Wärme bei Piriformis-Syndrom
ThermaCare Wärmeumschläge bei punktuellen Schmerzen lindern Verspannungen im Gesäß und Oberschenkel.

Schmerzen im Kreuz und Po, die in den hinteren Oberschenkel ausstrahlen: Das muss kein Bandscheibenvorfall sein. Viel häufiger liegt es am Piriformis-Muskel. Wir erklären dir, warum.
Tief in der Hüft- und Gesäßmuskulatur sitzt ein kleiner, kräftiger Muskel, der Musculus piriformis, der seinen Namen seiner birnenhaften Form (lateinisch: pirum für Birne) verdankt. Er verbindet das Kreuzbein mit dem Oberschenkelknochen, stabilisiert die Hüfte und hilft bei der Abspreizung und Außenrotation des Beins.
Wenn sich der Piriformis-Muskel verspannt, verhärtet oder anschwillt, drückt er auf den darunter verlaufenden Ischiasnerv (Nervus ischiadicus), den dicksten Nerv des Körpers. Dabei wird der Nerv eingeklemmt und gereizt und löst eine Ischialgie aus: Schmerzen im unteren Rücken und Gesäß, die bis ins Bein ausstrahlen.
Was sich so anfühlt wie ein Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule, ist also in vielen Fällen gar keiner, sondern das Musculus-Piriformis-Syndrom: eines der häufigsten Auslöser für Gesäß-, Bein- und Kreuzschmerzen.

Drückt der Piriformis-Muskel auf den Ischiasnerv, kommt es zu den charakteristischen Ischiasschmerzen
Leitsymptom eines Piriformis-Syndroms ist ein tiefsitzender, stechender oder bohrender Schmerz in einer Pobacke.
Zu diesem Schmerz kommen häufig folgende Begleiterscheinungen hinzu:
Ischialgie: Einseitige Ausstrahlung in den unteren Rücken, in die Leiste und in die Rückseite des Oberschenkels bis in die Kniekehle
Gangschwierigkeiten (Humpeln)
Missempfindungen, wie Kribbeln, Taubheitsgefühle
Außerdem kann es zu einer Verstärkung der Beschwerden bei folgenden Aktivitäten kommen:
Piriformis- und Rückenschmerzen beim Sitzen aufgrund von anhaltendem Druck auf den Muskel und Nervenkompression
Piriformis-Schmerzen beim Treppensteigen, Bücken und bei Drehbewegungen des Beines
Piriformis- und Rückenschmerzen beim Liegen und nachts aufgrund von anhaltendem Druck auf den Muskel und Nervenkompression vor allem in Seitenlage
Piriformis- und Rückenschmerzen beim Joggen und Laufen aufgrund der Stoßbelastung und Muskelkontraktion
Ischialgieartige ausstrahlende Schmerzen können bei einem Piriformis-Syndrom, einem Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule und bei einer ISG-Blockade auftreten.
Auch wenn sich die Symptome teilweise ähneln: Die Ursachen und Auslöser unterscheiden sich bei den drei Krankheitsbildern.
| Piriformis-Syndrom | Bandscheibenvorfall LWS | ISG-Blockade |
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| Anatomie & Funktion | ||
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| Ursache | ||
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| Symptome | ||
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| Ischias-Beteiligung | ||
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Die Ursachen für die Symptome eines Piriformis-Syndroms sind Verspannungen, Verkürzungen, Verhärtungen, Schwellungen oder Verletzungen im Piriformis-Muskel. Diese muskulären Veränderungen können folgende Auslöser haben:
Fehlhaltungen, z. B. durch zu langes Sitzen
Überbelastung durch sportliche Aktivitäten wie Laufen bergauf, Radfahren
Reizung des Muskels durch “Portemonnaie-Ischias” verursacht durch anhaltendes Sitzen auf einer Geldbörse in der Gesäßtasche
Verletzungen/(Mikro-)Traumata in der Gesäßmuskulatur durch Stürze/Schläge auf den Po, Zerrungen/Prellungen im Hüftbereich oder Überdehnung, z. B. beim Geburtsvorgang
Diese Risikofaktoren können ein Piriformis-Syndrom begünstigen:
Bewegungsmangel
Becken- und Wirbelsäulenfehlstellungen
Hüftarthrose
Muskuläre Dysbalancen
Schwangerschaft durch veränderten Körperschwerpunkt und große Beckenbelastung
Anatomischer Spezialfall: Ischiasnerv verläuft nicht unter, sondern durch den Piriformis-Muskel
Ausgleichend bei Piriformis-Beschwerden wirkt auch ein leichtes Ausdauertraining, wobei Spaziergänge, Rückenschwimmen und Nordic Walking anderen Sportarten, wie Joggen, Fußball oder Tennis, die zu starken Stoßbelastungen und Muskelkontraktionen führen können, vorzuziehen sind.
Ein kontrolliertes Krafttraining kann bei einem Piriformis-Syndrom die Rücken-, Gesäß- und Beinmuskulatur stärken, während korrekt ausgeführtes Yoga und Pilates die verkürzten und verhärteten Muskeln dehnen können.

Bei Übungen wie dem Drehsitz wird der Piriformis-Muskel sanft gedehnt
In der Akutphase eines Piriformis-Syndroms kann Wärmetherapie wohltuend wirken. Therapeutische Tiefenwärme fördert die Durchblutung in dem verhärteten Piriformis-Muskel, sodass sich das Muskelgewebe wieder regenerieren und der Muskel insgesamt entspannen kann.
Besonders praktisch sind Wärmepflaster, die sich bequem am Gesäß befestigen lassen. Die ThermaCare Wärmeumschläge bei punktuellen Schmerzen kannst du flexibel über einen größenverstellbaren Stretch-Gurt mit Klettverschluss an den Taillenumfang anpassen und bis zu acht Stunden lang unter der Kleidung tragen.
Bei der manuellen Therapie (einer Form von Physiotherapie) kann das Muskelgewebe über die Stimulation von Triggerpunkten (kleine schmerzhafte ausstrahlende Muskelverhärtungen) gelockert werden.
Liegen Entzündungen im Gewebe vor, werden Kälteanwendungen wie Kühlpads oder Kältekompressen unter Umständen besser vertragen, weil sie die Schmerzen verringern.
Schmerzmittel und Muskelrelaxanzien können akute Schmerzen lindern und aus der Schonhaltung heraushelfen, sollten aber aufgrund von Nebenwirkungen nur kurzfristig eingesetzt werden.
Schmerzsalben und -gele, wie z. B. das ThermaCare Schmerzgel (Pflichttext), wirken schmerzstillend, entzündungshemmend und kühlend bei akuten Zerrungen und Schwellungen der Piriformis-Muskulatur.
Eine Stoßwellentherapie kann durch akustische Wellen, die tief in den Muskel eindringen, Verspannungen und Verklebungen lösen.
Wenn das Piriformis-Syndrom trotz therapeutischer Maßnahmen nicht abklingt, kannst du Folgendes tun:
(Erneut) ärztliche Diagnose einholen: Ist es wirklich ein Piriformis-Syndrom?
Alltagsverhalten korrigieren: weniger sitzen, Beine nicht überschlagen, Fehlhaltungen vermeiden
Professionelle Physiotherapie in Anspruch nehmen
Bei chronischer Ischias-Entzündung: entzündungshemmende Medikamente einsetzen
Nervengleiten (auch: Nervenmobilisation): spezielle Übungen, bei denen der Nerv spannungsfrei gleiten kann
Infiltrationstherapie mit Kortison oder Botox
In seltenen Fällen (bei Lähmungserscheinungen und Taubheit): chirurgischer Eingriff
Ein Piriformis-Syndrom kommt selten aus dem Nichts. Meist sind es langanhaltende Über- und Fehlbelastungen, die sich irgendwann auf den Piriformis-Muskel auswirken.
Um deinen Piriformis-Muskel nachhaltig zu entlasten und einem Wiederauftreten der Beschwerden vorzubeugen, können kleine Anpassungen im Alltag langfristige Wirkung zeigen:
Regelmäßig bewegen
Auf eine aufrechte Haltung achten
Beine überschlagen vermeiden
Geldbeutel nicht in der hinteren Hosentasche aufbewahren
Das Piriformis-Syndrom entsteht, wenn der tief im Gesäß liegende Piriformis-Muskel durch Fehlhaltungen, Überlastung oder Verletzungen verspannt, verkürzt oder anschwillt.
Dabei kann der Muskel direkt auf den darunter verlaufenden Ischiasnerv drücken, was zu ausstrahlenden Schmerzen und Missempfindungen führt.
Du solltest ein Piriformis-Syndrom ärztlich abklären lassen, wenn die Schmerzen trotz sanfter Dehnung und Wärmeanwendungen nach zwei Wochen nicht nachlassen oder starke Schmerzen und Empfindungsstörungen auftreten.
Lähmungserscheinungen in den Beinen oder Störungen der Blasen- oder Darmkontrolle deuten auf eine Nervenschädigung hin. Das ist ein medizinischer Notfall.
Bei einem Piriformis-Syndrom konzentriert sich der Schmerz tief in der Mitte einer Gesäßbacke und kann über die Rückseite des Oberschenkels bis in die Kniekehle ausstrahlen.
Ja, das Piriformis-Syndrom ist in den allermeisten Fällen vollständig heilbar, sofern die zugrunde liegende Ursache konsequent angegangen wird.
Da es sich meistens um ein funktionelles Problem handelt, bei dem eine Muskelverspannung auf den Ischiasnerv drückt, verschwinden die Symptome meist, sobald der Muskel entspannt und der Nerv nicht mehr gereizt oder komprimiert wird.
Bei einem Piriformis-Syndrom helfen dehnende und kräftigende Übungen für die Gesäß- und Rückenmuskulatur. Bestimmte Yoga-Positionen können die verspannte Muskulatur im Gesäß und Becken mobilisieren.
Auch leichtes Ausdauertraining ohne große Stoßbelastung, wie Spazierengehen, Schwimmen und Nordic Walking, unterstützt den Heilungsprozess.
Langes Sitzen ist generell nicht gut bei einem Piriformis-Syndrom. Wenn du sitzen musst, solltest du eine aufrechte Haltung einnehmen, beide Füße flach auf den Boden stellen und die Beine nicht überschlagen.
Bei akuten Beschwerden kann ein spezielles Sitzkissen mit Aussparung hilfreich sein, um den direkten Druck auf die schmerzende Pobacke und den Ischiasnerv zu vermeiden.
Ergonomische Anpassungen im Alltag können dir helfen, Gesäß- und Rückenschmerzen zu vermeiden.