenproblemen. So wird das symptomatische Anfangsstadium von Rückenschmerzen leicht übersehen.
  • Rückenschmerzen: mögliche Symptome

    Werden die Anfangssymptome ignoriert, kann es zu folgenden ausgeprägteren Symptomen kommen:
    • stechende, brennende, ziehende oder bohrende Schmerzen im betroffenen Gewebe, die sich bei Bewegung oder Berührung verschlimmern
    • eine eingeschränkte Beweglichkeit und ein Gefühl der Blockierung (z. B. im Bereich der Rückenstrecker)
    • eine verkrümmte Körperhaltung
    • eine verhärtete Muskulatur im Rücken (Myogelosen)
    • knackende Geräusche in den Wirbeln
      Nervenschmerzen mit Ausstrahlung und Sensibilitätsstörungen in angrenzenden Körperteilen (z. B. Kribbeln, Taubheitsgefühl)
    • Lähmungserscheinungen in den Beinen oder Armen
    • Muskelschwäche 
    • Schlafstörungen
  • Rückenschmerzen: weitere Begleiterscheinungen

    Je nachdem, wo die Schmerzursache im Rücken verortet ist, kann es bei andauernden und schweren Verläufen auch zu diesen Beschwerden kommen:
    • Spannungskopfschmerz (häufig im Hinterkopf)
    • Schulter-Arm-Syndrom (Zervikobrachialsyndrom)
    • (zervikaler) Schwindel 
    • Tinnitus (Ohrgeräusche)
    • Herzrasen
    • Atemnot
    • Sehstörungen (z. B. Flimmern)
    • Schluckstörungen
    • Druck auf der Brust, Atemnot oder (Rippen-)Schmerzen beim Atmen und Bewegen
    • Panikattacken
    • Magenschmerzen und -beschwerden (z. B. [stiller] Reflux/Sodbrennen)
    • Schmerzverstärkung beim Niesen und Husten
    • Verdauungsbeschwerden und Probleme bei der Entleerung des Darms
    • Probleme bei der Entleerung der Blase und Inkontinenz

Rückenschmerzen: wann ärztliche Hilfe holen?

Bei starken Symptomen wie stechenden Schmerzen, Taubheitsgefühlen oder Inkontinenz sowie bei chronischen Beschwerden sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Die ersten Ansprechpersonen bei Rückenschmerzen sind Hausärzt:innen, Orthopäd:innen, Sportmediziner:innen oder Physiotherapeut:innen. Kommt es zu Nervenschmerzen, sollten Neurolog:innen oder Neurochirurg:innen hinzugezogen werden.

Achtung: In seltenen Fällen können Rückenschmerzen mit Begleiterscheinungen einhergehen, die sofort notärztlich abgeklärt werden müssen. 

Diese Symptome können auf einen Herzinfarkt hinweisen:

Rückenschmerzen: was hilft?

Da die Ursachen für Rückenschmerzen sehr unterschiedlich ausfallen können, sollte die Therapie dementsprechend individuell angepasst werden. Fest steht, dass Beschwerden dieser Art umgehend zu behandeln sind, bevor sich ein Schmerzgedächtnis bildet und somit das Risiko besteht, dass die Schmerzen chronisch werden. Wir stellen Ihnen hier eine Auswahl verschiedener Therapieoptionen bei Rückenschmerzen vor, von natürlich bis medikamentös, von einer kurzfristigen Schmerzlinderung bis hin zu Tipps, mit denen Sie Rückenschmerzen vorbeugen können.

Wärmetherapie bei Rückenschmerzen

Was Großmütter schon wussten: Wärme tut meistens nicht nur gut – sie ist bei Rückenbeschwerden auch eine natürliche und überaus gut verträgliche Alternative zu Arzneimitteln. Neben den klassischen Wärmeanwendungen wie Wärmflasche, erwärmtes Körnerkissen oder Fangopackung eignen sich für die bequeme Anwendung im Alltag insbesondere selbstklebende Wärmepflaster wie die Wärmeauflagen und -umschläge von ThermaCare, um die Durchblutung in den verspannten Muskelpartien zu aktivieren und so die Regeneration des verspannten Gewebes zu fördern. Je nach Produkt sorgen sie 8 bis 12 Stunden lang für eine therapeutische Tiefenwärme von ca. 40 °C.

Dabei können Sie für jede Rückenzone ein passendes, ergonomisch geformtes Wärmepflaster oder einen Wärmeumschlag auswählen: Für den unteren Rücken gibt es die ThermaCare Wärmeumschläge bei Rückenschmerzen mit elastischem, größenverstellbarem Gurt. Großflächigere Rückenareale decken die ThermaCare Wärmeauflagen für größere Schmerzbereiche ab. Und mit den ThermaCare Wärmeauflagen bei punktuellen Schmerzen können ganz gezielt bestimmte Schmerzpunkte am Rücken behandelt werden.

Achtung: Liegt den Schmerzen eine Entzündung oder Verletzung des Gewebes zugrunde, können Kälteanwendungen wie Eiskompressen, Kühlpads, kühlende Sprays oder Schmerzgele für die Schmerzlinderung besser geeignet sein.

Medikamentöse Therapie bei Rückenschmerzen

Tablette rein, Schmerz weg? Ganz so einfach funktionieren Schmerzmittel nicht. So können bestimmte Schmerzstiller zwar Rückenschmerzen recht schnell lindern und haben teilweise auch einen entzündungshemmenden Effekt. Doch sollte bei der Einnahme auch rezeptfreier Analgetika (schmerzlindernde/-stillende Arzneimittel) bedacht werden, dass diese unerwünschte Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekte bis hin zu Abhängigkeit hervorrufen können.

Medikamente bei Schmerzen:

Außerdem können bei Rückenschmerzen auch Schmerzgele, -salben und -cremes mit schmerz- und entzündungshemmenden Wirkstoffen eingesetzt werden. Dabei haben viele Salben und Cremes eine eher wärmende und durchblutungsfördernde Wirkung, während Gele wie das ThermaCare Schmerzgel (Pflichttext) kühlen, was besonders bei entzündlichen Prozessen im Gewebe, akuten Gelenkschmerzen und Verletzungen angezeigt ist.

Bewegung bei Rückenschmerzen

Auch wenn bei Rückenschmerzen der Wunsch nach Ruhe groß ist: In den allermeisten Fällen wirkt Bewegung Wunder, wenn Muskelverspannungen, Gelenkblockaden, ein eingeklemmter Ischiasnerv oder Bandscheibenbeschwerden uns das Leben schwer machen.

Spätestens wenn Sie immer wieder oder gar chronisch an Rückenschmerzen leiden, sollten Sie Ihren Rücken durch sportliche Aktivitäten dehnen, lockern und kräftigen. Damit können Sie nicht nur akute Schmerzen lindern, sondern auch zukünftigen Rückenbeschwerden vorbeugen.

Wir zeigen Ihnen einfache Rückenübungen mit großer Wirkung, um die Muskulatur und Faszien im oberen, mittleren und unteren Rücken zu dehnen und zu mobilisieren.

Rückenübungen

Das hilft auch bei Rückenschmerzen

Mit diesen Maßnahmen lassen sich akute Rückenschmerzen lindern, Muskeln lockern und unter Umständen zugrunde liegende Ursachen wie Gelenkblockaden lösen:
  • Massage
  • Manuelle Therapien (z. B. Osteopathie oder Chiropraktik)
  • Akupunktur/Akupressur
  • Rückenbandagen/-orthesen und Kinesiotaping 
  • Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS)
  • Stufenlagerung (für die Entlastung der Lendenwirbelsäule)
  • Einnahme von Magnesium (über die Ernährung, als Nahrungsergänzungsmittel oder Öl)

Rückenschmerzen vorbeugen 

Leider tendieren Rückenschmerzen dazu, immer wieder aufzutreten bzw. chronisch zu werden. Schuld daran ist einerseits unser moderner Lebensstil, der alles andere als rückengerecht ist. Andererseits spielen altersbedingte Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule ebenfalls eine Rolle bei anhaltenden Rückenbeschwerden. Die gute Nachricht ist, dass Sie aktiv gegen verspannungsbedingte Rückenschmerzen vorgehen können. Hier zeigen wir Ihnen, auf was Sie achten sollten:

  • Bewegen Sie sich

    Ein angemessener Mix aus kräftigenden Übungen für die Muskulatur, Dehnungen und Ausdauertraining hilft nicht nur den Rückenmuskeln flexibel zu bleiben. Mit einem regelmäßigen und auf Ihre Bedürfnisse angepassten Training aktivieren Sie den gesamten Organismus, fördern das Herz-Kreislauf-System und stärken das Immunsystem, was sich auch auf die Rückengesundheit auswirkt.

    Bewegung: lockert und stärkt die Muskeln und baut Stresshormone ab
  • Entspannen Sie sich

    Häufiger als man vielleicht vermuten würde, ist psychische Anspannung ein Auslöser für und Verstärker von schmerzhaften Muskelverspannungen. Regelmäßige Entspannungsübungen, Verhaltenstherapie (VT) und hypnotherapeutische Sitzungen können nachhaltig zu einer geringeren Muskelanspannung und einer reduzierten Schmerzwahrnehmung beitragen.

    Entspannung: mit Meditation Druck aus dem Rücken und der Psyche nehmen
  • Sitzen Sie richtig

    Was passiert, wenn man den größten Teil des Tages in sitzender Haltung verbringt? Die Muskeln verkürzen und verhärten sich, die Faszien verkleben und es kann zu schmerzhaften Verspannungen kommen. Auch wenn Sie in Ihrem Arbeitsalltag überwiegend sitzen müssen, können Sie Ihren Arbeitsplatz so gestalten, dass der Rücken weniger leidet. 

    Wissenswertes zu Rückenschmerzen im (Arbeits)Alltag, wie und warum sie entstehen und was Sie aktiv und präventiv dagegen tun können, erfahren Sie in unserem Ratgeber:

    Ergonomisch sitzen am Schreibtisch
  • Schlafen Sie gut

    Im Schlaf sollte sich der Körper regenerieren. Bei ungünstigen Schlafbedingungen jedoch können sich die Muskeln, die sich tagsüber verspannt haben, unter Umständen während der Nachtruhe nicht mehr erholen. Das Resultat sind unter anderem morgendliche Verspannungen, Steifheit und Anlaufschmerzen nach dem Aufstehen sowie Schlafstörungen. 

    Welche Schlafposition ist am rückenfreundlichsten? Welche Matratze und welches Kopfkissen sind für Ihre Bedürfnisse am besten geeignet? Und wie können Sie ein schlafförderndes Ambiente schaffen?

    Rückenschonend schlafen
  • Nutzen Sie ergo- und physiotherapeutische Angebote

    Im Alltag vergessen wir oft, was wir eigentlich wissen: nämlich stets, auch unter Belastung, auf eine rückengerechte Körperhaltung zu achten. So verlieren wir bei sitzenden Tätigkeiten oder beim Tragen von schweren Gegenständen immer wieder die stabile Wirbelsäulenausrichtung, die uns vor Verspannungen, Gelenkblockaden und Bandscheibenschäden schützen kann. Ergo- und Physiotherapeut:innen können uns dabei helfen, aufmerksamer für eine aufrechte Haltung zu werden und geben uns Tipps, wie wir trotz alltäglicher Herausforderungen das Leben rückenfreundlicher gestalten können.

    Übrigens: Nach der Geburt eines Kindes können Sie bei einem Stilltraining das korrekte Tragen Ihres Babys erlernen.
  • Essen Sie gut

    Auch die Ernährung ist für die Rückengesundheit wichtig. Achten Sie darauf, eine ausgewogene Kost zu sich zu nehmen, die reich ist an Nährstoffen wie Magnesium, B-Vitaminen und anderen wichtigen Vitalstoffen, die sich positiv auf die Muskel- und Nervenfunktion sowie das Immun- und Herzkreislaufsystem auswirken.

    Gestresst? So holen Sie sich Ihre kulinarischen Energiekicks:

    Zu den Ernährungstipps
  • Vermeiden Sie Kälte

    Schützen Sie sich vor Zugluft, Nässe und Kälte mit Schals, Halstüchern oder Nierenwärmern, um Verspannungen der Rückenmuskulatur zu vermeiden.

Fragen und Antworten

  • Wann sollten Rückenschmerzen ärztlich abgeklärt werden?

    Bitte holen Sie ärztlichen Rat ein bei starken Schmerzen, langanhaltenden/wiederkehrenden Beschwerden, Taubheitsgefühlen, Lähmungserscheinungen oder Inkontinenz. Notärztliche Hilfe ist angezeigt bei Verletzungen der Wirbelsäule oder bei Symptomen, die auf einen Herzinfarkt hinweisen können, wie z. B. Enge im Brustkorb, Atemnot, Übelkeit, Schweißausbrüche und Ausstrahlung in Arme, Kiefer und Hals.

  • Woher kommen Rückenschmerzen?

    Rückenschmerzen haben verschiedene Ursachen und Auslöser. Sie können psychisch oder körperlich bedingt sein. Zu den häufigsten Auslösern für Rückenschmerzen gehören Muskelverspannungen aufgrund von Fehlhaltungen/-belastungen und Bewegungsmangel. Weitere Ursachen für Rückenschmerzen sind Erkrankungen, Abnutzungserscheinungen und funktionelle Störungen der Wirbelsäule sowie organische, autoimmune oder hormonelle Gründe.

  • Wie lange dauern Rückenschmerzen?

    Akute Rückenschmerzen dauern in den meisten Fällen ca. 1 bis 2 Wochen. Wenn Rückenschmerzen länger als 3 Monate anhalten, spricht man von chronischen Rückenschmerzen. Wenn Rückenschmerzen nach schmerzfreien Pausen immer wieder aufflammen, handelt es sich um rezidivierende (wiederkehrende) Rückenschmerzen.

  • Wohin können Rückenschmerzen ausstrahlen?

    Rückenschmerzen im oberen Rücken können in Schulter, Nacken, Hinterkopf und Arme, Schmerzen im unteren Rücken bis in die Hüfte, das Gesäß und die Beine ausstrahlen.

  • Wie kann man Rückenschmerzen vorbeugen?

    Rückenschmerzen kann man mit aktivem und regelmäßigem Krafttraining sowie Dehnungsübungen vorbeugen. Starke, flexible Bauch- und Rückenmuskeln helfen der Wirbelsäule bei ihrer Stützfunktion und beugen so Rückenschmerzen vor.

  • Wie bemerkt man eine Entzündung im Rücken?

    Wenn sich die Rückenschmerzen durch Kühlung bessern und/oder Fieber die Schmerzen begleitet, könnte eine Entzündung vorliegen. In diesem Fall sollten Sie umgehend ärztlichen Rat einholen, da nur medizinisches Fachpersonal endgültig abklären kann, ob es sich tatsächlich um eine Entzündung handelt und wie sie behandelt werden sollte.