Bandscheiben­vorfall der HWS (Halswirbelsäule)

Patient sitzt mit nacktem Oberkörper links im Bild, Rücken uns zugewandt. Arzt/Physiotherapeut steht rechts neben ihm. Er legt die linke Hand an den Nacken und die rechte Hand auf den Kopf des Patienten und betrachtet die Halswirbelsäule.

Bei Schmerzen in Nacken und Schulter, Steifheit, Schwindel, Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Armen oder Fingern könnte ein Bandscheibenvorfall (Prolaps) in der Halswirbelsäule (HWS) vorliegen. Lies hier, wie ein Bandscheibenvorfall in der HWS entsteht und wie du ihm vorbeugen kannst.

Bandscheiben­vorfall HWS: Das solltest du wissen

  • Die meisten Bandscheibenvorfälle in der HWS entstehen zwischen den unteren Halswirbeln C5/C6 und C6/C7 
  • Da ein Bandscheibenschaden auf eine Nervenwurzel drücken kann, kommt es dabei häufig zu einer Ausstrahlung in angrenzende Körperbereiche
  • Neben Alter, Bewegungsmangel und genetischen Faktoren spielen vor allem Fehlhaltungen und -belastungen eine Rolle bei der Entwicklung eines Bandscheibenvorfalls
  • Eine gesicherte Diagnose erfolgt in der Regel über bildgebende Verfahren wie Röntgen, MRT (Magnet-Resonanz-Tomografie) oder CT (Computer-Tomografie)
  • Die Behandlung umfasst neben Physiotherapie und nackenfreundlicher Bewegung auch Thermotherapie und Schmerzmittel
  • Wärme kann Verspannungen durch einen Bandscheibenvorfall lindern, z. B. in Form von Wärmepflastern wie ThermaCare für Nacken, Schulter und Handgelenk

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Was ist ein Bandscheibenvorfall in der HWS?

Ein Bandscheibenvorfall in der HWS ist eine Schädigung einer Bandscheibe im Bereich der Halswirbelsäule, bei der weiches Bandscheibengewebe austritt und auf Nerven drücken kann. Das löst typischerweise Nacken- und Schulterschmerzen aus, die bis in Arm, Hand oder Finger ausstrahlen können.

Eine Bandscheibe besteht aus einem festen Faserring (Anulus fibrosus) und einem weichen, gelartigen Kern (Nucleus pulposus). Bei einem Bandscheibenvorfall wird der meist bereits verschlissene oder vorgeschädigte Faserring geschwächt oder reißt ein, sodass Kernmaterial nach außen gelangt. Dort kann es auf eine aus dem Rückenmark austretende Nervenwurzel drücken und Beschwerden wie ausstrahlende Schmerzen, Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Muskelschwäche verursachen.

In der 1. Illustration ist eine gesunde, normale Bandscheibe zu sehen, inklusive Spinalkanal, Bandscheibenring und -kern. In der 2. Illustration ist ein Prolaps  zu erkennen, bei dem eine Nervenwurzel komprimiert wird.

So unterscheiden sich eine gesunde und eine geschädigte Bandscheibe

In der Halswirbelsäule (HWS) kann ein solcher Vorfall grundsätzlich auf jeder Höhe entstehen. Am häufigsten betrifft er die unteren Segmente C5/C6 und C6/C7 – also den beweglichsten und am stärksten belasteten Bereich des Nackens.

Wie ist die Halswirbelsäule aufgebaut?

Die Halswirbelsäule ist ein komplexes System aus Wirbeln, Bandscheiben, Muskeln und Bändern, das eine wichtige Rolle bei der Stabilisierung des Kopfes und der Beweglichkeit des Halses spielt. Sie besteht aus sieben einzelnen Knochen, den Halswirbeln C1 bis C7. Diese Wirbel bilden den oberen (zervikalen) Teil der Wirbelsäule und befinden sich zwischen dem Schädel und der Brustwirbelsäule (BWS)

Der erste Halswirbel (C1 oder Atlas) unterscheidet sich von anderen Wirbeln, da er keine Wirbelkörper hat, sondern stattdessen einen breiten Ring, der das Gewicht des Schädels trägt. Der zweite Halswirbel (C2 oder Axis) besitzt einen nach oben ragenden knöchernen Zahnfortsatz (Dens axis), der gemeinsam mit dem Atlas eine Art Drehgelenk bildet. Dadurch kann der Kopf nach links und rechts gedreht werden.

Zwischen den Halswirbeln C2 und C7 befinden sich fünf Bandscheiben, die die HWS vor Stößen schützen und für eine gleichmäßige Belastung auf den Deckplatten der Wirbelkörper sorgen. Da die Halswirbelsäule aufgrund ihrer Struktur sehr beweglich ist, ist sie auch anfällig für Schädigungen, wie z. B. ein Bandscheibenvorfall oder eine Bandscheibenvorwölbung (Protrusion).

Illustration einer Wirbelsäule mit allen Wirbeln. Die Wirbelsäule ist in 5 Bereiche eingeteilt: Coccyx (Steißbein), Sacrum (Kreuzbein), Lumbar (Lendenwirbelsäule), Thoracic (Brustwirbelsäule) und Cervical (Halswirbelsäule, rot markiert).

Ein Bandscheibenvorfall in der HWS tritt zwischen den Wirbeln C1 und C7 auf

Bandscheibenvorfall oder Bandscheibenvorwölbung?

Bei einer Bandscheibenvorwölbung bleibt der äußere Faserring der Bandscheibe intakt – der weiche Gallertkern drückt ihn nach außen, durchbricht ihn aber nicht, sodass kein Gewebe austritt. Bei einem Bandscheibenvorfall reißt der Faserring ein und Gallertgewebe tritt aus. In ausgeprägten Fällen kann sich ein Stück ganz ablösen (Sequester).

Eine Vorwölbung kann, muss aber nicht in einen Vorfall übergehen. Viele Vorwölbungen bleiben über Jahre stabil oder bilden sich sogar zurück, ohne je zu einem Vorfall zu werden. Als Teil des normalen Alterungsprozesses der Bandscheibe treten sie häufig auf und verursachen bei vielen Betroffenen keine oder nur wenige Beschwerden.

Andererseits kann ein kompletter Bandscheibenvorfall oder Sequester wieder vom Körper abgebaut werden oder schrumpfen. Auch wenn eine Vorwölbung als die leichtere und ein Vorfall als die schwerere Form gelten, sind die tatsächlich wahrgenommenen Beschwerden entscheidender für den Verlauf und die Therapie als die Diagnose.

Welche Symptome kann ein Bandscheibenvorfall in der HWS auslösen?

Ein zervikaler Bandscheibenvorfall kann folgende Symptome mit sich bringen:

  • Segmentale/ausstrahlende Schmerzen im Hals- und Nackenbereich
  • Empfindungsstörungen (Parästhesien), wie Kribbeln oder Taubheitsgefühle in Arm, Hand oder einzelnen Fingern 
  • Schulter-Arm-Syndrom (Zervikobrachialgie)
  • Starke Bewegungseinschränkung von Kopf, Hals und Schultern (z. B. ein steifer Nacken)
  • Stark verhärtete Nacken- und Halsmuskulatur (Myogelosen
  • Neurologische Ausfallerscheinungen (Lähmungserscheinungen und Schwäche)

Diffuse Beschwerden im Kopfbereich

Ein Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule kann, ähnlich wie ein HWS-Syndrom, unspezifische Symptome wie diffuse Beschwerden im Kopf verursachen. Dazu gehören:

  • Spannungskopfschmerzen
  • (Zervikaler) Schwindel
  • Benommenheit
  • Tinnitus (Ohrgeräusche)
  • Sehstörungen (z. B. Flimmern)
  • Schluckstörungen
  • Atemnot (durch Schädigung der Spinalnerven, die das Zwerchfell innervieren)

Übrigens: Grundsätzlich hängen die Begleiterscheinungen eines Bandscheibenvorfalls in der HWS davon ab, welche Wirbel und Nervenwurzeln im Hals und Nacken betroffen sind.

Wir beobachten diese Symptome bei einem zervikalen Bandscheibenschaden mit Radikulopathie (Beeinträchtigung, bzw. Reizung bestimmter Nervenwurzeln):

Nervenwurzeln C1-4 (Höhe C2-C4): starke Nackenschmerzen und Atemnot (Achtung: medizinischer Notfall!)

Nervenwurzel C5 (Höhe C4/5): Schmerzen, Taubheit oder Kribbeln in Schulter, Arm und Hand bis zum Daumen, Schwierigkeiten beim Beugen des Armes

Nervenwurzel C6 (Höhe C5/6): Schmerzen, Taubheit oder Kribbeln in Schulter, Arm und Hand bis zum Daumen, Schwierigkeiten beim Beugen des Armes

Nervenwurzel C7 (Höhe C6/7): Schmerzen, Taubheit oder Kribbeln in Arm und Hand bis zum Zeige-, Mittel- und Ringfinger, Schwierigkeiten beim Strecken des Armes

Nervenwurzel C8 (Höhe C7/Th1): Schmerzen, Taubheit oder Kribbeln auf der Außenseite des Unterarms und der Hand bis zum kleinen Finger

Anatomische Illustration einer männlichen Person von vorne und hinten mit den Wirbeln der HWS, BWS und LWS und den jeweiligen Ausstrahlungsgebieten der Nervenwurzeln, die bei einer Verspannung oder Verletzung zwischen den Wirbeln betroffen sind.

Ein HWS-Syndrom kann über die Nervenwurzeln C2 bis C8 ausstrahlen

Welche Ursachen kann ein Bandscheibenvorfall in der HWS haben?

Die häufigste Ursache eines Bandscheibenvorfalls an der Halswirbelsäule ist der altersbedingte Verschleiß (Degeneration). Mit den Jahren verlieren die Bandscheiben an Wassergehalt und Elastizität, der Faserring wird brüchig und reißt leichter ein.

Begünstigt wird dieser schleichende Prozess durch:

  • Bewegungsmangel
  • Nackenfehlhaltung (z. B. Rundrücken, „Smartphone-Nacken“)
  • Fehl- oder Überbelastung (z. B. beim Sport/bei der Arbeit)
  • Osteoporose/Arthrose der Halswirbelsäule
  • Rauchen
  • genetische Veranlagung

Ein Bandscheibenvorfall kann aber auch traumatisch bedingt sein und durch einen Unfall (z. B. ein Schleudertrauma, ein Sturz oder eine ruckartige Gewalteinwirkung auf die Halswirbelsäule) ausgelöst werden. Beim Trauma wirkt eine plötzliche, hohe Kraft auf eine oft zuvor gesunde oder nur gering vorgeschädigte Bandscheibe und löst akute Beschwerden aus.

Bei einem rein degenerativen Bandscheibenvorfall bestehen meist schon länger Verschleißerscheinungen an mehreren Segmenten und ein plötzlicher Auslöser fehlt. In vielen Fällen jedoch wird eine bereits vorgeschädigte Bandscheibe durch ein traumatisches Ereignis verletzt. Dann ist das Trauma der akute Auslöser und der Verschleiß die darunter liegende Ursache für einen Bandscheibenvorfall.

Diagnostik

Ein Bandscheibenvorfall in der HWS wird in der Regel von Orthopäd:innen oder Unfallchirurg:innen festgestellt. 

Die Diagnose erfolgt durch eine gründliche körperliche Untersuchung inklusive Labordiagnostik (z. B. Blutuntersuchung), bildgebende Verfahren wie Röntgen, MRT (Magnet-Resonanz-Tomografie), CT (Computer-Tomografie) oder Sonografie (Ultraschall)/Elastografie sowie ggfs. elektrophysiologische Nervenuntersuchungen.

Dabei kann auch eine Funktionsdiagnostik der gesamten Halswirbelsäule zu Flexibilität, Bewegungsradius, Koordination und Muskelbalance der Nackenmuskulatur Aufschluss über das genaue Ausmaß einer Bandscheibenschädigung oder mögliche andere Ursachen für die Symptomatik geben. 

2 MRT-Bilder, auf dem die Halswirbelsäule und ein Teil des Kopfs zu sehen sind. Eines im Profil, eines von hinten. In der HWS ist ein Bandscheibenvorfall erkennbar. Die Stelle, an der sich die Bandscheibe vorwölbt, ist rötlich eingefärbt.

Ein Bandscheibenvorfall in der HWS lässt sich mithilfe bildgebender Verfahren wie dem MRT feststellen

Wie erkenne ich selbst einen Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule?

Grundsätzlich solltest du einen zervikalen Prolaps ärztlich abklären lassen. Wenn du im folgenden Selbsttest eine oder mehrere Fragen mit „Ja“ beantwortest, solltest du einen Termin in deiner Hausarzt- bzw. orthopädischen Praxis ausmachen:
  • Strahlen deine Schmerzen in angrenzende Regionen (Schulter, Arm, Hand) aus? 
  • Leidest du an Empfindungsstörungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühlen in den Armen, Händen oder Fingern?
  • Spürst du ein Schwächegefühl in den Schultern oder Armen?
  • Nimmst du die Beschwerden eher einseitig wahr?
  • Leidest du an Schwindel, Seh- oder Schluckstörungen? 
  • Dauern deine Beschwerden länger als 6 Wochen an?
  • Sind die Beschwerden plötzlich aufgetaucht?
  • Verstärken sich die Beschwerden bei Belastung?
Wenn du eine oder mehrere der folgenden Fragen ebenfalls bejahen würdest, ist dein Risiko für einen Bandscheibenvorfall in der HWS zusätzlich erhöht:
  • Hast du Übergewicht?
  • Bewegst du dich zu wenig?
  • Trägst du regelmäßig schwere Lasten?
  • Wurde bei dir schon einmal ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert?

Behandlung und Selbsthilfe

Ein Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule kann sehr schmerzhaft sein und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Viele Betroffene entwickeln aufgrund der Schmerzen und eingeschränkten Beweglichkeit eine Schonhaltung, was eine Chronifizierung der Beschwerden begünstigt.

Die Behandlung erfolgt in den meisten Fällen konservativ mit einem Fokus auf regelmäßige Bewegung und Nacken- und Rückenübungen. In der Akutphase können Thermo- und Schmerztherapie unterstützend wirken. Nur selten muss ein zervikaler Bandscheibenvorfall operiert werden.

Mit den folgenden Therapieansätzen kannst du die akuten Symptome eines Prolapses in Hals und Nacken lindern und chronischen Folgen wie einer permanenten Schonhaltung und Aktivierung des Schmerzgedächtnisses vorbeugen.

Bandscheiben brauchen Bewegung

Rückenfreundliche, regelmäßige Bewegung, die unsere alltagstypischen Fehlhaltungen z. B. beim Arbeiten ausgleichen kann, ist das A und O für einen gesunden Bewegungsapparat. Außerdem trägt Bewegung zum psychischen Wohlbefinden und zur Stressreduktion bei, was die Lebensqualität nach einem zervikalen Bandscheibenvorfall verbessern und die Schmerzempfindung reduzieren kann.

Nach einem unkomplizierten Bandscheibenvorfall im Nacken solltest du das Gewebe um die betroffenen Halswirbel mit speziellen Dehnübungen und Krafttraining vorsichtig stabilisieren und mobilisieren. Dadurch kannst du die Belastbarkeit der Wirbelsäule steigern, die Regeneration der Wirbelsäule unterstützen und das Risiko für erneute Bandscheibenvorfälle reduzieren. Wichtig ist dabei, dass die Bewegungen keine ausstrahlenden Schmerzen oder Empfindungsstörungen auslösen. Ein leichtes muskuläres Ziehen ist aber unbedenklich. 

Du solltest das Training langsam und dosiert aufbauen, am besten unter ärztlicher oder physiotherapeutischer Anleitung. Übungen, die die Halswirbelsäule stark belasten, z. B. Sit-ups oder Schulterdrücken, solltest du in der akuten Phase vermeiden. Stattdessen können der Unterarmstütz oder das Rudern am Kabelzug zur Stärkung der Rückenmuskulatur beitragen, ohne die Halswirbelsäule zu überlasten.

Sportliche Aktivitäten, bei denen es zu abrupten Bewegungen und Erschütterungen kommt (z. B. Kampfsportarten oder Tennis) sowie Übungen, bei denen viel Druck auf die HWS ausgeübt wird (z. B. Klimmzüge) solltest du ebenfalls unterlassen.

Achtung: In der akuten, stark schmerzhaften Phase und bei neurologischen Ausfallerscheinungen, die auf eine Nervenkompression hindeuten, wie z. B. Taubheit, Kribbeln, Schwäche oder Lähmungserscheinungen in den Armen, solltest du deine Beschwerden erst abklären lassen, bevor du mit dem Training loslegst.

Wir haben dir hier einige Übungen zusammengestellt, die du nach ärztlicher Absprache individuell zusammenstellen kannst für ein tägliches Programm zur Mobilisation der Halswirbelsäule und zur Lockerung der Hals-, Nacken- und Schultermuskulatur.

Übung 1Nacken aufdehnen

Wenn die oberen zervikalen Wirbel durch einen Bandscheibenvorfall in der HWS aus dem Lot geraten sind, kann sich das durch Kopf- und Nackenschmerzen, Schwindel und Tinnitus äußern.

Die folgende Übung eignet sich bei Nackenschmerzen: Sie entspannt die Muskeln um die Halswirbelsäule herum, dehnt die Brustmuskulatur und löst Nackenverspannungen

  • Schritt 1
    Stelle dich aufrecht hin oder setze dich auf einen Stuhl. Winkle deinen rechten Arm an. Mit der linken Hand greifst du über den Kopf an die obere hintere Schädelecke (über dem rechten Ohr) und ziehst den Kopf langsam so weit wie möglich im 45-Grad-Winkel nach links, in Richtung des linken Ellenbogens. Lass dabei den Rücken gerade und ziehe die rechte Schulter maximal nach unten in Richtung der rechten Hüfte.

    Schritt 2
    Spanne den Kopf gegen die haltende linke Hand nach hinten oben in die Gegenrichtung an. Dehne dich ca. 60 Sekunden lang intensiv. Löse danach die Spannung wieder.

    Schritt 3
    Wiederhole die Übung auf der anderen Seite.

Übung 2Steifer Nacken

Mit dieser einfachen Nackendehnung kannst du Verspannungen in der geraden Nackenmuskulatur lösen und so einen steifen Nacken sanft mobilisieren.

  • Schritt 1
    Greife mit beiden Armen an den Hinterkopf. Ziehe das Kinn mit Hilfe der Arme möglichst weit zur Brust, ohne dabei deine aufrechte Körperhaltung zu verlieren oder die Schultern hochzuziehen.

    Schritt 2
    Bleibe ca. 60 Sekunden in dieser Dehnung.

Übung 3Schulter-Arm-Syndrom

Das Schulter-Arm-Syndrom ist eine häufige Begleiterscheinung eines zervikalen Bandscheibenvorfalls und kann zu starken Einschränkungen in der Beweglichkeit führen. Mit dieser Stretching-Übung kannst du Schulter- und Nackenschmerzen lindern und den Arm danach wieder besser anheben.

  • Schritt 1
    Stelle dich für die Übung vor eine Wand und lege den betroffenen Arm gestreckt mit der Innenfläche horizontal an der Wand ab. Deine Schultern sollten dabei direkten Kontakt zur Wand haben.

    Schritt 2
    Drehe dich von der Wand weg und rotiere deinen Oberkörper so weit wie möglich, ohne die Schulter von der Wand zu nehmen. Verbleib in dieser Dehnung ca. 30 Sekunden lang.

    Schritt 3
    Drücke Ellenbogen und Hand 10 Sekunden lang mit voller Kraft gegen die Wand und löse danach die Anspannung.

    Schritt 4
    Verlasse die Ausgangsposition und platziere den Arm etwas höher als zuvor, idealerweise in einem Winkel zwischen 10 und 15 Grad über der Horizontalen. Drehe dich danach wieder von der Wand weg und versuche, bei jedem Ausatmen noch etwas tiefer in die Dehnung zu kommen.

    Schritt 5
    Falls möglich, lege den Arm noch etwas höher an der Wand ab (in einem 45-Grad-Winkel). Drücke die Schulter gegen die Wand und drehe dich erneut eine halbe Minute lang in diese Dehnung. Danach die Spannung lösen.

Sanftes Training für die HWS

Unterstützende Behandlungsoptionen

Neben gezielter Bewegung können weitere Methoden bei der Therapie eines Bandscheibenvorfalls in der HWS hilfreich sein. Bitte lass dich grundsätzlich vor der Behandlung ärztlich beraten, damit deine individuellen Voraussetzungen berücksichtigt werden.

  • Thermotherapie kann eine sinnvolle Ergänzung zur konservativen Behandlung von Bandscheibenbeschwerden sein.

    Klassische Kälteanwendungen wie Kühlpads oder kühlende Schmerzgele, z. B. das ThermaCare Schmerzgel (Pflichttext), können sich positiv auf einen akuten Bandscheibenvorfall auswirken, da sie die Durchblutung reduzieren, einen abschwellenden und schmerzlindernden Effekt haben und entzündlichen Prozessen entgegenwirken.

    Wärmeanwendungen wie Wärmepflaster, Infrarotlicht oder eine heiße Rolle fördern die Durchblutung im Gewebe, wirken schmerzlindernd und unterstützen die Muskulatur. Dadurch können sie eine wohltuende Wirkung auf Verspannungen haben, die im Rahmen eines Bandscheibenvorfalls in der Regel auftreten. Die Wärmetherapie lässt sich vor allem nach der Akutphase und bei chronischen Beschwerden gut einsetzen.

    Die ThermaCare Wärmeumschläge für Nacken, Schulter und Handgelenk sorgen 12 Stunden lang für eine therapeutische Tiefenwärme im betroffenen Gewebe. Sie wirken lindernd auf Nackenverspannungen und können bequem unter der Kleidung getragen werden, unterwegs und zu Hause, im Büro und beim Sport.
  • Eine Reihe von schmerzlindernden und entzündungshemmenden Arzneimitteln können dazu beitragen, die Beweglichkeit der HWS in der Akutphase zu verbessern.
  • Da ein Bandscheibenvorfall in der HWS eine schwerwiegende Schädigung der oberen Wirbelsäule darstellen kann, solltest du symptomlindernde Maßnahmen wie

    • Manuelle Therapie (z. B. Craniosacrale Therapie, Chiropraktik, Osteopathie)
    • Akupunktur/Akupressur
    • Kinesio-Taping
    • Massage
    • Tragen einer Halskrause

    in der Akutphase nur nach ärztlicher Absprache und mit der Unterstützung durch erfahrene Therapeut:innen einsetzen.

  • In seltenen Fällen, wenn die Beschwerden länger als 12 Wochen andauern, bzw. immer wiederkehren sowie bei starken neurologischen Ausfallerscheinungen wie anhaltenden Sensibilitätsstörungen und Schwächegefühle in den Schultern oder Armen, sollte eine Operation in Betracht gezogen werden, um den Druck auf die Nervenwurzeln zu reduzieren.

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  • ThermaCare für Nacken, Schulter und Handgelenk

    zur Behandlung von Nacken-, Schulter- und Handgelenksschmerzen

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Häufig gestellte Fragen

  • Bei einem Bandscheibenvorfall in der HWS solltest du plötzliche starke Drehbewegungen des Halses vermeiden sowie: 

    • keine schwere Lasten tragen
    • den Kopf nicht überstrecken (z. B. beim Arbeiten am Computer)
    • keinen starken Druck auf die Hals- und Nackenmuskulatur geben (z. B. durch eine ungünstige Haltung beim Training)
  • Ja, durch gezieltes Training der Rücken- und Nackenmuskulatur unter ärztlicher/physiotherapeutischer Aufsicht kannst du die Belastbarkeit und Beweglichkeit der Halswirbelsäule steigern, was das Risiko für erneute Bandscheibenvorfälle reduzieren kann. 

    Dabei solltest du zunächst mit kontrollierten Bewegungen und leichteren Gewichten trainieren. Außerdem eignen sich z. B. Übungen wie der Unterarmstütz oder das Rudern am Kabelzug.

  • Bei einem Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule eignen sich am besten Rücken- und Seitenlage, die Bauchlage sollte hingegen vermieden werden. 

    Achte darauf, dass die Schlafposition den Druck auf die Halswirbelsäule minimiert und eine möglichst neutrale Position der Wirbelsäule ermöglicht.
  • Ein Bandscheibenvorfall in der HWS auf Höhe der Halswirbel 5 und 6 kann zu einer Taubheit im Daumen und ein Bandscheibenvorfall auf Höhe der Halswirbel 6 und 7 zu einer Taubheit im Zeige-, Mittel- und Ringfinger führen, je nachdem, welcher Nerv betroffen ist.
  • Bei einem Bandscheibenvorfall in der HWS kann bei Rückenlage ein eher flacheres Kissen unter dem Kopf den Druck auf die Halswirbelsäule reduzieren. 

    Unter Umständen kann ein zusätzliches Kissen unter den Knien (Rückenlage) oder zwischen den Knien (Seitenlage) eine neutrale Wirbelsäulenposition unterstützen.
  • Die erste Anlaufstelle nach dem Hausarzt / der Hausärztin sind Orthopäd:innen, die dann i.d.R. per Bildgebung die Diagnose eines zervikalen Bandscheibenvorfalls stellen können.
  • Die Regeneration eines durch einen Bandscheibenvorfall geschädigten Nervs kann einige Wochen bis zu mehreren Jahren andauern. In manchen Fällen ist der Schaden irreversibel.

    Der Heilungsprozess hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z. B. der Schwere des Vorfalls, dem Ausmaß der Kompression des Nervs und der individuellen Regenerationsfähigkeit der betroffenen Person.

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Die bereitgestellten Informationen wurden mit größter Sorgfalt und auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse zusammengestellt. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keinesfalls eine medizinische Beratung. Die Angaben beziehen sich auf die lokale Anwendung der Wärmeauflagen. Bitte lese dir vor der Verwendung die Gebrauchsanweisung sorgfältig durch und beachte alle Hinweise.

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Quellen

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