Fibromyalgie

Halbseitenansicht einer Frau, sitzend auf ungemachtem Bett. Sie hält mit beiden Händen den Kopf, Blick nach unten. Hinter ihr Nachttischlampe, Fenster, Dunkelheit.

Schmerzen im ganzen Körper, Abgeschlagenheit und Schlafstörungen: Fibromyalgie kann das Leben stark einschränken. Hier erfährst du, was die Diagnose bedeutet und welche Hilfe du bekommen kannst.

Fibromyalgie: Übersicht

  • Fibromyalgie zählt zu den chronischen Schmerzsyndromen
  • Leitsymptome einer Fibromyalgie sind u. a. tiefe Muskelschmerzen in verschiedenen Körperregionen, Abgeschlagenheit und Schlafstörungen
  • Ursache einer Fibromyalgie ist eine zentrale Schmerzverarbeitungsstörung aufgrund eines überempfindlichen Nervensystems
  • Risikofaktoren für die Störung sind Veranlagung, andere Erkrankungen, äußere Auslöser und bestimmte Lebensumstände
  • In der Behandlung von Fibromyalgie hat sich eine Kombinationstherapie aus Bewegung, Medikamenten, Entspannung und Ernährung bewährt
  • Auch Wärmeanwendungen, wie ThermaCare Wärmeumschläge für größere Schmerzbereiche, können Fibromyalgie-assoziierte Muskelschmerzen lindern

Produktübersicht

  • ThermaCare Wärme bei Muskelschmerzen

    ThermaCare Wärmeumschläge für größere Schmerzbereiche können Fibromyalgie-assoziierte Muskelschmerzen lindern

    *Weiter zur Apotheke Ihrer Wahl über ApoNow GmbH.

Was ist Fibromyalgie?

Fibromyalgie (auch Fibromyalgie-Syndrom oder FMS) ist eine chronische, also nicht heilbare Schmerzerkrankung, die durch tiefgehende Muskelschmerzen in verschiedenen Körperregionen, Abgeschlagenheit und Schlafstörungen gekennzeichnet ist. Der Name setzt sich aus den lateinischen und altgriechischen Wörtern für Faser (fibra), Muskel (mys) und Schmerz (algos) zusammen und bedeutet wörtlich „Faser-Muskel-Schmerz“.

Auch wenn Fibromyalgie früher unter der Bezeichnung „Weichteilrheumatismus“ eingeordnet wurde, ist FMS keine entzündliche oder degenerative Rheumaerkrankung. Inzwischen gibt es Hinweise darauf, dass das Fibromyalgie-Syndrom durch ein überempfindliches Nervensystem ausgelöst wird. Bei dieser zentralen Schmerzverarbeitungsstörung werden Reize, die von gesunden Menschen als harmlos wahrgenommen werden, von Betroffenen als Schmerz interpretiert.

Leidest du an einem Fibromyalgie-Syndrom, kannst du diese Erkrankung in Deutschland als Behinderung anerkennen lassen. Entscheidend für die Anerkennung durch die Krankenkassen ist dabei, inwiefern du im Alltag und im Berufsleben körperlich, mental und psychisch eingeschränkt bist.

Welche Symptome treten bei Fibromyalgie auf?

Illustration eines Körpers, auf dem 16 Fibromyalgie-Symptome markiert sind, von Kopfschmerzen und Sehproblemen über Muskelschmerzen und Übelkeit bis hin zu Gelenkschmerzen.

Fibromyalgie hat viele Gesichter

Das Fibromyalgie-Syndrom wird in erster Linie über die gleichzeitig auftretenden Beschwerden definiert. Leitsymptome sind hier vor allem:

  • chronische Muskelschmerzen

  • Schmerzen rund um Gelenke in mindestens vier von fünf Körperregionen (Arm/Schulter/Kieferseite rechts; Arm/Schulter/Kieferseite links; Bein/Hüfte/Gesäßhälfte rechts; Bein/Hüfte/Gesäßhälfte links; Nacken/Rücken/Brust/Bauch)

  • Abgeschlagenheit und verminderte Leistungsfähigkeit

  • ausgeprägte Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit

  • Kopfschmerzen

  • Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen, Licht oder Kälte (Betroffene frieren bei Fibromyalgie häufig schneller als andere Menschen)

Rechts oben: Umfasst den rechten Arm, die rechte Schulter und die rechte Kieferseite.
Links oben: Umfasst den linken Arm, die linke Schulter und die linke Kieferseite.
Rechts unten: Beinhaltet das rechte Bein sowie die rechte Hüfte und Gesäßhälfte.
Links unten: Beinhaltet das linke Bein sowie die linke Hüfte und Gesäßhälfte.
Axiale (zentrale) Region: Dies ist die Körpermitte und schließt den Nacken, den oberen und unteren Rücken, die Brust und den Bauch ein.

Parallel kommen oft psychische Begleiterscheinungen wie Konzentrationsprobleme und Vergesslichkeit („Fibro-Fog“ oder Gehirnnebel) bis hin zu Angststörungen und Depressionen hinzu.
 
Neben den klassischen Symptomen kann das Fibromyalgie-Syndrom zu einer Reihe von weiteren Begleiterscheinungen führen, wie Missempfindungen in Händen, Armen und Füßen, Restless-Legs-Syndrom (Syndrom der unruhigen Beine), Schwindel, Tinnitus, Sehprobleme, Kieferschmerzen, Harnweg- und Verdauungsprobleme.

Anders als bei einem Myofaszialen Schmerzsyndrom treten die Schmerzen bei Fibromyalgie eher diffus im ganzen Körper auf und sind nicht auf bestimmte Körperregionen beschränkt.

Fibromyalgie-Symptome bei Frauen

Wir wissen inzwischen, dass Sexualhormone wie Östrogen, Progesteron und Testosteron einen Einfluss auf das Schmerzempfinden haben. So fördert Östrogen die Ausschüttung von Serotonin und Endorphin, körpereigene Botenstoffe, die die Schmerzwahrnehmung hemmen können, während sich Progesteron auf das zentrale Nervensystem beruhigend auswirkt. Sinken die Östrogen- und Progesteronspiegel, werden Schmerzsignale unter Umständen verstärkt wahrgenommen.
 
Deshalb können hormonelle Umstellungen, wie sie innerhalb eines Zyklus, in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie in den Wechseljahren passieren, ein erhöhtes Risiko für Fibromyalgie-Schübe darstellen.
 
Fibromyalgie-Beschwerden werden oft stärker während des prämenstruellen Syndroms (PMS) oder der Menstruation empfunden, also in Phasen, in denen der Östrogenspiegel und damit auch die Schmerztoleranz niedriger ist.
 
In der Schwangerschaft haben manche Frauen weniger Beschwerden, weil der Körper körpereigene Schmerzhemmer und entspannende Hormone ausschüttet. Andere leiden stärker, z. B. wegen der Rückenbelastung durch das zusätzliche Gewicht.
 
In der Stillzeit bleibt der Östrogenspiegel aufgrund des Stillhormons Prolaktin niedrig. Hinzu kommen Schlafmangel, körperliche Belastung und Herausforderungen im Leben mit einem Neugeborenen. Dies kann zu verstärkten Fibromyalgie-Symptomen führen.
 
Besonders belastend kann das Fibromyalgie-Syndrom während der (Peri-)Menopause werden: In dieser Phase fallen Östrogen und Progesteron anhaltend ab. Zu den üblichen Wechseljahrsymptomen wie Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Gelenkschmerzen und Müdigkeit können ähnlich gelagerte Begleiterscheinungen der Fibromyalgie hinzukommen und das Allgemeinempfinden zusätzlich verschlechtern. Da die meisten Fibromyalgie-Diagnosen auf Frauen zwischen 40 und 60 Jahren entfallen, scheinen die hormonellen Schwankungen in dieser Phase besonders anfällig für diese Erkrankung zu machen.

Was tun bei hormonell bedingten Schmerzen?

Fibromyalgie-Symptome bei Männern

Männer haben deutlich höhere Testosteronspiegel als Frauen und durchlaufen weniger starke hormonelle Schwankungen im Laufe ihres Lebens. Da Testosteron die Weiterleitung von Schmerzimpulsen im Rückenmark dämpft, scheinen Männer* statistisch gesehen seltener an Fibromyalgie zu erkranken, was jedoch eine individuell erhöhte Anfälligkeit für die Erkrankung nicht ausschließt.

Welche Ursachen hat Fibromyalgie?

Das Fibromyalgie-Syndrom ist eine komplexe und multifaktorielle Erkrankung, deren Symptome vermutlich auf eine Störung der körpereigenen Schmerzkontrollsysteme zurückzuführen sind.

Aktuell gehen wir davon aus, dass diese Schmerzverarbeitungsstörung durch folgende Risikofaktoren begünstigt, verstärkt oder verursacht werden kann:

Biologische Faktoren (Veranlagung):
  • Genetik: Fibromyalgie kann vererbt werden.
  • Geschlecht: Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer.
  • Alter: Die Diagnose wird am häufigsten zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr gestellt.
Vor- und Begleiterkrankungen:
  • Rheumatische Erkrankungen, wie Gelenkrheuma (rheumatoide Arthritis) oder systemischer Lupus erythematodes (SLE)
  • Psychische Erkrankungen, wie Angststörungen, Depressionen und posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS)
  • Andere Schmerzsyndrome, wie Migräne und Reizdarmsyndrom
Trigger-Ereignisse (äußere Auslöser):
  • Physische Verletzungen, wie Unfälle oder Operationen
  • Virusinfektionen, wie Epstein-Barr-Virus, Borreliose oder Long-COVID
  • Emotionales Trauma oder Burnout
Lebensumstände:
  • Schlafmangel

  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht
  • Anhaltender Stress
Halbseitenansicht zweier Oberkörper, einer ärztlichen Person mit Stethoskop, die etwas auf einem Tablet zeigt, und rechts daneben einer zu behandelnden Person. Im Hintergrund ein Behandlungszimmer.

Fragebögen und Schmerzskizzen sind wichtiger Teil der Diagnosestellung

Fibromyalgie-Diagnose per Fragebogen

Da Fibromyalgie auf eine Störung im Nervensystem zurückgeht, ist die Erkrankung schwierig zu diagnostizieren: Ärzt:innen können sie weder über einen Bluttest noch über bildgebende Verfahren feststellen. Tatsächlich sind Patient:innen durchschnittlich 16 Jahre lang auf der Suche, bis sie die richtige Diagnose erhalten.1 


Die Diagnose von Fibromyalgie erfolgt über ein umfassendes Anamnesegespräch. Danach wird mithilfe verschiedener Fragebögen, Schmerzskizzen und körperlicher Tests zu Schmerzverteilung (Widespread Pain Index oder WPI), Symptomen und Symptomschwere (Symptom Severity Scale oder SSS) sowie Dauer der Beschwerden ermittelt, ob die Kriterien für Fibromyalgie erfüllt sind.

Schließlich wird über das Ausschlussverfahren (Differenzialdiagnostik) sichergestellt, dass die Beschwerden nicht eindeutig einer bestimmten organischen Krankheit (z. B. rheumatische Erkrankungen, Polyneuropathie oder Erkrankungen der Muskulatur oder Schilddrüse) zugeordnet werden können. Werden organische Grunderkrankungen festgestellt, die das Ausmaß der Beschwerden nicht erklären, kann die Fibromyalgie auch als eigenständige Begleiterkrankung diagnostiziert werden.  

Aus diesem Grund können an einer Diagnostik bei einem Fibromyalgie-Syndrom viele medizinische Fachbereiche beteiligt sein. Deine erste Anlaufstelle bei Verdacht auf Fibromyalgie sind Hausärzt:innen, die dann bei Bedarf weiter überweisen zu Rheumatolog:innen, Schmerztherapeut:innen, Orthopäd:innen, Internist:innen und Neurolog:innen.

Weitere wichtige Informationen zur Diagnose von Fibromyalgie findest du im DGS-PraxisLeitfaden der Deutschen Gesellschaft e. V. für Schmerzmedizin.

Halbseitenansicht zweier Männer, Patient rechts hält rotes Fitnessband in beiden Händen, Physiotherapeut links dahinter korrigiert Position. Im Hintergrund Behandlungsraum und großes Fenster auf Parkplatz.

Dehn- und Kraftübungen können Fibromyalgie-Schmerzen lindern

Wie wird Fibromyalgie behandelt?

Da ein Fibromyalgie-Syndrom nicht im eigentlichen Sinne geheilt werden kann, zielt die Behandlung auf eine Linderung der Beschwerden und eine Verbesserung der Lebensqualität ab. Dafür wurde eine sogenannte multimodale Schmerztherapie entwickelt, die verschiedene therapeutische Ansätze aus unterschiedlichen Fachbereichen kombiniert.

  • Auch wenn es in akuten Schmerzphasen kaum vorstellbar ist: Bewegung ist eine der wichtigsten Komponenten in der Behandlung von Fibromyalgie, da Bewegungsmangel die Schmerzen verstärkt und auf Dauer zu Durchblutungsstörungen, Gelenksteifigkeit und Muskelverhärtungen (Myogelose) führen kann. Regelmäßige Bewegung hingegen hilft dem Körper schmerzlindernde Botenstoffe, wie Endorphine und Myokine auszuschütten.
     
    Um in Bewegung zu kommen, empfehlen wir Physiotherapie und angeleitete Gymnastik, Yoga oder Tai-Chi. Auch rückenfreundliche Sportarten und leichtes Ausdauertraining, wie z. B. Aqua Fitness, Nordic Walking, Fahrradfahren oder auch einfach nur lange Spaziergänge eignen sich, um die eigene Fitness und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern.

    Mit diesen Dehn- und Kräftigungsübungen für den Rücken, Übungen bei Schmerzen im unteren Rücken und Übungen gegen Nackenschmerzen kannst du schmerzhafte Muskelverspannungen lindern. 
  • Ein weiterer wichtiger Baustein der Fibromyalgie-Therapie sind Medikamente.
     
    Obwohl es sich bei dem Fibromyalgie-Syndrom um eine Schmerzerkrankung handelt, wirken klassische Schmerzmittel, wie entzündungshemmende NSAR (Ibuprofen, Diclofenac), Analgetika (Paracetamol, Metamizol) oder Opioide in der Regel nicht.
     
    Empfohlen für die Behandlung von Fibromyalgie werden stattdessen niedrig dosierte Antidepressiva, die die körpereigenen Schmerzkontrollsysteme stärken und den Schlaf verbessern können.
     
    Auch sogenannte Antikonvulsiva, z. B. Gabapentin und Pregabalin, können eingesetzt werden, um die Schmerzverarbeitung im Gehirn zu beeinflussen. Diese Medikamente sollten allerdings mit Bedacht verwendet werden, da sie teilweise starke Nebenwirkungen und Abhängigkeit auslösen können.
  • Da Stress und Überforderung die Fibromyalgie-Symptome massiv verstärken können, sollte Stressmanagement ebenfalls nicht vernachlässigt werden.

    Mithilfe der Verhaltenstherapie lässt sich ein anderer Umgang mit Schmerzen und körperlichen Einschränkungen erlernen. Schlaftraining, Meditation und Entspannungstechniken, wie z. B. die achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR), helfen dabei, mehr Selbstwirksamkeit zu entwickeln und gelassener auf die alltäglichen Herausforderungen im Leben mit Fibromyalgie zu reagieren.

    In unserem Ratgeber zu “Rückenschmerzen durch Stress” erfährst du, wie psychische Faktoren Rückenschmerzen verursachen und verstärken können und was du dagegen tun kannst. 
  • Wärme kann die Weiterleitung von Schmerzsignalen an das Gehirn hemmen und dadurch Schmerz lindern. Deshalb werden Wärmeanwendungen wie Sauna, warme Bäder oder Wärmepflaster, wie ThermaCare Wärmeumschläge für punktuelle Schmerzen, von vielen Fibromyalgie-Patient:innen gut vertragen.
     
    Sanfte Shiatsu- oder Bindegewebsmassagen sowie Lymphdrainage sorgen für einen entspannten Zustand, was dazu beitragen kann, dass Druckreize positiver wahrgenommen werden.
     
    Mit einem tragbaren TENS-Gerät lassen sich Nerven in der Rückenmuskulatur und anderen Stellen bequem zu Hause stimulieren.
  • Es gibt zwar keine spezielle „Fibromyalgie-Diät“, die für alle Betroffenen gleichermaßen funktioniert, eine Ernährungsumstellung kann jedoch in vielen Fällen die Symptome lindern.

    Da Fibromyalgie oft mit chronischen Entzündungsreaktionen im Körper einhergeht, sollte die Ernährung entzündungshemmend sein und viel Gemüse, Obst und hochwertige Proteine enthalten. Wichtige Nährstoffe für die Muskel- und Nervenfunktion sind Vitamin D, Magnesium und Vitamin B12. Omega-3-Fettsäuren wirken zusätzlich entzündungshemmend.

    Auf Geschmacksverstärker, Zucker, künstliche Süßstoffe und Wurstwaren solltest du, so gut wie möglich, verzichten. Diese stehen im Verdacht, bei manchen Menschen Schmerzen zu verstärken und/oder Entzündungen auszulösen. Auch Alkohol und Zigaretten sollten Tabu sein.

    Übrigens: Manche Menschen mit Fibromyalgie vertragen kein Gluten, Nachtschattengewächse wie Tomaten und Kartoffeln oder Milchprodukte. Mit einer Ausschlussdiät kannst du feststellen, ob das auch bei dir der Fall ist.

Leben mit Fibromyalgie

Starke Schmerzen, die schwer nachzuweisen sind, Schlaf- und Konzentrationsprobleme, extreme Erschöpfung: Für die meisten Betroffenen ist es enorm schwierig, den Alltag mit einem Fibromyalgie-Syndrom zu meistern. Hinzu kommt, dass ihre Beschwerden oft nicht ernst genommen werden. Deshalb sagen wir hier ganz klar: Fibromyalgie ist eine reale neurobiologische Erkrankung und nicht „eingebildet“.
 
Wenn du auch von der chronischen Schmerzerkrankung betroffen bist, können dir vielleicht die folgenden Tipps das Leben mit Fibromyalgie ein klein wenig erleichtern:
 
Ein Schmerztagebuch hilft dir, deine Beschwerden zeitlich und qualitativ besser einzuordnen und im Gespräch mit Ärzt:innen klarer darüber sprechen zu können. Tägliches freies Schreiben und Reflektieren („Journaling“) kann darüber hinaus auch eine therapeutische Wirkung auf die Psyche haben.
 
Vielleicht hast du das Gefühl, dass deine gesundheitlichen Probleme und die damit einhergehenden Einschränkungen in deiner Familie, deinem Freundeskreis oder bei der Arbeit nicht richtig verstanden werden. In einer Selbsthilfegruppe kannst du dich mit anderen austauschen, die ähnliche Probleme haben und die dir weiterhelfen können. Gemeinsam seid ihr stärker!
 
Auch ein:e Psychotherapeut:in kann dir bei der Bewältigung der Herausforderungen, die Fibromyalgie mit sich bringt, zur Seite stehen.
 
Wichtige Informationen zu Themen wie Therapie und Selbsthilfe findest du bei der Fibromyalgie-Liga Deutschland e. V. und der Deutschen Fibromyalgie Vereinigung (DFV) e. V..

Fragen und Antworten

  • Ja, Fibromyalgie ist eine medizinisch anerkannte, chronische, neurobiologische Erkrankung, bei der es zu einer Schmerzverarbeitungsstörung im Nervensystem kommt.
     
    Die Leitsymptome des Fibromyalgie-Syndroms sind Muskelschmerzen in verschiedenen Körperregionen, Abgeschlagenheit und Schlafstörungen.
  • Deine erste Anlaufstelle bei Verdacht auf Fibromyalgie ist der Hausarzt oder die Hausärztin.
     
    Die Behandlung umfasst häufig eine Kombinationstherapie durch Expert:innen aus verschiedenen Fachbereichen, wie Schmerz-, Psycho- und Physiotherapie.
  • Fibromyalgie wird über eine ausführliche Anamnese sowie Fragebögen, Schmerzskizzen und körperliche Tests zu Schmerzpunkten und Symptomen festgestellt.

    Dabei wird geklärt, welche Symptome in welcher Intensität und wie lange schon bestehen. Um Fibromyalgie zu diagnostizieren, müssen drei Leitsymptome gleichzeitig vorliegen: Muskelschmerzen in vier von fünf Körperregionen, Abgeschlagenheit und Schlafstörungen.
  • Nein, Fibromyalgie wird aktuell nicht als Autoimmunerkrankung eingestuft, da bei dieser Erkrankung, anders als bei klassischen Autoimmunerkrankungen, das Immunsystem nicht das körpereigene Gewebe angreift und zerstört.
     
    Auch gibt es keine Entzündungsmarker, die auf eine Autoimmunerkrankung hinweisen. Da Fibromyalgie aber noch nicht abschließend erforscht ist, könnte sich diese Einstufung ändern.
  • Hausärzt:innen sind die erste Adresse bei Verdacht auf Fibromyalgie.
     
    Diese überweisen bei Bedarf zu Rheumatolog:innen, Schmerztherapeut:innen, Orthopäd:innen, Internist:innen und Neurolog:innen, um auszuschließen, dass andere organische Erkrankungen primär für die Symptome verantwortlich sind.
  • Das Fibromyalgie-Syndrom ist eine komplexe und multifaktorielle Erkrankung, deren Ursachen noch nicht abschließend geklärt sind.

    Vermutlich entsteht Fibromyalgie aufgrund einer Schmerzverarbeitungsstörung, die durch ein überempfindliches Nervensystem ausgelöst wird. Die Störung kann durch eine Kombination aus Veranlagung, anderen Erkrankungen, äußeren Auslösern und bestimmten Lebensumständen verursacht oder verstärkt werden.
  • Bei Fibromyalgie können leichtes Ausdauertraining und rückenfreundliche Sportarten wie Wassergymnastik, Nordic Walking, Fahrradfahren, Yoga oder Tai-Chi die Beschwerden lindern und den Allgemeinzustand verbessern.

    Mit speziellen Rückenübungen können betroffene Muskelregionen gedehnt, gelockert und gestärkt werden, was die gestörte Schmerzverarbeitung positiv beeinflussen kann.

Quellen und Fußnoten

Quellen

Fußnoten

  1. 1: Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e. V. (DGS). DGS-PraxisLeitfaden Fibromyalgie. Teil 1: Diagnose. Version 1.1. Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e. V.; 2023