Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule

Ärztin erklärt Patienten Röntgenbilder in einer Praxis. Er schaut auf die Bilder und hält seinen schmerzenden Rücken. Auf den Bildern ist eine Lendenwirbelsäule zu erkennen. Vermutlich geht es um einen Bandscheibenvorfall.

Stark, beweglich, schützend und unterstützend: Die menschliche Wirbelsäule ist ein komplexes und perfekt aufeinander eingespieltes System von Knochen, Knorpeln, Bändern, Sehnen und Muskeln. Der untere Teil der Wirbelsäule, die Lendenwirbelsäule (LWS), trägt dabei die größte Last und ist gleichzeitig sehr flexibel. 

Diese Belastung macht sich leider im Laufe des Lebens bei vielen Menschen bemerkbar: 90 % aller Bandscheibenvorfälle werden in der Lendenwirbelsäule beobachtet. Hier erfahren Sie, wie es dazu kommt, wie Sie eine lumbale Diskushernie (Bandscheibenvorfall in der LWS) wahrnehmen und wie sie behandelt wird.

Bandscheibenvorfall LWS: Das sollten Sie wissen

  • Aufgrund der starken Belastung der LWS werden hier 90 % aller Bandscheibenvorfälle diagnostiziert.
  • In der Mehrzahl treten Bandscheibenvorfälle in der unteren LWS zwischen den Wirbeln L4/L5 und L5/S1 auf.
  • Zu den häufigsten Risikofaktoren für Bandscheibenvorfälle in der LWS gehören Bewegungsmangel, anhaltende Fehlhaltungen/-belastungen, Übergewicht und genetische Faktoren.
  • Angemessene Bewegung wie Krankengymnastik, isometrische Übungen und Spaziergänge können auf die Beschwerden lindernd wirken.
  • Rückenfreundliche Alltags- und Arbeitsabläufe sowie ein ergonomischer Arbeitsplatz unterstützen den Genesungsprozess. 
Illustration einer Wirbelsäule mit allen Wirbeln. Die Wirbelsäule ist in 5 Bereiche eingeteilt: Coccyx (Steißbein), Sacrum (Kreuzbein), Lumbar (Lendenwirbelsäule, rot markiert), Thoracic (Brustwirbelsäule) und Cervical (Halswirbelsäule).

Ein Bandscheibenvorfall in der LWS tritt zwischen den Wirbeln L1 und L5 auf

Aufbau der Lendenwirbelsäule

Die Lendenwirbelsäule befindet sich zwischen der Brustwirbelsäule (BWS) und dem Kreuzbein (Sacrum). In ihrer natürlichen Ausrichtung ist sie nach vorne gekrümmt (Lordose) und besteht aus fünf lumbalen Wirbeln (L1 bis L5), die in ihrer Form größer, breiter und flacher sind als die der Brust- und Halswirbelsäule.

Als unterer Teil der Wirbelsäule trägt die LWS das meiste Gewicht des Oberkörpers und sorgt für Haltung. Dabei ist sie in der Lage, große Kräfte zu absorbieren und zu verteilen, um Verletzungen zu vermeiden. Außerdem ist sie sehr flexibel und ermöglicht eine Vielzahl von Bewegungen wie Beugung, Streckung, Seitwärtsbewegung und Rotation. Gleichzeitig unterstützt sie innere Organe wie den Magen-Darm-Trakt, die Blase, Nieren und Fortpflanzungsorgane und schützt die empfindlichen Strukturen des Rückenmarks und der Nervenwurzeln, die den unteren Körperbereich innervieren.

Aufgrund ihrer Funktionalität und Position innerhalb des Körpers wirken ungeheure Kräfte auf die LWS, die sich bei den meisten Menschen auf Dauer in Verschleißerscheinungen und Verletzungen niederschlagen. Und diese machen sich häufig als Bandscheibenschädigungen bemerkbar.

Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule

Zwischen den fünf Lendenwirbeln und dem Steißbein befinden sich fünf Bandscheiben, die aus einem weichen, gallertartigen Kern (Nucleus pulposus) bestehen, der von einem äußeren Ring aus Fasern (Anulus fibrosus) umgeben ist. Die Bandscheiben fungieren als Stoßdämpfer zwischen den Wirbeln und halten die Wirbelsäule flexibel. 

Bei einem lumbalen Bandscheibenvorfall (Prolaps) wird der Faserring der Bandscheibe brüchig, sodass der weiche Kern teilweise oder ganz hervorquellen und auf umliegende Nervenwurzeln oder das Rückenmark drücken kann. Dabei kommt es häufig zu einer Radikulopathie (Reizung/Schädigung einer Nervenwurzel), was zu ausstrahlenden Schmerzen führen kann.

In der 1. Illustration ist eine gesunde, normale Bandscheibe zu sehen, inklusive Spinalkanal, Bandscheibenring und -kern. In der 2. Illustration ist ein Prolaps  zu erkennen, bei dem eine Nervenwurzel komprimiert wird.

So unterscheiden sich eine gesunde und eine geschädigte Bandscheibe

Symptome

Die Symptome eines lumbalen Bandscheibenvorfalls können stark variieren. Hier ein Überblick, welche Beschwerden eine Diskushernie in der LWS auslösen kann: 
  • Plötzlich auftretende ziehende, drückende oder stechende Schmerzen im unteren Rücken
  • Schmerzen, die bis in den Bauchraum, das Gesäß, die Hüften, Beine und Füße ausstrahlen können
  • Einschießende, elektrisierende oder reißende Schmerzen, die vom Gesäß bis in den Fuß ziehen können (Ischialgie)
  • Schmerzen, die nur einseitig oder in einer spezifischen Region des Beines auftreten, abhängig von der betroffenen Nervenwurzel
  • Schmerzen, die sich unter Belastung und beim Niesen/Husten verstärken
  • Stark verhärtete Muskulatur und Steifheit/Bewegungseinschränkung im Bereich der LWS (z. B. Schwierigkeiten beim Gehen und Vorbeugen)
  • Empfindungsstörungen (Parästhesien wie Kribbeln oder Taubheit in den Beinen und Füßen)
  • Neurologische Ausfallerscheinungen (Schwäche- und Lähmungserscheinungen der Muskulatur in den Beinen, z. B. Fußheberschwäche, Reflexminderung)
  • Blasen- und Darmfunktionsstörungen bis hin zu Inkontinenz (Cauda-Syndrom)

Lokalisierung der Beschwerden

Die Beschwerden nach einem Bandscheibenvorfall in der LWS hängen unter anderem davon ab, welche Lendenwirbel betroffen sind und ob das Bandscheibenmaterial das Rückenmark oder die Spinalnerven (bestehend aus motorischen und sensorischen Nervenwurzeln) komprimiert.

Anhand der Lokalisierung von Schmerzen, Sensibilitätsstörungen und Lähmungserscheinungen können Ärzt:innen schon durch eine körperliche Untersuchung auf die ungefähre Position des Bandscheibenvorfalls schließen. So kann ein Bandscheibenvorfall zwischen den Wirbeln L5/S1 Kribbeln, Taubheit und Lähmungen bis in den Fuß und die Zehenspitzen verursachen. Bei Symptomen, die in der Hüfte und im Gesäß wahrgenommen werden, sind wahrscheinlich eher Wirbel im oberen Bereich der LWS betroffen.

Achtung: Bei folgenden Symptomen sollten Sie eine/n Ärztin/Arzt konsultieren:
  • sehr starke Schmerzen mit Ausstrahlung, die mehr als fünf Tage anhalten oder sich verschlimmern
  • akute Rückenschmerzen, die immer wieder aufflammen oder länger als 4 bis 6 Wochen anhalten
  • anhaltende neurologische Symptome wie Empfindungsstörungen (z. B. Taubheit, Lähmungen oder Kribbeln in einem Bein oder Fuß)
  • Inkontinenz oder Potenzprobleme/ Empfindungsstörungen im Intimbereich
  • Darm-, Blasen- oder Nierenbeschwerden

Bei einer Verletzung der Wirbelsäule, z. B. durch einen Unfall, muss sofort eine ärztliche Untersuchung erfolgen!

Ursachen

Schmerzen im unteren Rücken können unterschiedliche spezifische, d. h. eindeutig feststellbare, als auch unspezifische Ursachen haben. 
Zu den spezifischen Rückenschmerzen zählen Bandscheibenvorfälle. Ein Prolaps in der LWS entsteht in der Regel durch eine Kombination aus degenerativen Veränderungen und akuten Verletzungen der Bandscheibe. 

Zu den Risikofaktoren für einen lumbalen Bandscheibenvorfall gehören:
  • Alter (die meisten Betroffenen sind zwischen 45 und 55 Jahre alt)
  • Bewegungsmangel (z. B. ständiges Sitzen)
  • Fehlhaltung (z. B. Hohlkreuz oder Rundrücken)
  • Fehl- oder Überbelastung (z. B. schweres Heben, falsches Drehen, ruckartige Bewegungen)
  • Degenerative Erscheinungen wie Osteoporose oder Arthrose der Wirbelsäule

Welche Ursachen für Rückenschmerzen gibt es noch?

Diagnostik

Um sicherzugehen, dass Sie auch wirklich an einem Bandscheibenvorfall in der LWS leiden, sollten Sie Fachleute aus den Bereichen Orthopädie, Unfallchirurgie oder Sportmedizin aufsuchen. Diese können mit gängigen bildgebenden Verfahren wie Röntgen, MRT (Magnet-Resonanz-Tomografie), CT (Computer-Tomografie) oder Sonografie (Ultraschall)/Elastografie genau feststellen, ob und zwischen welchen Wirbeln ein Prolaps oder eine Protrusion (Bandscheibenvorwölbung) vorliegt und welche Nervenwurzeln beeinträchtigt sein können. 

Eine Funktions- und Ganganalyse sowie eine mehrdimensionale Wirbelsäulenvermessung können ebenfalls Aufschluss über das genaue Maß der Schädigung geben. Darüber hinaus können Neurolog:innen bei neurologischen Beschwerden elektrophysiologische Nervenuntersuchungen und Neurochirurg:innen operative Eingriffe durchführen.

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Ein Bandscheibenvorfall in der LWS kann auf den Spinalkanal drücken

Selbsttest: Habe ich einen Bandscheibenvorfall in der LWS?

Bevor Sie den Weg zu einer auf Bandscheibenvorfälle spezialisierten Praxis nehmen, können Sie den folgenden Selbsttest machen. Beantworten Sie eine oder mehrere Fragen mit einem „Ja“, sollten Sie die Beschwerden orthopädisch und/oder neurologisch abklären lassen. 
  • Strahlen Ihre Schmerzen in angrenzende Regionen (Gesäß, Hüfte, Bein, Fuß) aus? 
    Leiden Sie an Empfindungsstörungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühlen in den Beinen oder Füßen?
  • Spüren Sie ein Schwächegefühl in den Beinen, bzw. können Sie ein Bein nicht mehr heben?
  • Nehmen Sie die Beschwerden eher einseitig wahr?
  • Leiden Sie plötzlich an einer Blasenschwäche, Magen-Darm-Beschwerden oder Inkontinenz?
  • Dauern die Beschwerden länger als 6 Wochen an?
  • Sind die Beschwerden plötzlich aufgetaucht?
  • Verstärken sich die Beschwerden unter Belastung, bzw. beim Niesen oder Husten?
  • Ist Ihr Rücken im Bereich der Lendenwirbelsäule stark nach innen gewölbt?
  • Haben Sie einen Beckenschiefstand?
  • Leiden Sie an Skoliose (Wirbelsäulenverkrümmung)?
Bestehen bei Ihnen auch eines oder mehrere der folgenden Probleme? Wenn ja, ist die Wahrscheinlichkeit eines Bandscheibenvorfalls in der HWS zusätzlich erhöht:
  • Haben Sie Übergewicht?
  • Bewegen Sie sich wenig und/oder sitzen Sie sehr viel?
  • Tragen Sie regelmäßig schwere Lasten?
  • Wurde bei Ihnen schon einmal ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert?

Ist es wirklich ein Bandscheibenvorfall?

BEHANDLUNG

Die meisten Fälle von Bandscheibenvorfällen in der LWS können durch konservative Behandlungsmethoden wie Schmerzmedikation, Physiotherapie, Lockerungs- und Dehnübungen sowie ein spezielles Training der Muskulatur um den Prolaps herum behandelt werden. Bei schwereren Verläufen oder Bandscheibenvorfällen, die nicht auf eine konservative Behandlung ansprechen, ist eine Operation notwendig. In vielen Fällen bildet sich ein Bandscheibenvorfall von selbst zurück.

  • Medikamente

    Ein wichtiger Baustein in der Behandlung von akuten Bandscheibenvorfällen in der Lendenwirbelsäule sind schmerzlindernde Medikamente. Sie helfen dabei, aus der Schonhaltung herauszufinden und wieder in Bewegung zu kommen. Werden sie früh genug eingesetzt, lässt sich häufig die Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses vermeiden. 

    Gängige Schmerzmittel, die nach einem Bandscheibenvorfall in der LWS verschrieben werden, sind nichtsteroidale entzündungshemmende Antirheumatika (NSAR), z. B. Ibuprofen, Naproxen oder Diclofenac, und Muskelrelaxanzien. Bei stärkeren Schmerzen werden Opioide verabreicht. Bei Nervenreizungen können Antiepileptika (auch: Antikonvulsiva) wie Gabapentin und Pregabalin und bei chronischen Schmerzen Antidepressiva wie Amitriptylin und Duloxetin   eingesetzt werden. 

    Da oral eingenommene Medikamente systemisch, also auf den ganzen Körper wirken, können sie Nebenwirkungen auf den gesamten Organismus haben. Vor allem bei Opioiden besteht zudem Suchtgefahr. Auch lokal angewandte Arzneimittel wie Schmerzgele und Schmerzsalben können Nebenwirkungen auslösen. Diese treten aber meist nur lokal auf, z. B. in Form von allergischen Hautreaktionen und sind häufig besser verträglich, wenn auch nicht so wirksam wie oral verabreichte Schmerzmittel.

    Darüber hinaus können entzündungshemmende Injektionen wie CT-gesteuerte Spritzen (periradikuläre Therapie/PRT) mit beispielsweise Kortison ebenfalls für Schmerzlinderung sorgen.

    Ganz gleich, welches Medikament bei einem Bandscheibenvorfall in der LWS zum Einsatz kommt: Die medikamentöse Behandlung muss aufgrund ihrer Risiken ärztlich verordnet und kontrolliert werden. Sie sollte zudem nur zeitlich begrenzt und ergänzend zu Physiotherapie und anderen Behandlungsmethoden eingesetzt werden.

  • Wann muss ein Bandscheibenvorfall in der LWS operiert werden?

    Bei bestimmten neurologisch bedingten Symptomen wie Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühlen und Inkontinenz sowie bei Beschwerden, die sich unter konservativer Behandlung innerhalb von 12 Wochen nicht verbessern, empfehlen Fachärzt:innen einen chirurgischen Eingriff, bei dem das Bandscheibenmaterial entfernt und der Druck auf die Nervenwurzel verringert wird. Diese Operation erfolgt in der Regel bei unkomplizierten Fällen minimalinvasiv oder endoskopisch.

    Bei schweren Verläufen muss unter Umständen ein größerer Eingriff (offene Chirurgie) stattfinden. Weitere Methoden sind die Versteifung der Wirbelsäule (Spondylodese) und die Transplantation einer künstlichen Bandscheibe.

  • Wärme- und Kälteanwendungen

    Thermotherapeutische Anwendungen gehören zu den sogenannten physikalischen Therapiemethoden, die direkt auf das Gewebe wirken. Bei einem Bandscheibenvorfall in der LWS können sowohl Wärme als auch Kälte zur Anwendung kommen, je nachdem, welches Symptom im Vordergrund steht und welche Temperatur für angenehmer wahrgenommen wird.

    Bei verspannter Muskulatur können wärmende Anwendungen wie Wärmepflaster , Wärmflaschen und wärmende Körnerkissen für Schmerzlinderung und Entspannung sorgen. Perfekt für die Lendenwirbelsäule eignen sich die ThermaCare Wärmeumschläge bei Rückenschmerzen, die sich dank eines elastischen Gurtes mit flexiblem Klettverschluss bequem am unteren Rücken befestigen lassen. Sie geben 8 Stunden lang therapeutische Tiefenwärme ins Gewebe ab und können bis zu 16 Stunden lang Schmerzen lindern. 

    Eine Kältebehandlung mit Eis-Packs, kühlenden Kompressen oder Kühlakkus wirkt hingegen abschwellend und schmerzlindernd bei Entzündungen und Verletzungen. 

    Bitte befragen Sie Ihre Ärztin/Ihren Arzt, bevor Sie mit der Thermotherapie eines akuten Bandscheibenvorfalls im Lendenwirbelbereich beginnen.

Tipp: Bevor Sie Rückenübungen machen, bietet es sich an, einen ThermaCare Wärmeumschlag anzulegen. Denn bei akuten, unspezifischen Kreuzschmerzen sorgt laut Studie die Kombination aus Wärmeanwendung und Physiotherapie für bessere Therapieergebnisse als die alleinige Anwendung von Physiotherapie.

Bewegung und Sport

Grundsätzlich können und sollen Sie sich nach einem Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule schnell wieder bewegen. Nach Abklingen der ersten akuten Beschwerden können leichte krankengymnastische und isometrische Übungen helfen, die untere Wirbelsäule zu mobilisieren und zu stabilisieren. Dieses Training sollte anfänglich physiotherapeutisch angeleitet und auf Ihren individuellen Heilungsprozess abgestimmt sein. Danach können Sie die Übungen zu Hause durchführen.

Spaziergänge, einfache Wanderungen, kurze Nordic-Walking-Exkursionen, kleine Fahrradtouren und Rückenschwimmen sind sportliche Aktivitäten, die in der Rehabilitationsphase helfen, schmerzfreier und beweglicher zu werden.

Nach einer Operation sollten Sie sich zunächst körperlich schonen. Mit der Krankengymnastik können Sie allerdings schon wenige Tage nach dem Eingriff beginnen.

So mobilisieren Sie Ihre Lendenwirbelsäule

Arbeitsalltag nach einem Bandscheibenvorfall in der LWS

Was das Alltags- und Arbeitsleben angeht, sollten Sie sich ausreichend Zeit für den Genesungsprozess nehmen. Gerade bei überwiegend sitzenden oder stehenden Tätigkeiten, bzw. bei Arbeit, die mit dem Tragen schwerer Lasten einhergeht, ist es ratsam, tägliche Abläufe rückenfreundlicher, den Arbeitsplatz ergonomischer und die Sitztechnik dynamischer zu gestalten.

Wird ein Bandscheibenvorfall konservativ behandelt, kann die Arbeitsunfähigkeit durchschnittlich 4 bis 12 Wochen andauern. Nach einer Operation und bei schweren Verläufen kann sich die Krankschreibung um eine drei- bis sechswöchige Reha-Maßnahme verlängern.

Bei einem schweren Bandscheibenvorfall in der LWS (mit oder ohne Operation) kann eine stufenweise Wiedereingliederung in das Arbeitsleben nach dem Hamburger Modell erfolgen.

Bandscheibenvorfall in der LWS: Was hilft noch?

Begleitend zu Wärme- und Kältetherapie, Krankengymnastik und Medikation helfen weitere Maßnahmen wie:
  • Körperliche Schonung und Stufenlagerung zur Entlastung der Lendenwirbelsäule
  • Manuelle Therapie und Mobilisation der Wirbelsäule z. B. über Chiropraktik, Osteopathie, Akupunktur/Akupressur oder Schlingentisch
  • Ergotherapie 
  • Elektrotherapie (nieder- oder hochfrequent)
  • Nahrungsergänzungsmittel
  • Lendenstützgurt oder Rückenbandage
  • Langfristige Stressreduktion, z. B. durch regelmäßige Entspannungsübungen
  • Einnahme einer rückenfreundlichen Schlafposition
  • ThermaCare bei Rückenschmerzen

    zur Behandlung von Verspannungen und Schmerzen im unteren Rückenbereich

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Häufig gestellte Fragen

  • Was kann ich bei einem Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule (LWS) tun?

    Bei Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall in der LWS sollten Sie zuerst eine Facharztpraxis aufsuchen, bevor Sie mit der Behandlung beginnen. Zu den gängigsten Behandlungsmethoden eines diagnostizierten Bandscheibenvorfalls in der LWS gehören Physiotherapie, manuelle Therapie, Krankengymnastik, Wärme- und Kältetherapie, Schmerzmittel, Injektionstherapie, Stufenlagerung und Rückenstützen. In manchen Fällen muss operiert werden.
  • Lässt sich ein Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule (LWS) besser mit Wärme oder Kälte behandeln?

    Bei verspannungsbedingten Schmerzen nach einem Bandscheibenvorfall in der LWS kann Wärme die Durchblutung der Muskulatur verbessern und Verspannungen lösen. Kälte reduziert Schwellungen und kann bei akuten Entzündungen oder Empfindungsstörungen wie Kribbeln helfen. Beides kann schmerzlindernd wirken. Holen Sie bitte vor der Anwendung von Thermotherapie nach einem Bandscheibenvorfall ärztlichen Rat ein.
  • Welche Schmerzmittel werden bei einem Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule (LWS) verschrieben?

    Gängige Schmerzmittel, die nach einem Bandscheibenvorfall in der LWS verschrieben werden, sind nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac und Muskelrelaxanzien. Bei stärkeren Schmerzen werden Opioide verabreicht. Bei Nervenreizungen können Arzneimittel wie die Antiepileptika Gabapentin und Pregabalin, bei chronischen Schmerzen Antidepressiva eingesetzt werden. 
  • Welche Übungen eignen sich nach einem Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule (LWS) zwischen den Lendenwirbeln L4 und L5?

    Nach einem Bandscheibenvorfall in der unteren LWS können Übungen helfen, die die verhärtete Muskulatur lockern sowie die Flexibilität und Stabilität der Wirbelsäule fördern. Dazu gehören einfache Übungen, wie das Knie zur Brust ziehen oder die Brücke. In der Akutphase sollten Sie langsam und kontrolliert sowie unter physiotherapeutischer/ärztlicher Anleitung trainieren. 
  • Welche Sportarten dürfen nach einem Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule (LWS) betrieben werden?

    Nach einem Bandscheibenvorfall in der LWS können krankengymnastische und isometrische Übungen helfen, die Lendenwirbelsäule zu mobilisieren. Dieses Training sollte anfänglich ärztlich oder physiotherapeutisch angeleitet und auf Ihren individuellen Heilungsprozess abgestimmt sein.

    Spaziergänge, Nordic Walking, Fahrradtouren und Rückenschwimmen sind sportliche Aktivitäten, die in der Genesungsphase helfen, schmerzfreier und beweglicher zu werden.
  • Was machen Neurochirurg:innen bei einem Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule (LWS) ?

    Neurochirurg:innen können bei neurologischen Erscheinungen nach einem Bandscheibenvorfall in der LWS Behandlungspläne für nicht-operative Maßnahmen erstellen und epidurale Injektionstherapien, minimal-invasive und endoskopische Eingriffe sowie offene Operationen durchführen. 
  • Welche Schlafposition ist am besten nach einem Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule (LWS)?

    Nach einem Bandscheibenvorfall in der LWS empfiehlt es sich, in der Rückenlage ohne oder mit einem flachen Kopfkissen zu schlafen, um die verkrampfte Muskulatur um die betroffenen Wirbel herum zu lockern und zu dehnen. Bei starken Schmerzen im Lendenwirbelbereich hilft auch die Stufenlagerung oder ein Kissen unter den Knien.
  • Kann man nach einem Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule (LWS) mit dem Auto fahren?

    Ob man nach einem Bandscheibenvorfall in der LWS mit dem Auto fahren kann, ist von den individuellen Beschwerden abhängig sowie von folgenden Faktoren:

    • Sitzposition (rückenfreundlich? Lendenstützkissen vorhanden?)
    • Reaktionsfähigkeit (eingeschränkt aufgrund von Medikamenteneinnahme?)
    • Empfindungsstörungen (in den Beinen?)
    • Fahrstrecke (wie lang?)
    Bei Unsicherheit sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. 

Quellen und Fussnoten