ThermaCare Wärme bei Muskelschmerzen
ThermaCare Wärmeumschläge für größere Schmerzbereiche können Fibromyalgie-assoziierte Muskelschmerzen lindern

Schmerzen im ganzen Körper, Abgeschlagenheit und Schlafstörungen: Fibromyalgie kann das Leben stark einschränken. Hier erfährst du, was die Diagnose bedeutet und welche Hilfe du bekommen kannst.

Fibromyalgie hat viele Gesichter
Das Fibromyalgie-Syndrom wird in erster Linie über die gleichzeitig auftretenden Beschwerden definiert. Leitsymptome sind hier vor allem:
chronische Muskelschmerzen
Schmerzen rund um Gelenke in mindestens vier von fünf Körperregionen (Arm/Schulter/Kieferseite rechts; Arm/Schulter/Kieferseite links; Bein/Hüfte/Gesäßhälfte rechts; Bein/Hüfte/Gesäßhälfte links; Nacken/Rücken/Brust/Bauch)
Abgeschlagenheit und verminderte Leistungsfähigkeit
ausgeprägte Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit
Kopfschmerzen
Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen, Licht oder Kälte (Betroffene frieren bei Fibromyalgie häufig schneller als andere Menschen)
Rechts oben: Umfasst den rechten Arm, die rechte Schulter und die rechte Kieferseite.
Links oben: Umfasst den linken Arm, die linke Schulter und die linke Kieferseite.
Rechts unten: Beinhaltet das rechte Bein sowie die rechte Hüfte und Gesäßhälfte.
Links unten: Beinhaltet das linke Bein sowie die linke Hüfte und Gesäßhälfte.
Axiale (zentrale) Region: Dies ist die Körpermitte und schließt den Nacken, den oberen und unteren Rücken, die Brust und den Bauch ein.
Parallel kommen oft psychische Begleiterscheinungen wie Konzentrationsprobleme und Vergesslichkeit („Fibro-Fog“ oder Gehirnnebel) bis hin zu Angststörungen und Depressionen hinzu.
Neben den klassischen Symptomen kann das Fibromyalgie-Syndrom zu einer Reihe von weiteren Begleiterscheinungen führen, wie Missempfindungen in Händen, Armen und Füßen, Restless-Legs-Syndrom (Syndrom der unruhigen Beine), Schwindel, Tinnitus, Sehprobleme, Kieferschmerzen, Harnweg- und Verdauungsprobleme.
Anders als bei einem Myofaszialen Schmerzsyndrom treten die Schmerzen bei Fibromyalgie eher diffus im ganzen Körper auf und sind nicht auf bestimmte Körperregionen beschränkt.
Männer haben deutlich höhere Testosteronspiegel als Frauen und durchlaufen weniger starke hormonelle Schwankungen im Laufe ihres Lebens. Da Testosteron die Weiterleitung von Schmerzimpulsen im Rückenmark dämpft, scheinen Männer* statistisch gesehen seltener an Fibromyalgie zu erkranken, was jedoch eine individuell erhöhte Anfälligkeit für die Erkrankung nicht ausschließt.
Schlafmangel

Fragebögen und Schmerzskizzen sind wichtiger Teil der Diagnosestellung
Da Fibromyalgie auf eine Störung im Nervensystem zurückgeht, ist die Erkrankung schwierig zu diagnostizieren: Ärzt:innen können sie weder über einen Bluttest noch über bildgebende Verfahren feststellen. Tatsächlich sind Patient:innen durchschnittlich 16 Jahre lang auf der Suche, bis sie die richtige Diagnose erhalten.1
Die Diagnose von Fibromyalgie erfolgt über ein umfassendes Anamnesegespräch. Danach wird mithilfe verschiedener Fragebögen, Schmerzskizzen und körperlicher Tests zu Schmerzverteilung (Widespread Pain Index oder WPI), Symptomen und Symptomschwere (Symptom Severity Scale oder SSS) sowie Dauer der Beschwerden ermittelt, ob die Kriterien für Fibromyalgie erfüllt sind.
Schließlich wird über das Ausschlussverfahren (Differenzialdiagnostik) sichergestellt, dass die Beschwerden nicht eindeutig einer bestimmten organischen Krankheit (z. B. rheumatische Erkrankungen, Polyneuropathie oder Erkrankungen der Muskulatur oder Schilddrüse) zugeordnet werden können. Werden organische Grunderkrankungen festgestellt, die das Ausmaß der Beschwerden nicht erklären, kann die Fibromyalgie auch als eigenständige Begleiterkrankung diagnostiziert werden.
Aus diesem Grund können an einer Diagnostik bei einem Fibromyalgie-Syndrom viele medizinische Fachbereiche beteiligt sein. Deine erste Anlaufstelle bei Verdacht auf Fibromyalgie sind Hausärzt:innen, die dann bei Bedarf weiter überweisen zu Rheumatolog:innen, Schmerztherapeut:innen, Orthopäd:innen, Internist:innen und Neurolog:innen.
Weitere wichtige Informationen zur Diagnose von Fibromyalgie findest du im DGS-PraxisLeitfaden der Deutschen Gesellschaft e. V. für Schmerzmedizin.

Dehn- und Kraftübungen können Fibromyalgie-Schmerzen lindern
Da ein Fibromyalgie-Syndrom nicht im eigentlichen Sinne geheilt werden kann, zielt die Behandlung auf eine Linderung der Beschwerden und eine Verbesserung der Lebensqualität ab. Dafür wurde eine sogenannte multimodale Schmerztherapie entwickelt, die verschiedene therapeutische Ansätze aus unterschiedlichen Fachbereichen kombiniert.
Es gibt zwar keine spezielle „Fibromyalgie-Diät“, die für alle Betroffenen gleichermaßen funktioniert, eine Ernährungsumstellung kann jedoch in vielen Fällen die Symptome lindern.
Da Fibromyalgie oft mit chronischen Entzündungsreaktionen im Körper einhergeht, sollte die Ernährung entzündungshemmend sein und viel Gemüse, Obst und hochwertige Proteine enthalten. Wichtige Nährstoffe für die Muskel- und Nervenfunktion sind Vitamin D, Magnesium und Vitamin B12. Omega-3-Fettsäuren wirken zusätzlich entzündungshemmend.
Auf Geschmacksverstärker, Zucker, künstliche Süßstoffe und Wurstwaren solltest du, so gut wie möglich, verzichten. Diese stehen im Verdacht, bei manchen Menschen Schmerzen zu verstärken und/oder Entzündungen auszulösen. Auch Alkohol und Zigaretten sollten Tabu sein.
Übrigens: Manche Menschen mit Fibromyalgie vertragen kein Gluten, Nachtschattengewächse wie Tomaten und Kartoffeln oder Milchprodukte. Mit einer Ausschlussdiät kannst du feststellen, ob das auch bei dir der Fall ist.
Starke Schmerzen, die schwer nachzuweisen sind, Schlaf- und Konzentrationsprobleme, extreme Erschöpfung: Für die meisten Betroffenen ist es enorm schwierig, den Alltag mit einem Fibromyalgie-Syndrom zu meistern. Hinzu kommt, dass ihre Beschwerden oft nicht ernst genommen werden. Deshalb sagen wir hier ganz klar: Fibromyalgie ist eine reale neurobiologische Erkrankung und nicht „eingebildet“.
Wenn du auch von der chronischen Schmerzerkrankung betroffen bist, können dir vielleicht die folgenden Tipps das Leben mit Fibromyalgie ein klein wenig erleichtern:
Ein Schmerztagebuch hilft dir, deine Beschwerden zeitlich und qualitativ besser einzuordnen und im Gespräch mit Ärzt:innen klarer darüber sprechen zu können. Tägliches freies Schreiben und Reflektieren („Journaling“) kann darüber hinaus auch eine therapeutische Wirkung auf die Psyche haben.
Vielleicht hast du das Gefühl, dass deine gesundheitlichen Probleme und die damit einhergehenden Einschränkungen in deiner Familie, deinem Freundeskreis oder bei der Arbeit nicht richtig verstanden werden. In einer Selbsthilfegruppe kannst du dich mit anderen austauschen, die ähnliche Probleme haben und die dir weiterhelfen können. Gemeinsam seid ihr stärker!
Auch ein:e Psychotherapeut:in kann dir bei der Bewältigung der Herausforderungen, die Fibromyalgie mit sich bringt, zur Seite stehen.
Wichtige Informationen zu Themen wie Therapie und Selbsthilfe findest du bei der Fibromyalgie-Liga Deutschland e. V. und der Deutschen Fibromyalgie Vereinigung (DFV) e. V..